Zum Inhalt springen
Lele

Bayerischer Gebirgsschweisshund

Ruhiger Fährtenspezialist mit enger Bindung

auch bekannt als BGS

mittelgroß (M)Deutschland
Bayerischer Gebirgsschweißhund blickt wachsam vor einer Berglandschaft in die Kamera, rotbraunes Fell mit dunkler Zeichnung.
Bayerischer Gebirgsschweisshund im Porträt
Bayerischer Gebirgsschweißhund läuft mit erhobener Pfote durch frisch gefallenen Schnee.
Bayerischer Gebirgsschweisshund unterwegsFoto: Ralf Lotys (Sicherlich) · CC BY 2.5
Bayerischer Gebirgsschweißhund liegt entspannt im Gras und streckt die Zunge heraus.
Bayerischer Gebirgsschweisshund zu HauseFoto: Original uploader was Watts at pl.wikipedia · Gemeinfrei

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 44 bis 52 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 17 bis 30 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 52 Welpen
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes Fell ist pflegeleicht, die schweren, hängenden Ohren brauchen aber regelmäßige Kontrolle und Reinigung.
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 217

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Bayerischer Gebirgsschweisshund im Porträt

Der Bayerische Gebirgsschweisshund entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Bad Reichenhall. Baron Karg-Bebenburg kreuzte den schweren Hannoverschen Schweisshund mit roten Gebirgsbracken, weil der Hannoversche für die Nachsuche im steilen Bergrevier zu unbeweglich war. Das Ergebnis war ein leichterer, sehr beweglicher Spezialist für die Nachsuche auf krankgeschossenes Schalenwild, der bis heute genau dafür gezüchtet wird. Seit 1912 wacht der Klub für Bayerische Gebirgsschweisshunde in München als einziger anerkannter Zuchtverein über die Rasse, und die Zuchtzulassung ist eng an die jagdliche Leistung gekoppelt. Laut FCI Standard ist der Bayerische Gebirgsschweisshund ruhig und ausgeglichen, seinem Menschen anhänglich zugetan und Fremden gegenüber eher zurückhaltend. Gefordert wird ein in sich gefestigter, selbstsicherer Hund, der weder scheu noch aggressiv auftritt. Im Einsatz arbeitet er konzentriert und meist leise auf der Wundfährte, statt wie ein Meutehund laut zu jagen. Das prägt auch seinen Charakter im Alltag: kein Kläffer, aber ein Hund mit sehr feiner Nase und einem ausgeprägten Jagdtrieb. Im Alltag braucht er deutlich mehr als den üblichen Spaziergang. Echte Nasenarbeit, Fährten oder Suchspiele sind für ihn kein Extra, sondern ein Grundbedürfnis, ohne das er schnell unausgelastet und frustriert wirkt. Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht, die schweren, hängenden Ohren wollen aber regelmäßig kontrolliert werden, weil sie anfälliger für Ohrenentzündungen sind als aufrechte Ohren. Wegen des starken Jagdtriebs gehört ein sicher eingezäuntes Grundstück und verlässliches Rückruftraining zur Grundausstattung, freier Auslauf in Wildgebieten ohne Sicherung ist keine gute Idee. Wichtig zu wissen: Der deutsche Zuchtverein gibt Welpen ausschliesslich an Jägerinnen und Jäger ab, die als Schweisshundeführer arbeiten. Wer der Rasse begegnet, trifft meist einen erwachsenen Hund aus einem Jagdhaushalt, keinen Welpen vom klassischen Familienzüchter. Die Rasse passt zu erfahrenen, aktiven Menschen mit echtem Bezug zur Nasenarbeit, sei es jagdlich oder über Mantrailing und Fährtensport. Für Einsteiger, reine Wohnungshaltung oder alle, die einen ruhigen Couch Begleiter suchen, ist sie dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der Zuchtverein gibt Welpen ausschliesslich an Jäger ab, die eine Ausbildung zum Schweisshundeführer absolvieren. Wer die Rasse als reinen Familienhund sucht, wird über den anerkannten Zuchtverein keinen Welpen bekommen und trifft die Rasse eher als erwachsenen Hund aus einem Jagdhaushalt.
  • Braucht täglich mehrere Stunden Bewegung mit echter Nasenarbeit wie Fährtensuche oder Suchspielen. Ohne diese Auslastung entwickelt er Frust und sucht sich selbst eine Beschäftigung, die den Menschen selten gefällt.
  • Die schweren, herabhängenden Ohren brauchen mindestens wöchentliche Kontrolle und bei Bedarf Reinigung, um Ohrenentzündungen vorzubeugen.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs ist ein sicher eingezäunter Garten und konsequentes, früh begonnenes Rückruftraining Pflicht. Freier Auslauf in Wildgebieten ohne Leine oder Schleppleine ist keine gute Idee.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Neigt aufgrund der schweren, hängenden Ohren zu Ohrenentzündungen, weil der Gehörgang schlechter belüftet wird als bei Hunden mit aufrechten Ohren.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bayerischer Gebirgsschweisshund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Bayerischer Gebirgsschweisshund zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.