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Lele

Billy

Seltener weißer Laufhund, treu in der eigenen Meute

sehr groß (XL)Frankreich

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 58 bis 70 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 32 bis 47 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, hartes Fell, pflegeleicht, eine wöchentliche Bürstenrunde reicht meist aus.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 25

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5, Tendenzwert)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5, Tendenzwert)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Billy im Porträt

Der Billy ist ein französischer Laufhund aus der Region Poitou in Westfrankreich, benannt nach dem Landsitz des Erstzüchters Hublot du Rivault, der die Rasse Ende des 19. Jahrhunderts aus drei Poitevin-Linien zusammenführte. Gezüchtet wurde er für die Jagd auf Reh und Wildschwein in der Meute, ausdauernd im Galopp und mit feiner Nase. Die Geschichte der Rasse ist bewegt: Die ursprüngliche Meute wurde 1927 aufgelöst, und den Zweiten Weltkrieg überlebten nur zwei Tiere. Der heutige Billy stammt aus dieser sehr schmalen genetischen Basis, was bis heute als zentrales Gesundheitsthema der Rasse gilt. Der FCI-Standard beschreibt einen gut gebauten, kräftigen, aber leichten Hund mit lebhaftem Blick und betontem Stirnabsatz. Das Wesen gilt als aufmerksam und lernbereit, gleichzeitig bringt die jagdliche Herkunft einen ausgeprägten Jagdtrieb mit, der sich im Alltag kaum wegtrainieren lässt. In der eigenen Meute ist der Billy auf Zusammenarbeit angelegt, gegenüber fremden Hunden außerhalb dieses vertrauten Kreises gilt er dagegen eher als zurückhaltend bis unverträglich, das solltest du bei Mehrhundehaltung einplanen. Als Wachhund taugt er kaum, gebissen wird so gut wie nie gemeldet. Mit ruhigen, erfahrenen Familien soll er nach vorliegenden Quellen gut zurechtkommen, bei der insgesamt dünnen Datenlage bleibt das aber eine vorsichtige Tendenz, kein Versprechen. Im Alltag braucht der Billy viel Bewegung mit echter Auslastung, am liebsten mit Möglichkeit zum ausgiebigen Laufen, reines Gassigehen wird ihm nicht gerecht. Das kurze, harte Fell ist pflegeleicht, eine wöchentliche Bürstenrunde reicht meist aus. Zu Lebenserwartung und häufigen Todesursachen gibt es für diese seltene Rasse keine belastbaren Zahlen, aus dem Körperbau mit sehr tiefer, schmaler Brust lässt sich bei großen Laufhunden tendenziell ein erhöhtes Magendrehungs-Risiko ableiten, eine rassespezifische Studie dazu fehlt. In Deutschland ist der Billy praktisch nicht zu finden, die Rasse zählt in ihrer Heimat Frankreich selbst zu den gefährdeten Jagdhunderassen. Wer sich für einen Billy interessiert, muss mit langen Wartezeiten, einem Import aus Frankreich und meist jagdlich geführten Zuchtlinien rechnen, reine Familienzucht gibt es kaum. Die Rasse passt zu erfahrenen, jagdlich aktiven Haltern mit viel Platz und Zeit für lange Läufe. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Haushalte mit mehreren fremden Hunden ist sie dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Vor der Anschaffung ausführlich mit erfahrenen französischen Züchtern oder Jagdhundevereinen sprechen, in Deutschland gibt es praktisch keine Welpen, meist ist ein Import mit Wartezeiten von mehreren Monaten nötig.
  • Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden echte Auslastung mit Lauf- und Schnüffelarbeit ein, ein Billy ohne Aufgabe wird schnell frustriert und stark selbstständig auf Fährtensuche.
  • Wegen der sehr schmalen genetischen Basis der Rasse vor dem Kauf nach Gesundheitszeugnissen und dem Inzuchtgrad der Elterntiere fragen, idealerweise mit Rückversicherung durch den französischen Zuchtverein.
  • Zweithund-Haltung nur mit bekannten, verträglichen Hunden planen, gegenüber fremden Hunden außerhalb der eigenen Meute zeigt sich die Rasse Berichten zufolge eher zurückhaltend bis unverträglich.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Sehr enger genetischer Zuchtpool: Nach dem Zweiten Weltkrieg überlebten nur zwei Hunde, die Rasse wurde danach mit Poitevin-Linien neu aufgebaut. Das erhöht bis heute das Risiko für Erbkrankheiten und macht eine sorgfältige Zuchtplanung wichtig.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Billy hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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