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Lele

Drahthaariger Italienischer Laufhund

Zurückhaltender Fährtenspezialist mit stolzem, sanftem Blick

auch bekannt als Segugio Italiano a Pelo Forte, Italian Coarsehaired Hound

mittelgroß (M)Italien
Drahthaariger Italienischer Laufhund steht auf einer Wiese, schwarz mit lohfarbenen Abzeichen.
Drahthaariger Italienischer Laufhund im PorträtFoto: Canarian · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 50 bis 60 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 28 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Drahthaar, Das raue Haar wird nicht sehr lang, sollte aber regelmäßig gebürstet und gelegentlich getrimmt werden, damit es griffig und pflegeleicht bleibt.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 198

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Drahthaariger Italienischer Laufhund im Porträt

Der Drahthaarige Italienische Laufhund, im Herkunftsland Segugio Italiano a Pelo Forte genannt, stammt aus Italien und wird schon seit der Antike zur Hasen- und Wildschweinjagd eingesetzt: Darstellungen ähnlicher Hunde finden sich auf antiken Statuen und in einem Gemälde des 16. Jahrhunderts. Bis heute ist die Rasse ein reiner Jagdgebrauchshund, der laut FCI-Standard in schwierigem Gelände ebenso zuhause ist wie in der Ebene, ausdauernd, leidenschaftlich und mit feiner Nase arbeitet, alleine oder in der Meute. Im Wesen gilt er im Vergleich zur kurzhaarigen Variante als zurückhaltender, ruhiger und weniger überschwänglich, dabei klug und arbeitswillig, mit einem sanften, fast melancholischen Blick. Für einen Laufhund heißt das nicht wenig Temperament, sondern eine etwas gelassenere Grundhaltung im Alltag, verbunden mit dem für Meutehunde typischen ausgeprägten Jagdtrieb und einer lauten, klaren Stimme, die zur eigentlichen Arbeit gehört. Fremden begegnet er tendenziell freundlich bis neutral, ausgesprochener Wachtrieb ist nicht sein Zuchtziel. Im Alltag braucht dieser Hund sehr viel Bewegung und am liebsten eine Aufgabe mit der Nase, lange Spaziergänge allein reichen selten aus. Das raue, bis zu 5 cm lange Fell ist pflegeleicht, verlangt aber regelmäßiges Bürsten und gelegentliches Trimmen. Ein sicher eingezäunter Garten und ein verlässlicher Rückruf oder die Schleppleine sind wichtig, denn eine Fährte übernimmt schnell die Kontrolle über die Beine. In Deutschland ist die Rasse sehr selten, die meisten hier lebenden Hunde stammen aus Import oder aus spezialisierten Jagdgebrauchshundlinien, entsprechend lang können Wartezeiten und die Suche nach seriösen Züchtern dauern. Der Drahthaarige Italienische Laufhund passt zu erfahrenen, aktiven Menschen mit Jagdhundeerfahrung oder viel Zeit für Fährtenarbeit und Hundesport, die den ausgeprägten Jagdtrieb ernst nehmen und ihm auf legale Weise ein Ventil geben. Für ruhige Wohnungshaltung, Familien ohne Bezug zur Jagdhundearbeit oder Haushalte mit Katzen und Kleintieren ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Passt am besten zu erfahrenen Jägern oder Menschen mit Fährtenarbeit-Erfahrung und mindestens zwei Stunden täglicher Bewegung, da die Nase schnell die Führung übernimmt.
  • Ein sicher hoch eingezäunter Garten und ein sehr zuverlässiger Rückruf oder eine Schleppleine sind Pflicht, freier Auslauf ohne Sicherung ist riskant.
  • In Deutschland läuft die Anschaffung meist nur über Import aus Italien oder spezialisierte Jagdgebrauchshundvereine, das bedeutet Wartezeit und zusätzliche Kosten.
  • Katzen oder Kleintiere im Haushalt brauchen ein sehr sorgfältiges, langsames Gewöhnungsprogramm wegen des ausgeprägten Jagdtriebs auf Hase und Wild.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die hängenden, breiten Ohren begünstigen bei vielen Laufhundrassen eine Neigung zu Ohrentzündungen, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert werden. Das ist eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenz, kein belegter Rassebefund, da spezifische veterinärmedizinische Studien zu dieser seltenen Rasse fehlen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Drahthaariger Italienischer Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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