Friesischer Vorstehhund
Eigenwilliger Vielseitigkeitsjäger mit weichem Kern
auch bekannt als Staby, Stabij, Stabyhoun, Stabijhoun

Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 46 bis 55 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 18 bis 27 kg
- Lebenserwartung
- typisch 13 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Halblanghaar, Mittellanges, glattes Fell mit wasserabweisendem Unterhaar und buschiger Befederung an Brust, Kragen, Läufen und Rute, wöchentliches Bürsten hält Verfilzungen fern, im Fellwechsel häufiger.
- Herkunft
- Niederlande
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 222
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
- Jagdtrieb
- ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Friesischer Vorstehhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Seltene Rasse in Deutschland: kaum Züchter vor Ort, oft ist ein Import aus den Niederlanden nötig und die Wartezeit auf einen Welpen kann über ein Jahr betragen.
- Braucht täglich mehrere ausgedehnte Bewegungseinheiten plus geistige Auslastung durch Nasenarbeit, Apportieren oder Schwimmen, sonst wird er unterfordert und stur.
- Konsequente, geduldige und faire Erziehung ist Pflicht, der eigenständige Charakter macht ihn zu keinem Selbstläufer für Erstlingshalter.
- Vor dem Kauf HD und ED Röntgenbefunde der Elterntiere sowie einen Von Willebrand Typ 1 Gentest erfragen, beides ist in der Rasse bekannt.
- Wöchentliches Bürsten der Befederung an Beinen, Brust und Rute einplanen, im Fellwechsel häufiger.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüft und Ellbogendysplasie sind in der Rasse beschrieben, ein Röntgenbefund der Elterntiere vor dem Kauf ist sinnvoll.
- Von Willebrand Erkrankung Typ 1 (Blutgerinnungsstörung) kommt vor, seriöse Züchter testen genetisch.
- Epilepsie und erblicher grauer Star (hereditäre Katarakt) sind beschrieben, aktuelle Zahlen zur Häufigkeit fehlen.
- Die tief reichende Brust, wie sie der FCI Standard beschreibt, ist bei großen, tiefbrüstigen Hunden generell mit einem erhöhten Risiko für Magendrehung verbunden, dies ist eine bauartbedingte Tendenz und kein belegter Rassebefund.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Friesischer Vorstehhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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