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Lele

English Foxhound

Ausdauernder Meutehund mit feiner Nase und Jagdherz

groß (L)Großbritannien
Eine Meute English Foxhounds läuft in freudiger Erwartung über eine Wiese direkt auf die Kamera zu.
English Foxhound unterwegsFoto: South Wold Hunt · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 58 bis 64 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 29 bis 35 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes und witterungsbeständiges Fell, gelegentliches Bürsten reicht, haart aber spürbar.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 159

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: English Foxhound im Porträt

Der English Foxhound stammt aus Großbritannien und wurde seit mehr als zweihundert Jahren gezielt für die berittene Fuchsjagd gezüchtet. Die Zuchtbücher der Masters of Foxhounds reichen bis vor 1800 zurück, was in der Hundezucht einzigartig ist. Traditionell lebt und arbeitet die Rasse in großen Meuten, nicht als Einzelhund bei einer Familie: Der FCI Standard beschreibt einen kraftvollen, ausdauernden Hund, der von Natur aus zur Jagd begabt ist, dabei aber freundlich und nicht aggressiv bleibt. Im Wesen zeigt sich diese Herkunft bis heute deutlich. English Foxhounds sind auf ihre Meute geprägt und suchen eher die Nähe zu Artgenossen als die enge Bindung an eine einzelne Bezugsperson, wie sie klassische Familienhunde zeigen. Das macht sie im Rudel unkompliziert und verträglich, aber wenig geeignet für Menschen, die sich einen Hund wünschen, der an ihnen hängt. Der ausgeprägte Jagdtrieb, gepaart mit einer feinen Nase, sorgt dafür, dass Spaziergänge ohne Leine kaum kontrollierbar bleiben, sobald eine Fährte reizt. Im Alltag braucht der English Foxhound sehr viel Bewegung: Mehrstündige, auslastende Einheiten wie Radbegleitung oder ausgedehnte Fährtenarbeit entsprechen seiner ursprünglichen Aufgabe deutlich eher als kurze Gassirunden. Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht, haart aber spürbar und ist witterungsbeständig gebaut. Seine kräftige Stimme setzt er beim Jagen gern ein, was in dicht besiedeltem Umfeld zum Thema werden kann. Zur Gesundheit ist vor allem eine erbliche Rückenmarkserkrankung dokumentiert, die sogenannte Hound Ataxie, weshalb bei der Zuchtauswahl auf gesunde Blutlinien geachtet werden sollte. Für erfahrene Halterinnen und Halter mit viel Platz, Zeit für ausgiebige Bewegung und Interesse an Nasenarbeit oder Fährtenhundesport kann der English Foxhound ein interessanter, robuster Begleiter sein, idealerweise mit Anschluss an einen Zweithund. Für Anfänger, Wohnungshaltung oder Familien, die einen ruhigen, stubenreinen Couchhund suchen, passt die Rasse ausdrücklich nicht: Der Bewegungs und Jagdtrieb überfordert schnell, und die geringe Verbreitung in Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Züchter, Tierärzte mit Rasseerfahrung und Sozialkontakte rar. Vor der Anschaffung lohnt ein Gespräch mit erfahrenen Meuten oder Foxhound Haltern.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Mehrere Stunden auslastende Bewegung täglich einplanen, zum Beispiel lange Fährtenspaziergänge oder Radbegleitung, sonst wird der ausgeprägte Bewegungs und Jagdtrieb schnell zum Problem.
  • Freilauf nur auf sicher eingezäuntem Gelände oder mit sehr solidem Rückruftraining anbieten, da die feine Nase und der starke Jagdtrieb Spaziergänge ohne Leine kaum kontrollierbar machen.
  • Vor der Anschaffung einen Kontakt zu einer Foxhound Meute oder einem erfahrenen Züchter suchen, da die Rasse in Deutschland, Österreich und der Schweiz selten ist und wenig Erfahrungswissen für die Einzelhaltung als Familienhund vorliegt.
  • Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren nur nach sorgfältiger, begleiteter Eingewöhnung erwägen, wegen des auf Fuchsjagd ausgelegten Jagdtriebs.
  • Einen Zweithund oder regelmäßigen Kontakt zu anderen Hunden einplanen, da die Rasse aus dem Meuteleben stammt und Gesellschaft von Artgenossen schätzt.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hound Ataxie: eine erbliche, degenerative Rückenmarkserkrankung, die bei Foxhounds als rassetypische Disposition dokumentiert ist.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

English Foxhound hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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