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Lele

Perdiguero von Burgos

Gelassener Nasenprofi mit ruhigem Gemüt

auch bekannt als Perdiguero Burgalés, Burgos Pointer

groß (L)Spanien
Perdiguero von Burgos sitzt aufmerksam vor einer alten Metalltuer
Perdiguero von Burgos im PorträtFoto: Camaxtli kennel · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 59 bis 67 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 30 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes Fell mit wenig Pflegeaufwand: gelegentliches Bürsten reicht, dafür lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die großen Hängeohren.
Herkunft
Spanien
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 90

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Perdiguero von Burgos im Porträt

Der Perdiguero von Burgos stammt aus der nordspanischen Region um Burgos in Kastilien und geht vermutlich auf Kreuzungen des Sabueso Español mit alten iberischen Vorstehhundlinien zurück. Er wurde für die Jagd auf Niederwild und Federwild gezüchtet: ruhiges, methodisches Revieren, sicheres Vorstehen und zuverlässiges Apportieren stehen seit Jahrhunderten im Zentrum der Zuchtauswahl, nicht Tempo oder Schärfe. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg schrumpfte die Population drastisch, erst ab den 1950er Jahren wurde gezielt wieder aufgebaut. Bis heute bleibt die Rasse fast ausschließlich in spanischer Jägerhand, außerhalb Spaniens ist sie eine echte Rarität. Der FCI Standard beschreibt einen robusten, ausgeglichenen und ruhig gesetzten Hund mit vorzüglichem Geruchssinn und einem sanften, fast schwermütig wirkenden Blick. Sein Wesen gilt als fügsam und intelligent, im Feld arbeitet er konzentriert und selbstständig, zuhause zeigt er sich in der Regel gelassen und wenig hektisch. Als reinrassiger Arbeitshund braucht er trotzdem tägliche, sinnvolle Auslastung: lange Nasenarbeit, ausgedehnte Spaziergänge im Gelände oder eine geführte Jagdausbildung passen besser zu ihm als reine Wohnungshaltung ohne Beschäftigung. Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht, die großen Hängeohren mit dem ausgeprägten Venennetz verdienen dafür regelmäßige Kontrolle. Traditionell wurde die Rute des Perdiguero laut Standard kupiert, in Deutschland ist das Kupieren von Hunderuten nach dem Tierschutzgesetz jedoch grundsätzlich verboten, Welpen aus deutscher oder verantwortungsvoller europäischer Zucht behalten die Rute deshalb unkupiert. Wer sich für diese Rasse interessiert, muss sich auf lange Wartezeiten, wahrscheinlich einen Import aus Spanien und meist ausschließlich jagdlich geführte Zuchtlinien einstellen. Passend ist der Perdiguero für erfahrene, jagdlich interessierte oder zumindest sehr auslastungsbereite Halter mit Zugang zu weitläufigem Gelände. Für Anfänger, reine Couch oder Stadtwohnung ohne Feldarbeit ist er dagegen eher keine gute Wahl, ebenso wenig für Haushalte, die vor allem einen ruhigen Schoßhund suchen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Beschaffung: als in Deutschland extrem seltene Rasse meist nur über spanische Züchter oder Jagdverbände zu bekommen, plane Wartezeit und Importaufwand realistisch ein.
  • Beschäftigung: als Vorstehhund braucht er regelmäßige Nasenarbeit und Bewegung im Gelände, nicht nur kurze Gassirunden im Wohngebiet.
  • Jagdliche Herkunft: die meisten verfügbaren Linien werden aktiv jagdlich geführt, ein reines Familienleben ohne jede Auslastung passt selten zu diesem Zuchtziel.
  • Ohrenpflege: große, schwere Hängeohren begünstigen ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang, regelmäßiges Kontrollieren und bei Bedarf Reinigen beugt Entzündungen vor.
  • Fütterung bei großen, tiefbrüstigen Hunden: mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe nach dem Fressen senken das Risiko einer Magendrehung.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Ohrentzündungen: die großen, schweren Hängeohren mit ausgeprägtem Venennetz begünstigen laut Körperbau ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang, das Entzündungen fördern kann. Rassespezifische Studien dazu fehlen, das ist eine aus dem Standard abgeleitete Tendenz.
  • Magendrehung: der Standard beschreibt einen tiefen, bis zum Ellenbogen reichenden Brustkorb, ein Merkmal, das bei großen Rassen generell mit einem erhöhten Magendrehungsrisiko einhergeht. Auch hier gilt: Tendenz aus dem Körperbau, kein belegter Rassebefund.
  • Enger Genpool: die Rasse überstand im 20. Jahrhundert einen drastischen Bestandseinbruch mit anschließendem Wiederaufbau aus wenigen Tieren, was das Risiko erblich bedingter Gesundheitsprobleme in einzelnen Linien erhöhen kann. Belastbare aktuelle Gesundheitsdaten zur Rasse sind nicht auffindbar, das bleibt eine Lücke in der Quellenlage.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Perdiguero von Burgos hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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