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Lele

Böhmischer Schäferhund

Wachsamer Hirtenhund mit treuem Familiensinn

auch bekannt als Chodský pes, Chodenhund

mittelgroß (M)Tschechien
Boehmischer Schaeferhund mit langem schwarz-lohfarbenem Fell und aufgestellten Ohren im Portrait
Böhmischer Schäferhund im PorträtFoto: Krosandra · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 49 bis 55 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 17 bis 27 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Langhaar mit dichter Unterwolle, Zwei bis drei Mal pro Woche bürsten, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst öfter, damit sich das lange, dichte Deckhaar nicht verfilzt.
Herkunft
Tschechien
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 364

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Böhmischer Schäferhund im Porträt

Der Böhmische Schäferhund, tschechisch Chodský pes, stammt aus der südböhmischen Region Chodsko, wo Hunde dieses Typs seit Jahrhunderten Höfe bewachten und Rinder zusammentrieben. Eine gezielte Zucht nach einheitlichem Standard begann jedoch erst 1984, seit 2019 führt die FCI die Rasse vorläufig unter der Nummer 364. Das bedeutet für dich: kein Modehund, sondern eine junge, kleine Population mit überschaubarer genetischer Basis und kaum Verbreitung außerhalb Tschechiens. Der FCI-Standard beschreibt ihn als lebhaften, gelehrigen Hund mit schnellen, aber nicht ungestümen Reaktionen, aufmerksam, führig und fügsam, in der Familie ein liebevolles Mitglied. Furchtlos und mit starken Nerven ausgestattet gilt er zugleich als außergewöhnlich wachsam, das Melden von Fremdem liegt ihm im Blut. Menschen außerhalb der Familie begegnet er tendenziell eher zurückhaltend und abwartend, das prägt sein Wesen deutlich mehr als reine Anschmiegsamkeit. Im Alltag ist er ein Arbeitshund, der beschäftigt werden will: ausgedehnte Bewegung, Kopfarbeit, Hüte oder Wachaufgaben, Nasenarbeit oder Hundesport passen besser zu ihm als tagelanges Nichtstun auf dem Sofa. Das lange, dichte Fell mit üppiger Unterwolle wirkt wetterfest und edel, verlangt im Gegenzug regelmäßige Pflege, besonders im Fellwechsel. Zur Gesundheit gibt es bislang wenig belastbare Literatur, tschechische wie internationale Quellen nennen keine ausgeprägten rassetypischen Erkrankungen. Aus dem Körperbau lässt sich lediglich als Tendenz ableiten, dass ein mittelgroßer, tiefbrüstiger Hund wie viele vergleichbare Rassen von umsichtigem Fütterungsmanagement rund um Bewegung profitiert, ein belegter Rassebefund ist das ausdrücklich nicht. Der Böhmische Schäferhund passt zu Menschen mit Hundeerfahrung, die einen wachen, aktiven Begleiter suchen und ihm konsequente, liebevolle Führung sowie breite Sozialisation bieten können. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder alleinstehende Berufstätige mit langen Abwesenheiten eignet er sich eher nicht. Weil die Rasse in Deutschland kaum verbreitet ist, brauchst du für einen Welpen meist viel Geduld, eine lange Warteliste oder den Weg über einen Import aus Tschechien, seriöse Züchter in erreichbarer Nähe sind rar.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane für die Anschaffung deutlich Vorlauf ein: In Deutschland gibt es kaum Züchter, häufig führt der Weg über eine Warteliste oder einen Import aus Tschechien.
  • Sozialisiere den Welpen von Anfang an breit mit Fremden, Umgebungen und Situationen, sonst kann die von Natur aus wache, zurückhaltende Art zu übertriebenem Misstrauen kippen.
  • Das lange Fell mit dichter Unterwolle willst du zwei bis drei Mal pro Woche bürsten, im Fellwechsel öfter, sonst verfilzt es an Ohren, Hosen und Rute.
  • Als Arbeitshund mit Wach und Hüteerbe braucht er täglich mehr als reine Gassirunden: Nasenarbeit, Hütespiele oder Rettungshundearbeit passen gut zum Rasseprofil und beugen Frust vor.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Als tiefbrüstiger, mittelgroßer Hund trägt er tendenziell das Statur-Risikoprofil, das bei ähnlich gebauten Rassen häufiger mit Magendrehung in Verbindung gebracht wird. Rassespezifische Studien dazu fehlen bislang, es handelt sich um eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenz, keinen belegten Rassebefund.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Böhmischer Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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