Perdiguero von Burgos
Gelassener Nasenprofi mit ruhigem Gemüt
auch bekannt als Perdiguero Burgalés, Burgos Pointer

Steckbrief
- Größe
- groß (L), 59 bis 67 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 25 bis 30 kg
- Lebenserwartung
- typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Kurzhaar, Kurzes, dichtes Fell mit wenig Pflegeaufwand: gelegentliches Bürsten reicht, dafür lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die großen Hängeohren.
- Herkunft
- Spanien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 90
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Perdiguero von Burgos im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Beschaffung: als in Deutschland extrem seltene Rasse meist nur über spanische Züchter oder Jagdverbände zu bekommen, plane Wartezeit und Importaufwand realistisch ein.
- Beschäftigung: als Vorstehhund braucht er regelmäßige Nasenarbeit und Bewegung im Gelände, nicht nur kurze Gassirunden im Wohngebiet.
- Jagdliche Herkunft: die meisten verfügbaren Linien werden aktiv jagdlich geführt, ein reines Familienleben ohne jede Auslastung passt selten zu diesem Zuchtziel.
- Ohrenpflege: große, schwere Hängeohren begünstigen ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang, regelmäßiges Kontrollieren und bei Bedarf Reinigen beugt Entzündungen vor.
- Fütterung bei großen, tiefbrüstigen Hunden: mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe nach dem Fressen senken das Risiko einer Magendrehung.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Ohrentzündungen: die großen, schweren Hängeohren mit ausgeprägtem Venennetz begünstigen laut Körperbau ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang, das Entzündungen fördern kann. Rassespezifische Studien dazu fehlen, das ist eine aus dem Standard abgeleitete Tendenz.
- Magendrehung: der Standard beschreibt einen tiefen, bis zum Ellenbogen reichenden Brustkorb, ein Merkmal, das bei großen Rassen generell mit einem erhöhten Magendrehungsrisiko einhergeht. Auch hier gilt: Tendenz aus dem Körperbau, kein belegter Rassebefund.
- Enger Genpool: die Rasse überstand im 20. Jahrhundert einen drastischen Bestandseinbruch mit anschließendem Wiederaufbau aus wenigen Tieren, was das Risiko erblich bedingter Gesundheitsprobleme in einzelnen Linien erhöhen kann. Belastbare aktuelle Gesundheitsdaten zur Rasse sind nicht auffindbar, das bleibt eine Lücke in der Quellenlage.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Perdiguero von Burgos hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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