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Lele

Portugiesischer Vorstehhund

Treuer Jagdbegleiter mit ruhigem, anhänglichem Gemüt

auch bekannt als Perdigueiro Português

mittelgroß (M)Portugal
Portugiesischer Vorstehhund liegt auf Kopfsteinpflaster, sandfarbenes Fell mit weißer Blesse.
Portugiesischer Vorstehhund im PorträtFoto: Afonso Silva · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 48 bis 60 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 16 bis 27 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, straffes Haar ohne Unterwolle. Wöchentliches Abbürsten reicht, gelegentliches Nachsehen der Hängeohren gehört dazu.
Herkunft
Portugal
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 187

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Portugiesischer Vorstehhund im Porträt

Der Portugiesische Vorstehhund, im Herkunftsland Perdigueiro Português genannt, stammt aus einer der ältesten Vorstehhundlinien der Iberischen Halbinsel. Seine Vorfahren dienten schon im 14. Jahrhundert als Podengo de Mostra der Falkenjagd, später wurde er unter dem Namen Perdigueiro (nach perdiz, Rebhuhn) zum bevorzugten Jagdbegleiter für die Rebhuhnjagd. Dieser Zuchtzweck prägt die Rasse bis heute: ein robuster, ausdauernder Hund, der eng an der Seite des Jägers arbeitet. Der FCI-Standard beschreibt ihn als extrem freundlich und anhänglich, ruhig und gesellig, dabei anderen Hunden gegenüber etwas zurückhaltend bis hochmütig. Von Natur aus neugierig und beharrlich, bleibt er ein begeisterter Jagdhund mit ausgeprägtem Jagdtrieb, der im Alltag ohne jagdliche oder vergleichbar intensive Beschäftigung schnell unterfordert wirkt. Menschen gegenüber gilt er als anhänglich und wenig eigenständig, weshalb er sich an seine Bezugsperson eng bindet. Im Alltag braucht die Rasse viel Bewegung und geistige Auslastung, idealerweise mit Bezug zur Nasenarbeit oder tatsächlichem Jagdeinsatz. Das kurze, dichte Haar ohne Unterwolle ist pflegeleicht, die Hängeohren wollen aber regelmäßig kontrolliert werden, weil sich darunter leichter Feuchtigkeit und Schmutz stauen als bei Stehohren. Rassespezifische Gesundheitsdaten sind kaum publiziert, aus dem Körperbau lassen sich lediglich Tendenzen ableiten: hängende Ohren begünstigen grundsätzlich Ohrentzündungen, und ein tiefer, breiter Brustkorb ist bei mittelgroßen bis größeren Hunden ein allgemeiner Risikofaktor für Magendrehung, weshalb mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen empfehlenswert sind. In Deutschland ist der Portugiesische Vorstehhund eine echte Rarität, verlässliche Welpen findet man praktisch nur über Zuchtstätten in Portugal oder wenige spezialisierte Vermittler, entsprechend länger dauert die Suche und ein Import will gut vorbereitet sein. Die Rasse passt zu aktiven, jagdlich interessierten oder zumindest sehr auslastungsbereiten Menschen, die Zeit für tägliche ausgedehnte Bewegung und Beschäftigung mitbringen und Erfahrung mit eigenständig denkenden Jagdhunden haben. Für Wohnungshaltung ohne Auslauf, für sehr ruhige Haushalte oder für Einsteiger ohne Zeit für intensive Beschäftigung ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Ohne echte Beschäftigung mit Nasenarbeit, Fährte oder Jagd wird die Rasse im Alltag schnell unausgelastet und ruhelos, plane täglich mehrere Stunden aktive Bewegung ein.
  • Welpen sind in Deutschland kaum verfügbar, rechne mit Wartezeit und wahrscheinlich einem Import aus Portugal inklusive der damit verbundenen Kosten und Formalitäten.
  • Die Hängeohren regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf reinigen, um Ohrentzündungen vorzubeugen.
  • Der ausgeprägte Jagdtrieb macht ein solides Rückruftraining und ausbruchsicheres Grundstück zur Voraussetzung, freies Laufen an unbekannten Orten ist ohne Training riskant.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Tendenziell erhöhtes Risiko für Ohrentzündungen durch die hängende Ohrform, mit regelmäßiger Kontrolle meist gut zu managen (körperbaulich abgeleitet, keine rassespezifische Studienlage gefunden).
  • Tiefer, breiter Brustkorb als allgemeiner Risikofaktor für Magendrehung bei mittelgroßen bis größeren Hunden, mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen werden empfohlen (körperbaulich abgeleitet).

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Portugiesischer Vorstehhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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