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Lele

Bearded Collie

Fröhlicher Wuschelkopf mit wachem Hütehund-Verstand

auch bekannt als Beardie

mittelgroß (M)Großbritannien
Bearded Collie im Porträt mit typisch zottigem Fell und Gesichtsfransen
Bearded Collie im Porträt
Zwei Bearded Collies beim Spaziergang nebeneinander an der Leine
Bearded Collie unterwegs
Bearded Collie steht aufmerksam auf einer herbstlichen Wiese im Park
Bearded Collie unterwegs

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 51 bis 56 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 27 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 405 Welpen
Fell
Langhaar, glatt und rau, Regelmäßiges, gründliches Bürsten mehrmals pro Woche ist Pflicht, sonst verfilzt das doppellagige Fell schnell, besonders hinter den Ohren und in den Achseln. Geschnitten wird es traditionell nicht, um die rassetypische Optik zu bewahren.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 271

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Bearded Collie im Porträt

Der Bearded Collie stammt aus Schottland, wo er über Jahrhunderte als robuster Hütehund für Schafe und Rinder im rauen Hochlandklima eingesetzt wurde. Sein zotteliges, wetterfestes Doppelfell schützte ihn bei der Arbeit im Freien, und genau dieser Ursprung prägt sein Wesen bis heute: Er ist ein wacher, unternehmungslustiger Hund mit ausgeprägtem Bewegungsdrang und dem Wunsch, sich einzubringen. Der FCI Standard beschreibt den Bearded Collie als lebhaft, selbstbewusst und aktiv, ohne Nervosität oder Aggression. Diese Beschreibung trifft den Alltag gut: Beardies gelten als menschenbezogen, verspielt und meist offen gegenüber Fremden, wobei sie eine eigene, manchmal sture Note behalten. Der angeborene Wunsch zu gefallen macht das Training grundsätzlich gut machbar, verlangt aber Konsequenz und Abwechslung, sonst wird dem Hund schnell langweilig. Im Alltag braucht ein Bearded Collie ausgiebige Bewegung und Kopfarbeit, etwa durch Hüteanlagen Ersatz, Agility oder lange Spaziergänge mit kleinen Aufgaben. Das lange, raue Deckhaar mit weicher Unterwolle sieht aufwendig aus, lässt sich mit regelmäßigem, gründlichem Bürsten aber gut im Griff behalten. Wird das Fell vernachlässigt, verfilzt es rasch, besonders hinter den Ohren und in den Achseln. Geschnitten wird es traditionell nicht, um die rassetypische Optik zu bewahren. Gesundheitlich gilt die Rasse als vergleichsweise robust, allerdings kommen in der Zuchtpopulation wiederkehrend Autoimmunerkrankungen wie Pemphigus foliaceus, eine Nebennierenrindenschwäche sowie Augenerkrankungen wie Katarakt und fortschreitende Netzhautatrophie vor. Interessenten sollten beim Züchter nach entsprechenden Gesundheitschecks der Elterntiere fragen. Der Bearded Collie passt gut zu aktiven Menschen oder Familien, die täglich mehrere Stunden Zeit für Bewegung, Beschäftigung und Fellpflege einplanen können und Freude an einem eigenwilligen, humorvollen Wesen haben. Für Halter, die einen ruhigen Sofahund oder pflegeleichten Begleiter mit wenig Zeitbudget suchen, ist er dagegen die falsche Wahl: Unterforderung und vernachlässigte Fellpflege führen bei dieser Rasse schnell zu Frust auf beiden Seiten. Rassespezifische Gesundheitsumfragen aus Großbritannien nennen zudem Tumorerkrankungen neben hohem Alter als eine der häufigsten Todesursachen der Rasse.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens eineinhalb bis zwei Stunden Bewegung und zusätzliche Kopfarbeit ein, sonst zeigt sich Unterforderung schnell in Unruhe oder häufigem Bellen.
  • Bürste das Fell mehrmals pro Woche gründlich bis auf die Haut, besonders hinter Ohren und in den Achseln, sonst verfilzt es innerhalb weniger Wochen und ein Scheren wird nötig.
  • Frag beim Züchter gezielt nach Augenuntersuchungen der Elterntiere und nach Hinweisen auf Autoimmunerkrankungen in der Blutlinie, bevor du dich für einen Welpen entscheidest.
  • Wegen seines Hütehund Erbes reagiert der Bearded Collie oft empfindlich auf strenge, eintönige Erziehungsmethoden. Kurze, kreative Trainingseinheiten mit Abwechslung funktionieren deutlich besser.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Pemphigus foliaceus (Autoimmunerkrankung der Haut)
  • Nebennierenrindenschwäche (Hypoadrenokortizismus, umgangssprachlich Morbus Addison)
  • Katarakt und fortschreitende Netzhautatrophie (PRA)
  • Ellenbogenluxation
  • Tumorerkrankungen, laut britischen Gesundheitsumfragen neben hohem Alter eine der häufigsten Todesursachen der Rasse

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bearded Collie hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen aus zwei Ratgebern ohne erkennbares Datum, eine Bestätigung aus der Zeit nach dem Welpenboom 2020/21 fehlt. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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