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Lele

Italienischer Vorstehhund

Sanfter Spurenleser mit ruhigem Gemüt

auch bekannt als Bracco Italiano

groß (L)Italien
Italienischer Vorstehhund mit braun-weißem Fell steht wachsam im Garten.
Italienischer Vorstehhund im PorträtFoto: Poggiwiki · CC BY-SA 4.0
Kopfporträt eines Italienischen Vorstehhundes mit langen Hängeohren im Profil.
Italienischer Vorstehhund unterwegsFoto: Pleple2000 · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 55 bis 67 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 40 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 1 Welpen
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes Fell ist pflegearm, die Hängeohren sollten aber regelmäßig auf Rötung oder Geruch kontrolliert werden.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 202

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Italienischer Vorstehhund im Porträt

Der Bracco Italiano, im deutschen FCI-Standard offiziell Italienischer Vorstehhund genannt, zählt zu den ältesten Vorstehhundrassen Europas. Fresken aus dem 14. Jahrhundert belegen seine Existenz, ursprünglich wurde er zur Jagd mit Fangnetzen und später mit Feuerwaffen eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre die Rasse beinahe ausgestorben, engagierte italienische Züchter bauten den Bestand mühsam wieder auf. Außerhalb Italiens ist er bis heute selten, auch in Deutschland trifft man ihn kaum. Der FCI-Standard beschreibt sein Wesen als widerstandsfähig, zuverlässig und fügsam, mit rascher Auffassungsgabe und großer Lernfähigkeit. Der sanfte, fügsame Ausdruck der Augen ist rassetypisch. Gleichzeitig gilt er als sensibel und mitunter eigenwillig: harte Konsequenz verträgt er schlecht, konsequentes, geduldiges und motivierendes Training führt deutlich weiter. Fremden gegenüber zeigt er sich eher zurückhaltend statt überschwänglich, weshalb Sozialisierung von Welpe an wichtig ist. Als klassischer kontinentaler Vorstehhund vom Typ Braque wurde er für die ausdauernde Feldarbeit gezüchtet: verlängerter, schneller Trab, hochgetragener Kopf beim Stöbern, ausgeprägte Nasenarbeit. Entsprechend braucht er im Alltag deutlich mehr als kurze Gassirunden, im Idealfall abwechslungsreiche Fährten und Suchspiele zusätzlich zur Bewegung. Das kurze, dichte Fell ist pflegearm, die Hängeohren wollen aber regelmäßig kontrolliert werden, Ohr und Hautprobleme kommen in der Rasse vor. Gesundheitlich ist vor allem eine Nierenerkrankung namens Amyloidose zu nennen, die in der Rasse häufiger beschrieben wird als bei den meisten anderen Rassen und unbehandelt schnell verlaufen kann. Seriöse Zuchtstätten sollten Vorsorgeuntersuchungen ihrer Zuchttiere nachweisen können. Hüft und Ellbogendysplasie sowie Lidfehlstellungen wie Entropium und Ektropium sind ebenfalls beschrieben. Der Bracco Italiano passt zu aktiven, jagdlich interessierten oder zumindest sehr bewegungsfreudigen Menschen mit Erfahrung in ruhiger, konsequenter Hundeerziehung, die einen großen, sensiblen Begleiter mit Nasenleidenschaft suchen. Für Anfänger, die einen pflegeleichten Wohnungshund ohne Beschäftigungsanspruch möchten, ist er nicht die richtige Wahl, ebenso wenig für Haushalte, die ihn viele Stunden allein lassen müssen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung mit Nasenarbeit ein, etwa Fährten, Mantrailing oder Apportierspiele; reine Kurzspaziergänge werden diesem Vorstehhund nicht gerecht.
  • Setze auf geduldiges, konsequentes und motivierendes Training statt harter Hand: Der sensible Charakter reagiert auf Druck mit Rückzug oder Sturheit, weiche Führung mit klaren Regeln funktioniert deutlich besser.
  • Kontrolliere die Hängeohren regelmäßig und trockne sie nach dem Baden gründlich, um Ohrenentzündungen vorzubeugen; die Rasse gilt zudem als anfällig für Haut und Ohrprobleme.
  • Frage beim Züchter gezielt nach Vorsorgeuntersuchungen auf Nierenwerte (Amyloidose) sowie nach HD und ED Auswertungen der Elterntiere, seriöse Zuchtstätten legen diese Befunde offen.
  • Sozialisiere den Welpen früh und breit mit fremden Menschen und Alltagssituationen, da die Rasse Fremden gegenüber eher zurückhaltend als überschwänglich reagiert.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Renale Amyloidose: In der Rasse überdurchschnittlich häufig beschriebene Nierenerkrankung, meist zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr auftretend, unbehandelt mit kurzer Überlebenszeit nach Diagnose. Vorsorgeuntersuchungen der Zuchttiere gelten als wichtig.
  • Hüft und Ellbogendysplasie: Wie bei vielen großen, aktiven Rassen kommen Fehlstellungen der Hüft und Ellbogengelenke vor, seriöse Zuchtverbände lassen die Gelenke der Zuchttiere röntgen und auswerten.
  • Entropium und Ektropium: Lidfehlstellungen mit nach innen oder außen rollenden Lidrändern werden für die Rasse beschrieben und können Hornhautreizungen beziehungsweise Infektionen begünstigen.
  • Ohren und Hauterkrankungen: Die hängenden, wenig belüfteten Ohren sowie eine Neigung zu Hautproblemen begünstigen Entzündungen; regelmäßige Kontrolle und Pflege werden empfohlen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Italienischer Vorstehhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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