Australischer Treibhund
Wendiger Arbeitshund mit eigenem Kopf und Herz für die Herde
auch bekannt als Blue Heeler, Red Heeler, Queensland Heeler, Australian Cattle Dog
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 43 bis 51 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 15 bis 30 kg
- Lebenserwartung
- typisch 13 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 124 Welpen
- Fell
- Kurzhaar, Kurzes, dichtes Doppelfell mit wasserabweisendem Deckhaar, im Alltag pflegeleicht, im jährlichen Fellwechsel (bei unkastrierten Hündinnen zweimal jährlich) aber mit spürbarem Bürstaufwand gegen die dichte Unterwolle.
- Herkunft
- Australien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 287
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- mittlerer Jagdtrieb (3 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Australischer Treibhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden aktive Auslastung ein, kombiniert aus Bewegung und Kopfarbeit wie Hüte-, Such- oder Nasenarbeit; reine Spaziergänge reichen dieser Rasse dauerhaft nicht.
- Wegen des ausgeprägten Hüteinstinkts neigen Australische Treibhunde dazu, spielende Kinder, Jogger oder Radfahrende an den Fersen zu zwicken; das Verhalten braucht frühes, gezieltes Training und aufmerksame Aufsicht in Familien mit kleinen Kindern.
- Lass dir beim Welpenkauf einen BAER-Hörtest sowie eine Hüftauswertung der Elterntiere zeigen: angeborene Taubheit (rund 12 Prozent einseitig, rund 2 Prozent beidseitig in Studien) und Hüftdysplasie sind in der Rasse dokumentiert.
- Die enge Bindung an eine feste Bezugsperson braucht von Welpenalter an konsequente, faire Führung; ohne klare Linie kippt die rassetypische Wachsamkeit leicht in Distanzlosigkeit gegenüber Fremden oder in Unsicherheit.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Angeborene Taubheit, einseitig oder beidseitig, gehäuft im Zusammenhang mit der blau oder rot getüpfelten Fellzeichnung
- Progressive Retinaatrophie (PRA) mit deutlich erhöhtem Risiko gegenüber dem Rassendurchschnitt anderer Hunde
- Hüftdysplasie, in Zuchtstudien bei einem relevanten Anteil der untersuchten Tiere nachgewiesen
- Muskuloskelettale Probleme und Unfallverletzungen als häufig dokumentierte Gesundheitsanlässe bei diesem sehr bewegungsintensiven Arbeitshund
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Australischer Treibhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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