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Lele

Ciobanesc Românesc Mioritic

Ruhiger Hirtenhund mit wachsamem, eigenständigem Wesen

auch bekannt als Mioritic, Romanian Mioritic Shepherd Dog

sehr groß (XL)Rumänien
Ciobanesc Românesc Mioritic sitzt aufmerksam im Wald, das dichte helle Fell und die dunkle Schnauze gut sichtbar.
Ciobanesc Românesc Mioritic im Porträt
Ciobanesc Românesc Mioritic steht wachsam bei einer Schafherde auf der Weide, typische Arbeitssituation als Hütehund.
Ciobanesc Românesc Mioritic unterwegs
Ciobanesc Românesc Mioritic mit zottigem cremefarbenen Fell läuft über einen verschneiten Hof.
Ciobanesc Românesc Mioritic zu HauseFoto: Emőke Dénes · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 65 bis 75 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 32 bis 45 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5Kaum Zucht in Deutschland, regelmäßig über den Auslandstierschutz vermittelt
Fell
Langhaar, straff und rau, Braucht regelmäßiges, gründliches Bürsten gegen Verfilzung von Unterwolle und Behang an den Beinen, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst deutlich mehr Aufwand.
Herkunft
Rumänien
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 349

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Ciobanesc Românesc Mioritic im Porträt

Der Ciobanesc Românesc Mioritic stammt aus den Karpaten Rumäniens, wo er über Jahrhunderte als Herdenschutzhund gezüchtet wurde und Schafherden eigenständig vor Bären, Wölfen und Luchsen verteidigte. Diese Aufgabe prägt die Rasse bis heute: Der FCI-Standard beschreibt sie als ruhigen, ausgeglichenen Hund, der Fremden gegenüber misstrauisch bleibt, seine Familie aber sehr aufmerksam bewacht. Kinder aus der eigenen Familie mag der Mioritic laut Standard ausdrücklich, ein unbedarfter Umgang mit fremden Besuchern gehört dagegen nicht zu seinen Stärken. Wesensmäßig ist der Mioritic kein klassischer Kommandohund. Gehorsam war beim Herdenschutz nie das Zuchtziel, gefragt waren eigenständige Entscheidungen direkt bei der Herde. Wer klare, ruhige Führung ohne Drill bietet und viel Zeit in Sozialisierung investiert, kommt gut mit ihm zurecht, reine Kommando-Erziehung nach Schema F frustriert eher beide Seiten. Sein Wachtrieb ist stark ausgeprägt und braucht von Welpenalter an bewusste Begleitung, damit aus wachsamem Verhalten kein übermäßiges Bellen oder Grenzverteidigen wird. Im Alltag braucht die Rasse vor allem Platz: ein eingezäuntes Grundstück, auf dem sie ihr Revier im Blick behalten kann, ist wichtiger als lange Sportrunden. Regelmäßige, eher ruhige Bewegung wie ausdauernde Spaziergänge passt besser als Hetzspiele oder Hundesport mit hohem Tempo. Das lange, harsche Deckhaar mit dichter Unterwolle verfilzt ohne Pflege schnell, wöchentliches gründliches Bürsten gehört zur Routine, in den Fellwechselzeiten im Frühjahr und Herbst deutlich mehr. In Deutschland ist der Mioritic sehr selten. Wer sich für die Rasse interessiert, muss fast immer aus Rumänien importieren, oft mit langer Wartezeit und ohne Garantie, dass Welpen aus reinen Arbeitslinien schon an Stadtleben oder enge Wohnverhältnisse gewöhnt sind. Das macht die Anschaffung deutlich planungsintensiver als bei etablierten Rassen. Der Mioritic passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit eigenem Grundstück, echtem Interesse an Herdenschutzhundearbeit und Geduld für einen eigenständig denkenden Partner. Für Anfänger, Wohnungshaltung oder alle, die einen führigen Familienhund für die Stadt suchen, ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Für die Anschaffung in Deutschland ist fast immer ein Import aus Rumänien nötig, oft mit langen Wartezeiten und ohne etablierte Gewöhnung an Stadtleben; plane mehrere Monate Vorlauf und wenn möglich einen Besuch beim Züchter vor Ort ein.
  • Der ausgeprägte Wachtrieb braucht von Welpenalter an konsequentes, ruhiges Grenzensetzen und viel gezielte Sozialisierung mit fremden Menschen und Hunden, idealerweise mit Trainingsunterstützung, die Erfahrung mit Herdenschutzhunden hat.
  • Das harsche, lange Fell verfilzt an Unterwolle und Behang leicht: wöchentliches gründliches Bürsten einplanen, in den Fellwechselzeiten im Frühjahr und Herbst zusätzliche Zeit reservieren.
  • Ein kleiner Garten reicht meist nicht: Die Rasse braucht ein eingezäuntes, großzügiges Grundstück mit erkennbarer Aufgabe als Wächter, keine reine Wohnungshaltung und keinen ganztägigen Alleinsein-Alltag ohne Rückzugsmöglichkeit.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die laut Standard tiefe Brust (Brusttiefe etwa halbe Widerristhöhe) und der großrahmige Körperbau gelten bei großen, tiefbrüstigen Hunden allgemein als Risikofaktor für eine Magendrehung; belastbare rassespezifische Zahlen für den Mioritic selbst liegen nicht vor.
  • Die dicht behaarten, eng an den Wangen anliegenden Hängeohren (10 bis 15 cm) können bei mangelnder Pflege ein feuchtwarmes Ohrklima begünstigen und damit das Risiko für Ohrentzündungen erhöhen; auch hierzu fehlen belastbare rassespezifische Studien.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Ciobanesc Românesc Mioritic hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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