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Lele

Italienischer Spinone

Sanfter Riese mit Jagdherz und Rauhbart

auch bekannt als Spinone, Spinone Italiano

groß (L)Italien
Italienischer Spinone steht im Vorstehen auf einer herbstlichen Wiese, raues weißgraues Fell gut sichtbar.
Italienischer Spinone unterwegsFoto: Timberdoodle Kennels, Ron & Pat Rosinski ( User:Rrosinsk · CC BY-SA 2.5
Italienischer Spinone steht im hohen Schilfgras und schaut aufmerksam zur Seite.
Italienischer Spinone unterwegsFoto: Caroline Granycome · CC BY-SA 2.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 58 bis 70 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 28 bis 37 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 60 Welpen
Fell
Rauhaar, Hartes, dichtes Rauhaar ohne Unterwolle, das zwei bis drei Mal im Jahr getrimmt werden sollte, dazu regelmäßige Bart- und Ohrenpflege wegen der Schlappohren.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 165

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Italienischer Spinone im Porträt

Der Italienische Spinone stammt aus dem Piemont in Norditalien und zählt zu den ältesten Vorstehhundrassen Europas: Schon Fresken aus dem 15. Jahrhundert zeigen rauhaarige Hunde seines Typs. Gezüchtet wurde er als vielseitiger Jagdgebrauchshund, der Wild anzeigt, apportiert und dabei dorniges Gestrüpp und kaltes Wasser nicht scheut. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse fast verschwunden und wurde erst ab den 1950er Jahren wieder aufgebaut, seit 1955 ist sie von der FCI anerkannt. Der FCI-Standard beschreibt den Spinone als naturgemäß umgänglich, gelehrig und geduldig, ein Charakterbild, das sich im Alltag bestätigt: Er gilt als ausgesprochen sanftmütiger, freundlicher Begleiter, der Fremden meist offen begegnet und selten Wachtrieb zeigt. Dabei bleibt er ein Jäger mit ausgeprägter Nase und Freude am Apport, der auch außerhalb der Jagd gerne mit Nasenarbeit beschäftigt wird. Seine Bindung an die Familie ist eng, weshalb er längeres Alleinsein tendenziell ungern erträgt. Im Alltag braucht der Spinone als kräftiger, mittelgroßer bis großer Hund täglich ausgiebige Bewegung, idealerweise mit Gelegenheit zum Schwimmen und Schnüffeln im Gelände, reine Kurzrunden werden ihm nicht gerecht. Sein hartes, dichtes Rauhaar ohne Unterwolle haart moderat, muss aber mehrmals im Jahr getrimmt werden, dazu kommen regelmäßige Pflege von Bart und Schlappohren, die zu Ohrenentzündungen neigen können. Gesundheitlich sind beim Spinone eine erblich bedingte Kleinhirnataxie (zerebelläre Abiotrophie) und idiopathische Epilepsie beschrieben, eine 2024 veröffentlichte britische Studie ermittelte eine mittlere Lebenserwartung von knapp 12 Jahren, nahe am Durchschnitt aller Rassehunde. Interessenten sollten auf Gesundheitszeugnisse der Elterntiere achten. Die früher übliche Rutenkupierung ist in Deutschland gesetzlich verboten. Der Spinone passt zu aktiven Menschen oder Familien mit Jagdinteresse oder viel Zeit für Auslauf, Wasser und eine ruhige, konsequente Erziehung, die seine sensible, anlehnungsbedürftige Art zu schätzen wissen. Für reine Wohnungshaltung ohne Grün in der Nähe, für Berufstätige mit langen Abwesenheiten oder für alle, die einen pflegeleichten Kurzhaarhund suchen, ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung mit Möglichkeit zum freien Schnüffeln oder Schwimmen ein, reine Leinenrunden werden diesem Jagdgebrauchshund nicht gerecht.
  • Rechne mit Trimmen des Rauhaars zwei bis drei Mal jährlich beim Hundefriseur oder in Eigenregie sowie regelmäßiger Kontrolle und Reinigung der Schlappohren gegen Ohrenentzündungen.
  • Achte beim Züchter auf Gesundheitszeugnisse zu Kleinhirnataxie (zerebelläre Abiotrophie) und Epilepsie in der Zuchtlinie, beides ist bei der Rasse dokumentiert.
  • Der Spinone hängt stark an seinen Menschen: Plane einen langsamen Aufbau von Alleinbleiben-Training ein, bevor du ihn für mehrere Stunden allein lässt.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Zerebelläre Abiotrophie (erbliche Kleinhirnataxie): neurologische Erkrankung, die in der Rasse beschrieben ist, bei ernsten Koordinationsproblemen tierärztlich abklären lassen.
  • Idiopathische Epilepsie: in der Rasse dokumentierte Anfallsleiden, bei erstem Krampfanfall tierärztliche Abklärung.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Italienischer Spinone hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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