Die 4 FIFe-Kategorien
Die FIFe, der internationale Dachverband der Katzenzucht, ordnet die anerkannten Rassen in vier Kategorien. Anders als bei den Hunden geht es dabei nicht um eine frühere Aufgabe, sondern um Verwandtschaft und Fell. Für deinen Alltag heißt eine Kategorie deshalb weniger als bei Hunden, und für die Pflege ziemlich viel.
Perser und Exotic
Perser und Exotic prägen das Bild, sie sind aber nicht die ganze Kategorie.
Perser und Exotic geben dieser Kategorie ihren Namen: zwei Rassen mit demselben Zuchtziel und verschiedenem Fell, einmal lang und voll, einmal kurz und plüschig. Bei der FIFe stehen daneben die Ragdoll, die Heilige Birma und die Türkisch Van. Die Kategorie ist also keine reine Fell-Schublade, sondern eine gewachsene Ordnung, und das ist der wichtigste Satz über sie: Wenn dich eine dieser Rassen interessiert, sagt dir ihr Portrait mehr als ihre Kategorie.
Ehrlich dazu gehören die Pflege und die Zuchtfrage. Langes Fell verfilzt ohne regelmäßiges Bürsten, und je kürzer die Nase gezüchtet ist, desto häufiger kommen Probleme mit Atmung, Augen und Zähnen dazu. Das betrifft vor allem Perser und Exotic. Achte deshalb weniger auf das Bild einer Rasse und mehr auf das einzelne Tier und seine Eltern: Eine Katze soll frei atmen können, das ist keine Geschmacksfrage.
5 Rassen im Lele-VerzeichnisHalblanghaar
Halblanghaar: viel Fell, kräftiger Körper, ruhige Nerven.
Hier stehen die halblanghaarigen Rassen, die nicht aus der Perser-Linie kommen: Maine Coon, Norwegische Waldkatze und Sibirische Katze, dazu deren maskierte Form Neva Masquerade, die Türkisch Angora und die American Curl. Viele stammen aus kalten Gegenden, ihr Fell trägt wenig Unterwolle und verfilzt deshalb weniger, als es aussieht. Bürsten musst du trotzdem, im Fellwechsel sogar ziemlich oft.
Viele dieser Katzen sind groß, schwer und erstaunlich gelassen, und genau das macht sie beliebt. Rechne dafür mit Platzbedarf: Eine große Katze braucht große Kletterwege, stabile Liegeflächen und ein Katzenklo, das zu ihr passt. Und rechne mit Fell auf der Couch, gleichmäßig verteilt über das Jahr.
7 Rassen im Lele-VerzeichnisKurzhaar und Somali
Kurzhaar: die größte und vielfältigste Kategorie.
Kategorie III versammelt die Kurzhaarrassen: Britisch Kurzhaar und Kartäuser, Europäisch Kurzhaar, Burma, Korat, Manx, Ägyptische Mau, Ocicat, Snowshoe, Sokoke und die Bengal. Auch die Britisch Langhaar steht hier, trotz ihres Namens, denn die FIFe ordnet nach Verwandtschaft und nicht allein nach Haarlänge. Für deinen Alltag heißt diese Kategorie deshalb weniger als anderswo: Eine Britisch Kurzhaar liegt gern und lange, eine Bengal will jeden Tag etwas erleben. Lies das Portrait.
Der Name dieser Kategorie nennt die Somali mit. In der heutigen Rassenliste der FIFe steht sie dort aber nicht, sondern in Kategorie IV, bei ihrer kurzhaarigen Stammrasse, der Abessinier. Wir behalten den Namen, weil er dir überall begegnet, und sagen dir lieber gleich dazu, wo die Somali wirklich steht.
18 Rassen im Lele-VerzeichnisSiam und Orientalen
Die Siam-Gruppe gibt den Ton an, sie ist aber nicht die ganze Kategorie.
Siam, Thai, Balinese und die orientalischen Katzen geben dieser Kategorie ihren Namen: schlanke, feingliedrige Tiere mit großen Ohren, die den Kontakt zum Menschen aktiv suchen und ihn auch einfordern. Sie lernen schnell, lassen sich an Spiele und an ein Geschirr gewöhnen und langweilen sich sichtbar, wenn nichts passiert. Und sie reden. Wer Ruhe im Haus sucht, sollte das vorher wissen: Eine Siam kommentiert den Tag, laut und ausdauernd, und allein sein mag sie nicht gut.
Die FIFe führt hier noch mehr: Abessinier und Somali, Russisch Blau, die Devon Rex und die Sphynx. Ein Ton für die ganze Kategorie lässt sich daraus nicht machen, eine Russisch Blau ist zurückhaltend, wo eine Siam längst mitredet. Was diese Rassen eher verbindet, ist ihr feiner Körperbau und die Nähe, die sie zu ihren Menschen suchen, sobald sie Vertrauen gefasst haben.
16 Rassen im Lele-VerzeichnisUnd die Rassen ohne Anerkennung?
Nicht jede Katze, die irgendwo als Rasse angeboten wird, ist von der FIFe anerkannt. Manchmal ist eine Rasse einfach zu jung oder zu selten, manchmal führt sie ein anderer Verband, und manchmal hat die fehlende Anerkennung einen sehr guten Grund.
Der gute Grund heißt: Das Zuchtmerkmal betrifft den Körper selbst und nicht nur das Aussehen. Gefaltete Ohren gehen auf eine Veränderung am Knorpel zurück, die auch die Gelenke betrifft. Stark verkürzte Beine verändern die Bewegung. Fehlendes Fell nimmt der Katze den Schutz vor Kälte, Sonne und Verletzungen. Wo ein solches Merkmal dokumentiert ist, schreiben wir es ins Portrait, und wir schreiben es dort nicht, um jemanden zu belehren, sondern damit du vor der Entscheidung weißt, worauf du dich einlässt.
Umgekehrt gilt genauso: Eine Anerkennung ist kein Gesundheitszeugnis. Die Sphynx zum Beispiel ist von der FIFe anerkannt und trägt trotzdem kein Fell. Schau deshalb auf das Merkmal und auf das einzelne Tier, nicht auf das Siegel eines Verbands.
Wir führen solche Rassen trotzdem im Verzeichnis. Wer sie sucht, soll ehrliche Auskunft finden und nicht nur Hochglanzbilder von Anbietern.
Diese Rassen im Verzeichnis ansehen