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Lele

Dreifarbiger Serbischer Laufhund

Genügsamer Jäger mit ruhigem Wesen zuhause

auch bekannt als Trobojac, Jugoslawischer Dreifarbiger Laufhund, Srpski Trobojni Gonič

mittelgroß (M)Serbien

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 44 bis 55 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes Fell mit gut entwickelter Unterwolle, wöchentliches Bürsten reicht meist, im Fellwechsel etwas häufiger.
Herkunft
Serbien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 229

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Dreifarbiger Serbischer Laufhund im Porträt

Der Dreifarbige Serbische Laufhund stammt aus Serbien und teilt seine Wurzeln mit den anderen Laufhunden des Balkans wie dem Serbischen Laufhund und dem Montenegrinischen Gebirgslaufhund. 1946 wurde diskutiert, ob er eine eigenständige Rasse oder nur eine Varietät ist, seit 1961 führt die FCI ihn als eigene Rasse. Gezüchtet wurde er für die Meutejagd auf Hase, Fuchs, Reh und Wildschwein, oft über viele Stunden in schwierigem Gelände. Dieser Zuchtzweck prägt den Hund bis heute fast unverändert, denn eine Zucht für das reine Familienleben hat es kaum gegeben. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als ergeben, freundlich, von lebhaftem Temperament, zuverlässig und bemerkenswert beharrlich. Bei der Arbeit zeigt sich ein sehr energischer, ausdauernder Hund, im Haus wirkt er dagegen tendenziell ruhiger und anhänglich an seine Bezugspersonen. Wie bei den meisten Laufhunden bestimmt die Nase den Alltag: Ist eine Fährte aufgenommen, tritt der Rückruf in den Hintergrund, das ist kein Ungehorsam, sondern tief verankerter Jagdinstinkt. Im Alltag braucht dieser Hund viel Bewegung mit echter Nasenarbeit, reine Gassirunden werden ihm nicht gerecht. Das kurze, dichte Fell mit gut entwickelter Unterwolle ist pflegeleicht, wöchentliches Bürsten genügt meist. Beim Jagen ist lautes, ausdauerndes Bellen Teil des ursprünglichen Zuchtziels, das Lautgeben leitet die Meute, das kann in dicht besiedelten Wohnlagen zum Thema werden. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, eigene Zuchtlinien gibt es praktisch nicht. Wer sich für sie interessiert, muss meist mit einem Import aus Serbien oder dem Balkan und entsprechend langen Wartezeiten rechnen, viele verfügbare Hunde stammen aus rein jagdlich geführten Linien ohne Erfahrung mit Familienalltag oder Stadtleben. Zu belastbaren Gesundheitsdaten liegt praktisch nichts vor, das ist bei dieser seltenen Rasse normal und kein gutes Zeichen zum Verschweigen. Gut passt dieser Laufhund zu jagdlich interessierten, sehr aktiven Menschen mit Garten oder direktem Zugang zu weitläufigem, sicher eingezäuntem Gelände, die Erfahrung mit eigenständigen Jagdhunden mitbringen. Für Ersthundehalter, Wohnungshaltung ohne ausgiebigen Auslauf oder Haushalte mit Kleintieren und Katzen ist er dagegen keine gute Wahl, der ausgeprägte Jagdtrieb lässt sich kaum wegtrainieren.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Für Ersthundehalter eher ungeeignet: der ausgeprägte Jagdtrieb verlangt konsequentes Rückruf-Training von klein auf und in unbekanntem Gelände am besten dauerhaft eine Schleppleine.
  • Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung mit echter Nasenarbeit ein, reine Spaziergänge reichen dieser Meutehunderasse als Auslastung nicht aus.
  • In Deutschland gibt es praktisch keine eigenen Zuchtlinien, wer sich für die Rasse interessiert, sollte mit Import aus Serbien oder dem Balkan, entsprechend langen Wartezeiten und wenig Sozialisationserfahrung der Welpen rechnen.
  • Das laute, ausdauernde Bellen beim Jagen gehört zum ursprünglichen Zuchtziel, das solltest du vor der Anschaffung mit Nachbarschaft und Wohnsituation abgleichen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Konkrete rassespezifische Gesundheitsstudien fehlen bislang, die folgenden Punkte sind aus dem Körperbau laut FCI-Standard abgeleitete Tendenzen, kein belegter Rassebefund.
  • Die mittellangen, eng an den Backen anliegenden Hängeohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, vor allem nach der Arbeit im Gelände oder im Wasser.
  • Die kräftige, tiefe Brust (50 Prozent der Widerristhöhe) ist bei mittelgroßen bis größeren Rassen mit einem erhöhten Risiko für Magendrehung verbunden, weshalb Ruhe vor und nach dem Fressen sinnvoll ist.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Dreifarbiger Serbischer Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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