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Lele

Friesischer Vorstehhund

Eigenwilliger Vielseitigkeitsjäger mit weichem Kern

auch bekannt als Staby, Stabij, Stabyhoun, Stabijhoun

mittelgroß (M)Niederlande
Friesischer Vorstehhund watet durchs Schilf am Wasser, nasses schwarzweißes Fell.
Friesischer Vorstehhund unterwegsFoto: Werkpaard · CC BY-SA 3.0
Zwei Friesische Vorstehhunde sitzen nebeneinander vor großen Findlingen im Wald.
Friesischer Vorstehhund zu HauseFoto: Mjk23 · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 46 bis 55 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 27 kg
Lebenserwartung
typisch 13 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Halblanghaar, Mittellanges, glattes Fell mit wasserabweisendem Unterhaar und buschiger Befederung an Brust, Kragen, Läufen und Rute, wöchentliches Bürsten hält Verfilzungen fern, im Fellwechsel häufiger.
Herkunft
Niederlande
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 222

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Friesischer Vorstehhund im Porträt

Der Friesische Vorstehhund, in seiner Heimat Stabijhoun genannt, stammt aus den Waldgebieten Frieslands in den Niederlanden. Ursprünglich war er der Allround Arbeitshund armer Bauernfamilien: Er stellte Wild, apportierte Federwild, fing als geschickter Maulwurf und Iltisfänger Kleintiere und zog auch schon mal den Milchkarren. Diese Vielseitigkeit steckt der Rasse bis heute in den Knochen, auch wenn die meisten Stabyhouns heute vor allem als Familienhund leben. Der FCI Standard beschreibt ihn als unabhängigen Hund, der gern seinen eigenen Kopf hat, dabei aber anhänglich ist. Im Haus zeigt er sich ruhig und wachsam, Fremden gegenüber kann er zunächst reserviert wirken, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu sein. Geduld und eine konsequente, faire Erziehung sind bei dieser Rasse wichtiger als bei manch anderem Familienhund, weil sie Kommandos gern hinterfragt statt sie blind auszuführen. Im Alltag braucht der Stabyhoun echte Beschäftigung: ausgedehnte Spaziergänge, am liebsten mit Nasenarbeit, Apportieren oder Schwimmen, denn Wasser liebt er meist sehr. Sein mittellanges, glattes Fell mit der charakteristischen Befederung an Brust, Läufen und Rute braucht wöchentliches Bürsten, in den Fellwechselphasen häufiger. In Deutschland ist die Rasse eine echte Seltenheit. Die weltweite Population wird nur auf wenige tausend Tiere geschätzt, der Großteil davon lebt in den Niederlanden. Wer sich für einen Stabyhoun entscheidet, muss mit langen Wartelisten rechnen und häufig direkt bei niederländischen Züchtern anfragen, seriöse deutsche Zuchtstätten sind kaum zu finden. Vor der Anschaffung lohnt es sich, Gesundheitsnachweise wie HD und ED Röntgenbefunde sowie einen Test auf Von Willebrand Erkrankung Typ 1 einzufordern, da diese Dispositionen in der Rasse bekannt sind. Der Stabyhoun passt zu aktiven Menschen oder Familien, die eine engagierte Erziehung nicht scheuen und Freude an gemeinsamer Beschäftigung haben, im Idealfall mit jagdlichem oder wassersportlichem Bezug. Für reine Wohnungshaltung ohne Auslauf oder für Halter, die einen sofort folgsamen Anfängerhund suchen, ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Seltene Rasse in Deutschland: kaum Züchter vor Ort, oft ist ein Import aus den Niederlanden nötig und die Wartezeit auf einen Welpen kann über ein Jahr betragen.
  • Braucht täglich mehrere ausgedehnte Bewegungseinheiten plus geistige Auslastung durch Nasenarbeit, Apportieren oder Schwimmen, sonst wird er unterfordert und stur.
  • Konsequente, geduldige und faire Erziehung ist Pflicht, der eigenständige Charakter macht ihn zu keinem Selbstläufer für Erstlingshalter.
  • Vor dem Kauf HD und ED Röntgenbefunde der Elterntiere sowie einen Von Willebrand Typ 1 Gentest erfragen, beides ist in der Rasse bekannt.
  • Wöchentliches Bürsten der Befederung an Beinen, Brust und Rute einplanen, im Fellwechsel häufiger.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüft und Ellbogendysplasie sind in der Rasse beschrieben, ein Röntgenbefund der Elterntiere vor dem Kauf ist sinnvoll.
  • Von Willebrand Erkrankung Typ 1 (Blutgerinnungsstörung) kommt vor, seriöse Züchter testen genetisch.
  • Epilepsie und erblicher grauer Star (hereditäre Katarakt) sind beschrieben, aktuelle Zahlen zur Häufigkeit fehlen.
  • Die tief reichende Brust, wie sie der FCI Standard beschreibt, ist bei großen, tiefbrüstigen Hunden generell mit einem erhöhten Risiko für Magendrehung verbunden, dies ist eine bauartbedingte Tendenz und kein belegter Rassebefund.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Friesischer Vorstehhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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