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Lele

Brandlbracke

Ruhiger Fährtenspezialist mit feiner Nase

auch bekannt als Vieräugl, Österreichische Bracke

mittelgroß (M)Österreich
Brandlbracke mit schwarzem Fell und braunen Abzeichen steht aufmerksam auf einem Kopfsteinpflaster.
Brandlbracke im PorträtFoto: Steffen Heinz ( Caronna ) · CC BY-SA 2.5

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 48 bis 56 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 15 bis 22 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 76 Welpen
Fell
Kurzhaar, Das kurze, dichte Fell mit Seidenglanz ist pflegeleicht: Gelegentliches Bürsten reicht, dafür lohnt sich regelmäßige Ohrenkontrolle wegen der Hängeohren.
Herkunft
Österreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 63

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Brandlbracke im Porträt

Die Brandlbracke, wegen der markanten hellen Abzeichen über den Augen auch Vieräugl genannt, gilt als Nachfahrin der alten Keltenbracken und wurde 1884 als erste Rasse ins österreichische Hundezuchtbuch eingetragen. Gezüchtet wurde sie für die Schweißarbeit und das Brackieren im alpinen Gelände: Sie folgt Wildfährten ausdauernd und zuverlässig, auch über weite Strecken und in schwierigem Terrain, und findet dabei sicher zu ihrem Führer zurück. Der FCI-Standard beschreibt sie als feinnasigen, spurlauten Hund mit ausgeprägtem Spurwillen und angenehmem, ruhigem Wesen. Das bedeutet in der Praxis: kein nervöser oder aggressiver Typ, aber ein Hund mit einem tief verwurzelten Jagd und Fährtentrieb, der sich kaum abtrainieren lässt. Fremden gegenüber zeigt sie sich meist zurückhaltend freundlich statt überschwänglich. Im Alltag braucht die Brandlbracke deutlich mehr als Spaziergänge: ausgedehnte Bewegung, im Idealfall mit Fährten oder Nasenarbeit, und am liebsten ein ländliches Umfeld mit viel Platz zum Laufen. Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht, die Hängeohren wollen aber regelmäßig kontrolliert werden. Zu breiter Zwingerhaltung oder reiner Wohnungshaltung in der Stadt passt sie nicht. In Deutschland und weiten Teilen der Schweiz ist die Brandlbracke eine echte Rarität: Zuchtvereine und Welpen finden sich fast ausschließlich in Österreich, hierzulande vermittelt am ehesten der Deutsche Brackenverein einzelne Würfe oder Importe. Wer sich für die Rasse interessiert, sollte lange Wartezeiten, gegebenenfalls eine Reise nach Österreich und meist jagdlich geprägte Blutlinien einplanen. Gesundheitlich gilt die Rasse nach vorliegenden Quellen als robust, ohne bekannte rassetypische Erbkrankheiten, wobei die Datenlage insgesamt dünn ist. Gut passt die Brandlbracke zu erfahrenen, aktiven Haltern mit Bezug zur Jagd oder zumindest zu intensiver Nasenarbeit, die im ländlichen Raum leben und Zeit für lange Ausgänge haben. Für Anfänger, reine Couch und Cityhalter oder Familien, die einen ruhigen Begleithund ohne ausgeprägten Jagdtrieb suchen, ist sie dagegen kaum die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • In Deutschland gibt es praktisch keine aktiven Zuchtstätten: Interessenten wenden sich am ehesten an den Deutschen Brackenverein oder österreichische Züchter und sollten mehrmonatige Wartezeiten sowie eventuell einen Import einplanen.
  • Reine Spaziergänge reichen nicht aus: Plane täglich mehrere Stunden ausdauernde Bewegung ein, ergänzt um Fährten oder Nasenarbeit, sonst sucht sich der Hund seine Auslastung selbst.
  • Der ausgeprägte Spurwillen macht sicheren Freilauf ohne verlässlichen Rückruf riskant: In unübersichtlichem Gelände empfiehlt sich zunächst eine Schleppleine, bis der Rückruf sitzt.
  • Katzen und Kleintiere im Haushalt nur schrittweise und unter Aufsicht eingewöhnen, da der jagdliche Spurwillen schnell geweckt sein kann.
  • Die Hängeohren regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf reinigen, um Ohrentzündungen vorzubeugen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Nach vorliegenden Quellen gilt die Rasse als robust ohne bekannte rassetypische Erbkrankheiten, die Datenlage dazu ist wegen der geringen Verbreitung aber insgesamt dünn.
  • Die tief angesetzten Hängeohren begünstigen wie bei vielen Bracken tendenziell Ohrentzündungen (Otitis externa), wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert werden.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Brandlbracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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