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Lele

Bergamasker Hirtenhund

Gelassener Denker mit zottigem Schutzfell

auch bekannt als Bergamasker, Cane da Pastore Bergamasco, Bergamasco, Bergamasco Shepherd

groß (L)Italien
Bergamasker Hirtenhund steht im Schnee vor einem weißen Gartenzaun, charakteristische Zotteln im Fell.
Bergamasker Hirtenhund im PorträtFoto: Towncommon · CC BY-SA 4.0
Bergamasker Hirtenhund liegt entspannt auf einer Steintreppe zuhause, Fell in typischen verfilzten Strähnen.
Bergamasker Hirtenhund zu HauseFoto: CT M · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 54 bis 62 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 26 bis 38 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 21 Welpen
Fell
Zotteliges Haar, bildet ab dem ersten Lebensjahr natürliche Filzplatten (Flocken), Die Flocken entstehen von selbst und werden von Hand auseinandergezupft statt gebürstet, dafür braucht ein Bad wegen der dichten Unterwolle sehr lange zum Trocknen.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 194

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Bergamasker Hirtenhund im Porträt

Der Bergamasker Hirtenhund stammt aus den Alpentälern rund um Bergamo in Norditalien, wo er über Jahrhunderte Schafherden führte und beim saisonalen Almabtrieb von den Weiden in die Po-Ebene begleitete. Die Rasse gilt als eine der ältesten italienischen Hirtenhundrassen, die ersten Zuchtbucheinträge stammen aus dem Jahr 1891. Nach den Weltkriegen war der Bestand stark geschrumpft, ab 1949 wurde die Rasse gezielt wieder aufgebaut. Der FCI-Standard beschreibt den Bergamasker als Hund, der Wachsamkeit, Konzentrationsfähigkeit und ein ausgeglichenes Wesen mit der Fähigkeit verbindet, selbst Entschlüsse zu fassen. Das passt zu seiner ursprünglichen Aufgabe: Er musste die Herde oft ohne ständige Anweisung des Hirten führen und beschützen. Im Alltag bedeutet das einen Hund, der aufmerksam und wachsam ist, aber tendenziell in eigenem Tempo mitdenkt statt jedes Kommando sofort auszuführen. Fremden gegenüber zeigt er eine gewisse natürliche Zurückhaltung, soll dabei laut Standard aber ausdrücklich weder ängstlich noch aggressiv sein. Zu seinen Menschen baut er eine enge Bindung auf. Prägendstes Merkmal ist das Fell: Es bildet ab dem ersten Lebensjahr von selbst dicke, ziegenhaarähnliche Filzplatten, die den Hund vor Kälte und Nässe schützen. Gebürstet wird dieses Fell nicht, stattdessen werden die entstehenden Zotten von Hand vorsichtig getrennt, damit sie nicht bis auf die Haut verfilzen. Baden dauert wegen der dichten Unterwolle entsprechend lange zum Trocknen, und der Hund braucht regelmäßig Auslauf im Freien, damit sich im Fell kein unangenehmer Geruch festsetzt. Bewegungsbedarf und Energielevel sind moderat, der Bergamasker ist kein Hund, der ständig ausgepowert werden will, aber auch kein reiner Couchhund. Gut passt die Rasse zu Menschen, die Zeit und Geduld für die besondere Fellpflege mitbringen und einen eigenständig denkenden, aufmerksamen Begleiter schätzen, der nicht auf reinen Kommandogehorsam getrimmt werden möchte. Weniger geeignet ist er für alle, die einen pflegeleichten Anfängerhund oder einen ständig hochenergetischen Actionhund suchen. Vor der Anschaffung lohnt ein Besuch bei erfahrenen Züchtern oder Haltern, um die Fellpflege einmal in der Praxis zu sehen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Die Filzplatten bilden sich meist zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, in dieser Phase muss das Fell regelmäßig von Hand in Flocken auseinandergezupft werden, sonst verfilzt es schmerzhaft bis auf die Haut. Plane dafür wöchentlich feste Zeit ein und informiere dich vorab bei erfahrenen Haltern über die Technik.
  • Ein Bad braucht wegen der dicken Unterwolle deutlich länger zum Trocknen als bei kurzhaarigen Rassen, oft mehrere Stunden. Plane Baden nur an Tagen, an denen der Hund danach warm und trocken drinnen bleiben kann.
  • Als früherer eigenständig arbeitender Hirtenhund reagiert er auf Druck und harsche Korrekturen ungünstig. Training sollte konsequent, aber ruhig und geduldig aufgebaut werden, gut geeignet sind Beschäftigungen wie Mantrailing, Dogdance oder Agility im moderaten Tempo.
  • Wird der Hund viel in engen Räumen oder im Zwinger gehalten, kann sich im dichten Fell unangenehmer Geruch festsetzen. Regelmäßiger Auslauf im Freien und ein Zuhause mit Garten oder täglichen langen Spaziergängen sind der Fellhygiene zuträglicher als reine Wohnungshaltung ohne Bewegung.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bergamasker Hirtenhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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