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Lele

Bluthund

Sanftmütiger Fährtenspezialist mit eigenem Kopf

auch bekannt als Fährtenspezialist, Bloodhound, Chien de Saint-Hubert

sehr groß (XL)Belgien
Bluthund liegt entspannt, die typischen faltigen Lefzen und Schlappohren im Nahporträt.
Bluthund im PorträtFoto: Bruce · CC BY 2.0
Bluthund steht aufmerksam in einer verschneiten Winterlandschaft.
Bluthund unterwegsFoto: Erland22 · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 58 bis 72 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 40 bis 54 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Das kurze Fell braucht wenig Bürsten, dafür verlangen die tiefen Hautfalten am Kopf und die langen, tief angesetzten Ohren regelmäßige Kontrolle und Reinigung gegen Entzündungen.
Herkunft
Belgien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 84

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Bluthund im Porträt

Der Bluthund, auch Chien de Saint Hubert genannt, stammt aus den Ardennen in Belgien, wo Mönche der Abtei Saint Hubert schon im Mittelalter aus schwarzen und schwarz lohfarbenen Laufhunden einen ausgezeichneten Spürhund für die Jagd auf Hochwild züchteten. Über England, wo er ab dem 11. Jahrhundert unter dem Namen Bloodhound bekannt wurde, verbreitete sich die Rasse weltweit. Der Name geht dabei nicht auf Blutrünstigkeit zurück, sondern auf die reinrassige Zucht, im Englischen einst als blooded hound bezeichnet. Bis heute gilt der Bluthund als eine der besten Riechnasen unter den Hunden und wird deshalb bei der Polizeiarbeit sowie im Mantrailing zur Suche nach vermissten Personen eingesetzt. Laut FCI Standard ist der Bluthund sanftmütig, ruhig, freundlich und umgänglich, dabei eher zurückhaltend und eigensinnig. Er reagiert empfindsam auf Lob wie Tadel und bellt selten, seine tiefe Stimme setzt er sparsam ein. Sobald er einer Fährte folgt, blendet er die Umgebung tendenziell aus, was das Training auf zuverlässigen Rückruf erschwert. Ein sicher eingezäunter Garten und viel Geduld gehören deshalb zum Alltag mit dieser Rasse dazu. Bewegung braucht der Bluthund reichlich, am liebsten in Form von Fährtenarbeit oder langen Spaziergängen an der Schleppleine, weniger als reines Rennen bei Ballwurf. Das kurze Fell ist pflegeleicht, dafür verlangen die tiefen Hautfalten am Kopf und die langen, tief angesetzten Ohren regelmäßige Reinigung, um Entzündungen vorzubeugen. Speichelfluss ist rassetypisch ausgeprägt. Gesundheitlich zählt Magendrehung laut einer britischen Kennel-Club-Erhebung zur häufigsten Todesursache der Rasse, weshalb mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen wichtig sind. Auch Krebserkrankungen kommen überdurchschnittlich häufig vor, ebenso Augenlidfehlstellungen durch die stark ausgeprägte lose Haut. Der Bluthund passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit Platz, Zeit für lange Fährtenspaziergänge und Gelassenheit gegenüber Sabber und Eigensinn. Für kleine Wohnungen, sehr sportliche Ballspiel-Familien oder als klassischer Wachhund ist er wegen seines geringen Wachtriebs, seiner Größe und seines eigenständigen Charakters eher nicht die naheliegende Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der ausgeprägte Fährtentrieb macht einen zuverlässigen Freilauf-Rückruf schwierig: sicher eingezäunte Flächen und konsequentes Training an der Schleppleine sind für den Alltag wichtiger als ein makelloser Grundgehorsam.
  • Die tiefen Hautfalten am Kopf und die langen Ohren sollten mehrmals wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, um Hautfaltendermatitis und Ohrenentzündungen vorzubeugen.
  • Wegen der hohen Neigung zu Magendrehung empfiehlt sich die Fütterung in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt, Ruhe vor und nach dem Fressen sowie ein Gespräch mit dem Tierarzt über eine vorbeugende Magendrehungs-Operation.
  • Mantrailing- oder Fährtenkurse bei einem erfahrenen Verein nutzen den natürlichen Spürsinn sinnvoll aus und beugen Unterforderung vor: reine Spaziergänge reichen der Rasse auf Dauer meist nicht.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus): laut Kennel-Club-Erhebung häufigste Todesursache der Rasse.
  • Überdurchschnittlich häufige Krebserkrankungen als zweithäufigste Todesursache.
  • Neigung zu Ektropium und Entropium (Augenlidfehlstellungen) durch die stark ausgeprägte lose Kopfhaut.
  • Neigung zu Ohrenentzündungen und Hautfaltendermatitis wegen der langen, tief angesetzten Ohren und tiefen Hautfalten.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bluthund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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