Bluthund
Sanftmütiger Fährtenspezialist mit eigenem Kopf
auch bekannt als Fährtenspezialist, Bloodhound, Chien de Saint-Hubert


Zucht-Hinweis
Der FCI-Standard selbst warnt vor übertrieben loser, faltiger Haut und schlaffen Augenlidern als unerwünschter Übertreibung: in der Praxis begünstigt eine zu starke Ausprägung Ektropium, Entropium und Hautfaltendermatitis. Beim Kauf lohnt ein Blick auf straffe Lider ohne übermäßige Falten und auf gesunde, erfahrene Zuchtlinien. Betroffen ist das Risiko bei übertrieben loser Haut, der vom Standard gewünschte moderate Typ ist davon nicht grundsätzlich erfasst.
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 58 bis 72 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 40 bis 54 kg
- Lebenserwartung
- typisch 8 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Kurzhaar, Das kurze Fell braucht wenig Bürsten, dafür verlangen die tiefen Hautfalten am Kopf und die langen, tief angesetzten Ohren regelmäßige Kontrolle und Reinigung gegen Entzündungen.
- Herkunft
- Belgien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 84
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
- Jagdtrieb
- ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Bluthund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Der ausgeprägte Fährtentrieb macht einen zuverlässigen Freilauf-Rückruf schwierig: sicher eingezäunte Flächen und konsequentes Training an der Schleppleine sind für den Alltag wichtiger als ein makelloser Grundgehorsam.
- Die tiefen Hautfalten am Kopf und die langen Ohren sollten mehrmals wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, um Hautfaltendermatitis und Ohrenentzündungen vorzubeugen.
- Wegen der hohen Neigung zu Magendrehung empfiehlt sich die Fütterung in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt, Ruhe vor und nach dem Fressen sowie ein Gespräch mit dem Tierarzt über eine vorbeugende Magendrehungs-Operation.
- Mantrailing- oder Fährtenkurse bei einem erfahrenen Verein nutzen den natürlichen Spürsinn sinnvoll aus und beugen Unterforderung vor: reine Spaziergänge reichen der Rasse auf Dauer meist nicht.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus): laut Kennel-Club-Erhebung häufigste Todesursache der Rasse.
- Überdurchschnittlich häufige Krebserkrankungen als zweithäufigste Todesursache.
- Neigung zu Ektropium und Entropium (Augenlidfehlstellungen) durch die stark ausgeprägte lose Kopfhaut.
- Neigung zu Ohrenentzündungen und Hautfaltendermatitis wegen der langen, tief angesetzten Ohren und tiefen Hautfalten.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Bluthund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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