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Lele

Slowakischer Rauhbart

Ausdauernder Jagdgefährte mit Bart und viel Bewegungsdrang

auch bekannt als Slovenský hrubosrstý stavač, Slovak Rough-haired Pointer

groß (L)Slowakei
Slowakischer Rauhbart sitzt aufmerksam auf einer Wiese mit heraushaengender Zunge.
Slowakischer Rauhbart im PorträtFoto: Martina Vernerová · Gemeinfrei
Slowakischer Rauhbart springt bei einem See ueber die Wiese, drahtiges Fell nass von Wasser.
Slowakischer Rauhbart unterwegsFoto: Martina Vernerová · Gemeinfrei

Steckbrief

Größe
groß (L), 57 bis 68 cm Schulterhöhe
Lebenserwartung
typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 16 Welpen
Fell
Rauhaar, Das raue, etwa 4 cm lange Deckhaar mit Bart und buschigen Augenbrauen braucht gelegentliches Trimmen von Hand, der Bart sollte nach dem Fressen und Trinken trockengehalten werden.
Herkunft
Slowakei
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 320

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Slowakischer Rauhbart im Porträt

Der Slowakische Rauhbart, im slowakischen Original Slovenský hrubosrstý stavač, entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in der Slowakei. Züchter um Koloman Slimák kreuzten Böhmisch Rauhbart, Weimaraner und Deutsch Drahthaar mit dem Ziel eines ausdauernden Allround-Jagdhundes, der in Feld, Wald und Wasser vorsteht, apportiert und Schweiß aufnimmt. Der FCI Standard führt ihn folgerichtig mit Arbeitsprüfung: Ohne Nachweis der jagdlichen Leistung ist die Rasse kaum vorstellbar, und die meisten Linien werden bis heute jagdlich geführt statt als reine Begleithunde. Im Wesen beschreibt der Standard ihn als gehorsam und leicht auszubilden, ein für Vorstehhunde typischer, sehr direkter Bezug zum Menschen. Er ist kein Wachhund und meldet eher zurückhaltend, dafür verlangt der ausgeprägte Jagd und Bewegungsdrang nach echter Auslastung: lange Runden, Wasserarbeit, Nasenarbeit und im Idealfall reguläre jagdliche Führung. Ohne diese Beschäftigung wird ein so vielseitig gezüchteter Hund schnell unzufrieden. Das raue, grau bis kastanienbraun schattierte Deckhaar mit Bart und buschigen Augenbrauen ist pflegeleichter als reines Langhaar, verlangt aber gelegentliches Trimmen von Hand und trockenen Umgang mit dem Bart nach dem Fressen. Der ältere FCI Standard nennt eine auf halber Länge kupierte Rute, in Deutschland ist das Kupieren jedoch grundsätzlich verboten und nur in engen, tierärztlich bescheinigten Ausnahmen für jagdlich geführte Hunde denkbar, die Rute bleibt bei den meisten hier lebenden Tieren also natürlich lang. In Deutschland ist der Slowakische Rauhbart eine echte Seltenheit, der VDH betreut die Rasse direkt ohne eigenen Rasseklub, Welpen kommen meist über wenige spezialisierte Züchter in der Slowakei oder Tschechien und über lange Wartelisten. Wer sich für die Rasse interessiert, sollte Import, Wartezeit und ein aktives, jagdlich orientiertes Zuhause fest einplanen. Für Familien mit viel Zeit für Bewegung und Kopfarbeit und für jagdlich aktive Halter kann er ein sehr treuer Partner sein, für ein ruhiges Stadtleben oder als erster Hund eignet er sich dagegen eher nicht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich ausgiebige Bewegung inklusive Wasserarbeit und Nasenarbeit, ein reiner Couch und Spaziergang Alltag wird der Rasse nicht gerecht.
  • Das raue Fell mit Bart und Augenbrauen sollte alle paar Wochen kontrolliert und bei Bedarf getrimmt werden, der Bart braucht nach dem Fressen und Trinken Trockenpflege.
  • In Deutschland sehr selten: meist nur über wenige spezialisierte Züchter in der Slowakei oder Tschechien und mit Wartezeiten von einem Jahr oder mehr zu bekommen, vorab prüfen, ob der Zuchtverein Gesundheitschecks der Elterntiere dokumentiert.
  • Vor der Anschaffung ehrlich klären, ob jagdliche Führung oder mindestens intensiver Hundesport möglich ist, die Linien sind überwiegend auf Jagdgebrauch gezüchtet.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Der Standard beschreibt einen über der Augenlinie angesetzten, hängenden Behang: Bei Hängeohren-Rassen begünstigt das eingeschränkte Belüften des Gehörgangs erfahrungsgemäß Ohrentzündungen, dazu liegen aber keine rassespezifischen Zahlen vor, es handelt sich um eine bauartbedingte Tendenz.
  • Der Standard fordert eine tiefe, bis zum Ellenbogen reichende Brust bei einer großrahmigen Rasse: Diese Kombination gilt bei großen, tiefbrüstigen Hunden allgemein als Risikofaktor für Magendrehung, auch hierzu fehlen rassespezifische Studien, es bleibt eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenzaussage.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Slowakischer Rauhbart hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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