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Lele

Bretonischer Spaniel

Passionierter Vorstehhund mit sanftem Wesen

auch bekannt als Bretone, Epagneul Breton, Bretonischer Vorstehhund, Brittany

mittelgroß (M)Frankreich
Bretonischer Spaniel im Portraet mit braun weisser Fellzeichnung, Schnee im Fell und wachem Blick.
Bretonischer Spaniel im Porträt
Bretonischer Spaniel sitzt zwischen weißen Waldblumen und schaut aufmerksam zur Seite.
Bretonischer Spaniel zu HauseFoto: Jeppeaugust · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 46 bis 52 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 13 bis 18 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 23 Welpen
Fell
Fein, leicht gewelltes Haar mit Befederung an Ohren, Läufen und Rute, Regelmäßiges Bürsten der Befederung an Ohren, Beinen und Rute reicht, insgesamt pflegeleicht.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 95

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Bretonischer Spaniel im Porträt

Der Bretonische Spaniel, französisch Epagneul Breton, stammt aus dem Zentrum der Bretagne und gilt als einer der ältesten Vorstehhunde vom Spaniel-Typ. Ein erster Standard entstand 1907 in Nantes, seither wurde die Rasse gezielt auf einen kompakten, wendigen Jagdbegleiter für die Feldjagd hin gezüchtet. Heute ist er in Frankreich die zahlenmäßig häufigste Vorstehhundrasse, in Deutschland aber vergleichsweise selten anzutreffen. Der FCI-Standard beschreibt ihn als kleinsten Vorstehhund überhaupt: quadratisch gebaut, kompakt und kräftig, aber ohne Schwere, dazu ausgeglichen im Wesen und umgänglich im Umgang mit Menschen. Von Jugend an ist er ein passionierter, leicht abzurichtender Jäger mit hervorragendem Geruchssinn, der im Feld beharrlich, aktiv und selbständig in großem Radius sucht, vorsteht und Beute zuverlässig zurückbringt. Diese Arbeitsanlage prägt auch den Alltag als Familienhund: Er ist aufgeweckt, kontaktfreudig und lernt schnell, will aber unbedingt beschäftigt werden. Ohne ausreichend Bewegung, am besten mit Nasenarbeit, Dummytraining oder tatsächlicher Jagdbegleitung, neigt er zu Unzufriedenheit und Ungeduld. Zwei bis drei Stunden Auslastung täglich sind eher die Regel als die Ausnahme. Das feine, leicht gewellte Fell mit Befederung an Ohren, Läufen und Rute braucht regelmäßiges Bürsten, ist aber insgesamt pflegeleicht. Auffällig ist die kurze oder ganz fehlende Rute, ein natürliches Merkmal der Rasse, das schon im ersten Standard von 1908 festgehalten wurde. Gesundheitlich sind vor allem Hüftgelenksdysplasie und in geringerem Maß Ellenbogendysplasie sowie ein erhöhtes Glaukom-Risiko dokumentiert, die Lebenserwartung liegt Studien zufolge im Median zwischen elf und knapp dreizehn Jahren. Der Bretonische Spaniel passt zu aktiven Menschen, die Freude an gemeinsamer Feld- oder Nasenarbeit haben und ihm täglich viel Auslauf und Kopfarbeit bieten können, im Idealfall mit jagdlichem oder sportlichem Hintergrund. Für ruhige Wohnungshaltung ohne ausreichend Bewegung, für sehr passive Familien oder als reiner Couchgefährte ist er dagegen ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich mehrere Stunden echte Auslastung, idealerweise mit Nasenarbeit, Dummytraining oder Jagdbegleitung, reines Spazierengehen reicht auf Dauer nicht.
  • Der ausgeprägte Jagdtrieb verlangt konsequentes Rückruftraining ab dem Welpenalter und in wildreichen Gebieten meist dauerhafte Leinenführung oder einen sicher eingezäunten Auslauf.
  • Vor der Anschaffung beim Züchter nach HD-Röntgenergebnissen und Augenuntersuchungen der Elterntiere fragen, beides sind belegte Dispositionen der Rasse.
  • Wegen des natürlichen kurzen oder fehlenden Rutenansatzes bei der Zuchtauswahl auf gesunde Wirbelsäulenentwicklung achten und danach fragen, ob die Elterntiere unauffällig sind.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD), rassetypisch überdurchschnittlich häufig dokumentiert
  • Ellenbogendysplasie (ED), seltener als HD, aber nachgewiesen
  • erhöhtes Risiko für Glaukom im Vergleich zum Rassedurchschnitt aller Hunde
  • natürlich kurze oder fehlende Rute (Anurie/Brachyurie), ein altes, im Standard verankertes Rassemerkmal ohne Kupierung

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bretonischer Spaniel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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