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Lele

Basset Hound

Gemütlicher Sturkopf mit feiner Nase

auch bekannt als Basset

mittelgroß (M)Großbritannien
Basset Hound Portrait mit langen samtigen Ohren und treuem Blick
Basset Hound im Porträt
Dreifarbiger Basset Hound liegt auf einer Wiese vor einem blühenden Baum
Basset Hound im Porträt
Junger Basset Hound rennt mit fliegenden Ohren über eine Wiese
Basset Hound unterwegs

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 33 bis 38 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 32 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 91 Welpen
Fell
Kurzhaar, Das kurze, glatte Fell ist pflegeleicht. Dafür brauchen die langen Hängeohren, die Augen und die Hautfalten regelmäßige Kontrolle und Reinigung.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 163

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
sehr ruhig, geringe Energie (1 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Basset Hound im Porträt

Der Basset Hound geht auf niederläufige französische Laufhunde zurück, die der Überlieferung nach schon im Mittelalter von Mönchen für die Jagd im dichten Unterholz gezüchtet wurden: kurze Beine, damit die Nase tief am Boden bleibt. Zur heutigen Rasse perfektioniert wurde er in Großbritannien, wo man ihn für die ausdauernde, langsame Hasenjagd in der Meute einsetzte. Dieses Erbe wirkt bis heute nach: Der Basset ist ein Nasentier durch und durch, das einer spannenden Spur mit beeindruckender Hartnäckigkeit folgt. Im Wesen beschreibt ihn der FCI-Standard als gelassen, anhänglich und niemals aggressiv oder ängstlich. Genau so erleben ihn die meisten Menschen: ein gutmütiger, geduldiger Hund mit tiefer, melodischer Stimme, der Gesellschaft liebt und sich in der Regel gut mit Artgenossen versteht, schließlich wurde er für das Leben in der Meute gezüchtet. Gleichzeitig ist er ein eigenständiger Jagdhund: Er entscheidet gern selbst, ob sich Gehorsam gerade lohnt. Training braucht Humor, Geduld und gute Belohnungen, schnelle Unterordnung darfst du nicht erwarten. Im Alltag genügt dem Basset kein kurzer Gassigang, er ist trotz seiner Gemütlichkeit ein arbeitender Laufhund mit erstaunlicher Ausdauer. Lange, ruhige Spaziergänge mit viel Schnüffelzeit und Nasenarbeit passen perfekt zu ihm. Wegen seines ausgeprägten Jagdtriebs gehört er an die Leine oder in sicher eingezäuntes Gelände. Sein Körperbau ist zugleich seine größte Schwachstelle: Die zuchtbedingt stark verkürzten Beine, der lange, schwere Rücken, die lose Haut und die überlangen Ohren begünstigen Bandscheibenvorfälle, Augen-, Haut- und Ohrenentzündungen. Die Rasse taucht deshalb in der Qualzucht-Diskussion auf. Achte bei Züchtern auf moderate Linien mit Bodenfreiheit, sichtbaren Augen ohne stark hängende Lider und dokumentierten Gesundheitschecks. Treppen und Sprünge solltest du ihm möglichst ersparen, Übergewicht konsequent vermeiden. Der Basset Hound passt zu Menschen mit Zeit, Gelassenheit und Freude an gemeinsamen Entdeckungstouren im Schnüffeltempo, auch zu Familien, die einen geduldigen, robusten Gefährten suchen. Er passt nicht zu sportlichen Ambitionen wie Joggen oder Radfahren, nicht zu Menschen, die schnellen Gehorsam erwarten, und nicht in einen Alltag mit viel Alleinsein oder vielen Treppen. Auch die Magendrehung gehört bei dieser tiefbrüstigen Rasse zu den ernstzunehmenden, potenziell lebensbedrohlichen Risiken und zählt neben Bandscheibenproblemen zu den häufigsten Todesursachen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich etwa 1 bis 1,5 Stunden ruhige, aber ausgiebige Spaziergänge mit viel Schnüffelzeit ein. Nasenarbeit wie Fährtensuche oder Mantrailing lastet den Spurhund deutlich besser aus als Ballspiele.
  • Führe ihn an der Leine oder lass ihn nur in sicher eingezäunten Bereichen frei laufen: Nimmt der Basset eine Spur auf, ist er oft nicht mehr ansprechbar. Ein zuverlässiger Rückruf braucht viel Training und gelingt trotzdem nicht immer.
  • Kontrolliere und reinige die Ohren mindestens wöchentlich, prüfe Augen und Hautfalten regelmäßig und plane das Tierarztbudget für Ohren-, Augen- und Rückenbehandlungen realistisch ein.
  • Vermeide Treppensteigen und Sprünge, etwa ins Auto, wegen des langen Rückens und der kurzen Beine möglichst ganz oder löse sie mit einer Rampe. Übergewicht konsequent verhindern, es belastet Rücken und Gelenke zusätzlich.
  • Als Meutehund bleibt der Basset ungern lange allein: Mehr als 2 bis 4 Stunden ohne Gesellschaft sollten die Ausnahme sein, sonst quittiert er das mitunter lautstark mit seiner tragenden Stimme.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Chondrodystrophie: Die rassetypisch stark verkürzten, teils verbogenen Gliedmaßen gehen mit früher Bandscheibendegeneration und einem erhöhten Risiko für Bandscheibenvorfälle (IVDD) einher, die bis zu Lähmungen führen können.
  • Chronische Ohrenentzündungen (Otitis externa): Die langen, schweren Hängeohren belüften den Gehörgang schlecht. Laut QUEN-Merkblatt ist das Risiko gegenüber Mischlingen um ein Mehrfaches erhöht.
  • Augenerkrankungen wie Ektropium (nach außen gekipptes Unterlid), Entropium, Cherry Eye und Glaukom, begünstigt durch die lose Haut am Kopf.
  • Hautprobleme: Faltendermatitis und Hefepilz-Infektionen (Malassezien) in den Hautfalten sowie primäre Seborrhoe.
  • Magendrehung (Magendilatation-Volvulus): Als tiefbrüstige, schwere Rasse trägt der Basset ein deutlich erhöhtes Risiko. Symptome und Notfallablauf sollten Halter kennen.
  • Ellbogendysplasie und andere Gelenkprobleme, gefördert durch das hohe Gewicht auf kurzen, gebogenen Läufen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Basset Hound hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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