Border Collie
Arbeitskopf, der Aufgaben einfordert
auch bekannt als Border, BC
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 46 bis 60 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 12 bis 25 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- sehr verbreitetStufe 5 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 1.053 Welpen
- Fell
- Stockhaar, glatt oder mäßig lang
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 297
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- sehr leicht trainierbar, hochgradig gehorsam (5 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Border Collie im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum realistisch einplanen: rund 1,5 bis 2 Stunden aktive Auslastung täglich, inklusive Kopfarbeit: Reines Gassigehen reicht bei den meisten Vertretern der Rasse nicht aus.
- Alleinbleiben ist nur schrittweise trainierbar; mehr als 4 bis 5 Stunden am Stück sind für einen durchschnittlichen Border Collie keine dauerhaft realistische Lösung.
- Fellpflege ist überschaubar: kein Trimmen nötig, aber 1 bis 2 Bürsteneinheiten pro Woche, während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst deutlich häufiger.
- Vor dem Kauf auf Zuchtnachweise zu Augenuntersuchung (Collie Eye Anomaly) und Hüftgelenks-Screening (HD) beim Zuchtverband achten.
- Bei Merle-gefärbten Welpen die Elternkombination prüfen: Die Verpaarung zweier Merle-Träger gilt in Deutschland als Qualzucht (erhöhtes Risiko für Taubheit und Blindheit) und ist verboten.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Collie Eye Anomaly (CEA): autosomal-rezessive Augenerkrankung, in Zuchtlinien der Rasse nachgewiesen; Gentest verfügbar.
- MDR1-Gendefekt: Genmutation, die die Verträglichkeit bestimmter Medikamente (z. B. Ivermectin, manche Narkosemittel) beeinträchtigt; beim Border Collie seltener als beim Collie, aber mit relevanter Häufigkeit in der Population vorhanden; Gentest verfügbar.
- Neuronale Ceroid-Lipofuszinose (NCL): seltene, schwere erbliche Speichererkrankung des Nervensystems in einzelnen Linien.
- Trapped Neutrophil Syndrome (TNS): seltener erblicher Immundefekt, über Gentest ausschließbar.
- Belastungsinduzierter Kollaps (Border Collie Collapse) bei intensiver körperlicher Anstrengung in einem Teil der Population beschrieben.
- Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt vor, im Schnitt seltener als bei vielen großwüchsigen Rassen; HD-Screening vor der Zucht empfohlen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Border Collie hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die Preise stammen aus Verkaufsportalen, nicht aus der Vereinszucht. Nimm die Spanne als groben Anhalt und vergleiche mehrere Züchter.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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