Brasilianischer Laufhund
Zäher Meutejäger mit sanftem Gemüt
auch bekannt als Rastreador Brasileiro, Brazilian Tracker

Steckbrief
- Größe
- groß (L), 56 bis 65 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 21 bis 33 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Kurzhaar, Kurzes, dichtes, eng anliegendes Fell mit wenig Pflegeaufwand: gelegentliches Buersten genuegt, die langen Haengeohren sollten regelmaessig auf Rötung oder Geruch kontrolliert werden.
- Herkunft
- Brasilien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 275
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt sehr häufig (5 von 5)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Brasilianischer Laufhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Tägliches Bewegungspensum sollte deutlich über zwei Stunden liegen, idealerweise mit Fährten- oder Schleppleinenarbeit statt reiner Leinenführung: Die Rasse ist auf stundenlange Jagdläufe gezüchtet und unterfordert schnell auf reinen Spaziergängen.
- In Deutschland gibt es keine etablierten Zuchtstätten. Interessierte müssen mit Import aus Brasilien, langen Wartezeiten und teils fehlender Ahnentafel-Dokumentation rechnen; ein persönlicher Kontakt zu brasilianischen Zuchtprogrammen vor der Anschaffung ist ratsam.
- Der ausgeprägte Jagd- und Spürtrieb macht Zusammenleben mit Kleintieren und Katzen anspruchsvoll: Ein Kennenlernen unter kontrollierten Bedingungen und konsequentes Rückruftraining von klein auf sind wichtig.
- Als lauter Meutehund mit kräftigem Spürlaut ist die Rasse für Reihenhaus- oder Mehrfamilienhaus-Nachbarschaften mit wenig Toleranz für Hundegebell eher ungeeignet.
- Wegen der geringen Verbreitung und Zuchtbasis lohnt sich vor dem Kauf eine Prüfung, ob der Züchter auf Gesundheit und genetische Vielfalt achtet, um die kleine Population nicht zusätzlich zu belasten.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Zu rassespezifischen Erkrankungen liegen keine belastbaren veterinärmedizinischen Quellen vor; die Rasse ist ausserhalb Brasiliens zu selten für systematische Gesundheitsstudien.
- Aus dem Körperbau abgeleitete Tendenz: Die langen, eng anliegenden Hängeohren begünstigen bei Laufhunden allgemein ein erhöhtes Risiko für Ohrentzündungen, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert werden.
- Aus dem Körperbau abgeleitete Tendenz: Als grosser, tiefbrüstiger Laufhund fällt die Rasse in die Risikogruppe für Magendrehung, die bei grossen, tiefbrüstigen Hunden generell erhöht ist; mehrere kleinere Mahlzeiten statt einer grossen gelten als vorbeugende Massnahme.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Brasilianischer Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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