Australischer Schäferhund
Lernhungriger Hütehund, der Aufgaben braucht
auch bekannt als Aussie, Australian Shepherd
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 46 bis 58 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 16 bis 32 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 523 Welpen
- Fell
- Mittellanges, welliges Haar, Regelmäßiges Bürsten reicht meist aus; während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst fällt deutlich mehr Haar an, dann ist häufigeres Bürsten sinnvoll.
- Herkunft
- USA
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 342
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- sehr leicht trainierbar, hochgradig gehorsam (5 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Australischer Schäferhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungsbedarf realistisch einplanen: im Schnitt eher 1,5 bis 2 Stunden aktive Auslastung täglich plus Kopfarbeit, reine Gassi-Runden reichen meist nicht.
- Alleinbleiben ist für viele Aussies keine Stärke: kurzes, stundenweises Alleinsein früh und schrittweise trainieren, ganze Arbeitstage ohne Betreuung sind selten fair für den Hund.
- Fellpflege ist im normalen Alltag überschaubar (etwa 1 bis 2 mal wöchentlich bürsten), während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst aber spürbar aufwendiger.
- Vor dem Kauf Zuchtnachweise prüfen: HD/ED-Röntgen und Augenuntersuchung der Elterntiere einfordern und auf keinen Fall Merle mit Merle verpaaren lassen (Doppel-Merle-Risiko für Taubheit/Blindheit).
- Der Hütetrieb zeigt sich im Alltag oft als Nachlaufen und sanftes Hüten von Kindern, Joggern oder Radfahrern. Frühes, konsequentes Training kanalisiert das.
- Kein Hund für Anfänger ohne Zeitbudget: bei Unterforderung neigt die Rasse zu Unruhe, verstärktem Bellen oder eigenständiger Beschäftigung mit der Wohnungseinrichtung.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüft- und Ellenbogendysplasie (HD/ED): Röntgenuntersuchung der Zuchttiere ist bei seriösen Züchtern Standard.
- Erbliche Augenerkrankungen wie Collie Eye Anomaly (CEA) und progressive Retinaatrophie (PRA).
- MDR1-Gendefekt: erhöhte Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Wirkstoffen, etwa manchen Wurmmitteln oder Narkosemedikamenten.
- Neigung zu Epilepsie in einzelnen Linien.
- Bei Verpaarung zweier Merle-Elterntiere (Doppel-Merle) deutlich erhöhtes Risiko für Taubheit und schwere Augenfehlbildungen bis zur Blindheit.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Australischer Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Für den Australischen Schäferhund ist die Quellenlage dünn: Zwei große Ratgeber nennen exakt dieselbe Spanne, was eher fürs Abschreiben spricht als für eine unabhängige Bestätigung. Verlässlicher als eine Zahl ist hier das Gespräch mit dem Züchter und die Frage, ob er seinen Preis begründen kann.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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