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Lele

Irischer Rot-Weißer Setter

Aristokratischer Jagdgefaehrte mit sanftem Wesen

auch bekannt als Irish Red and White Setter

groß (L)Irland
Irischer Rot Weisser Setter im Profil, rotbraune Schlappohren, weiß gefleckte Schnauze.
Irischer Rot-Weißer Setter im PorträtFoto: Louis Bafrance · CC BY 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 57 bis 66 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 23 bis 32 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 35 Welpen
Fell
Kurzes, glattes Deckhaar mit langer seidiger Befederung an Läufen, Ohren, Brust und Rute, Die Befederung verfilzt ohne Pflege leicht, deshalb einmal wöchentlich gründlich kämmen und bürsten.
Herkunft
Irland
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 330

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Irischer Rot-Weißer Setter im Porträt

Der Irische Rot-Weiße Setter ist der ältere der beiden irischen Setter und wurde vermutlich schon Ende des siebzehnten Jahrhunderts auf irischen Landgütern für die Jagd auf Federwild gezüchtet. Ende des neunzehnten Jahrhunderts verdrängte der einfarbig rote Irish Setter seinen rot-weißen Verwandten fast vollständig, sodass die Rasse zeitweise als ausgestorben galt. Erst engagierte Zuchtarbeit ab den 1920er Jahren und die Gründung eines eigenen Rasseclubs 1944 sicherten ihr Überleben. In Deutschland ist der Rot-Weiße Setter bis heute sehr selten. Wer sich für die Rasse interessiert, muss mit langen Wartezeiten rechnen und findet meist nur jagdlich geführte Zuchtlinien im europäischen Ausland. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als aristokratisch, leidenschaftlich und intelligent, mit einer nach außen liebenswürdigen und freundlichen Grundhaltung, hinter der sich Entschlossenheit, Mut und Energie verbergen. Innerhalb der Zuchtgemeinschaft gilt der Rot-Weiße Setter als etwas ruhiger und leichter erziehbar als sein rot gefärbter Vetter, im Feld zeigt er aber die volle Ausdauer und Leidenschaft des Vorstehhundes, für den er in erster Linie gezüchtet wird und nach dem er laut Standard auch bei Ausstellungen vorrangig beurteilt werden soll. Im Alltag braucht der Rot-Weiße Setter viel und vielseitige Bewegung: langes Laufen, Nasenarbeit, im Idealfall echte Jagdbeschäftigung oder Ersatzauslastung wie Fährtenarbeit und Dummytraining. Das seidige, mittellange Fell mit Befederung an Läufen, Ohren, Brust und Rute verfilzt ohne regelmäßiges Kämmen und Bürsten schnell und braucht deshalb wöchentliche Pflege. Rassespezifisch dokumentiert sind unter anderem eine erblich bedingte Immunschwäche (CLAD), eine Blutgerinnungsstörung (von-Willebrand-Krankheit) und eine Form des grauen Stars, weshalb ein Gentest der Elterntiere vor dem Welpenkauf sinnvoll ist. Die Rasse passt zu aktiven Menschen oder Familien, die täglich mehrere Stunden für Bewegung und Beschäftigung einplanen und Freude an einem menschenbezogenen, aber eigenständig jagdlich denkenden Hund haben. Für reine Wohnungshaltung ohne ausreichend Auslauf, für Anfänger ohne jede Hundeerfahrung oder für Haushalte mit Kleintieren, die der Hund als Beute wahrnehmen könnte, ist der Irische Rot-Weiße Setter eher ungeeignet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens zwei bis drei Stunden Bewegung und Beschäftigung ein, idealerweise mit Nasenarbeit oder echter Jagdauslastung, sonst wird der ausgeprägte Jagdtrieb schnell zur Belastung im Alltag.
  • Frag beim Züchter nach Gentests auf CLAD und von-Willebrand-Krankheit sowie nach einer Augenuntersuchung der Elterntiere, da diese Erkrankungen rassespezifisch dokumentiert sind.
  • Rechne mit wöchentlichem Kämmen der Befederung an Ohren, Läufen und Rute, sonst bilden sich dort schnell Knoten und Filz.
  • Da die Rasse in Deutschland kaum gezüchtet wird, plane Wartezeit und eventuell eine Reise ins Ausland zum Züchter ein, und prüfe die Reputation des Zuchtvereins vor der Anschaffung sorgfältig.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Canine Leukocyte Adhesion Deficiency (CLAD), eine erblich bedingte Immunschwäche, die in der Rasse dokumentiert und per Gentest ausschließbar ist
  • Von-Willebrand-Krankheit, eine erbliche Blutgerinnungsstörung, die vor der Zucht getestet werden sollte
  • Hintere Polkatarakt (PPC), eine Form des grauen Stars, die in der Rasse beschrieben ist
  • Als tiefbrüstiger, großer Jagdhund tendenziell erhöhtes Risiko für Magendrehung, insbesondere nach hastigem Fressen oder Anstrengung direkt nach der Mahlzeit

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Irischer Rot-Weißer Setter hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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