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Lele

Französischer Rauhhaariger Vorstehhund

Bärtiger Jagdgefährte mit sanftem Wesen

auch bekannt als Korthals, Griffon, Korthals Griffon, Griffon d'arrêt à poil dur

groß (L)Frankreich
Französischer Rauhaariger Vorstehhund steht auf einem Weg, drahtiges graubraunes Fell.
Französischer Rauhhaariger Vorstehhund im PorträtFoto: Liv klesta · CC BY-SA 3.0
Französischer Rauhaariger Vorstehhund steht wachsam im Garten vor einer Treppe.
Französischer Rauhhaariger Vorstehhund zu HauseFoto: Sciencia58 · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 50 bis 60 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 16 bis 32 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Rauhaar, hartes, drahtiges Deckhaar mit dichter Unterwolle, Bart und Augenbrauen ausgeprägt, regelmäßiges Trimmen (Handauszupfen) etwa zwei bis drei Mal im Jahr empfohlen
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 107

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Französischer Rauhhaariger Vorstehhund im Porträt

Der Französische Rauhhaarige Vorstehhund, meist Korthals Griffon oder kurz Griffon genannt, geht auf den niederländischen Züchter Eduard Karel Korthals zurück, der die Rasse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich ohne Fremdbluteinkreuzung aus verschiedenen alten Vorstehhundlinien formte. Der FCI Standard beschreibt ihn als vorwiegend vielseitigen Vorstehhund, der auch als Schweißhund zur Nachsuche auf verletztes Wild eingesetzt werden kann. Diese Vollgebrauchshund Vergangenheit prägt bis heute jeden Aspekt seines Alltags. Im Wesen gilt der Griffon laut Standard als sanftmütig und stolz, ausgezeichneter Jäger, sehr stark an seinen Menschen gebunden und dabei umsichtig wachsam über sein Territorium, ohne dabei scharf oder ängstlich zu wirken. Fremden begegnet er tendenziell eher zurückhaltend beobachtend statt distanzlos, Kindern gegenüber wird er im Standard ausdrücklich als sehr sanft beschrieben. Sein Jagdtrieb ist ausgeprägt und kaum wegzutrainieren, weshalb er in erster Linie für aktive, jagdlich interessierte oder zumindest sehr auslastungsbereite Halter gedacht ist. Im Alltag braucht der Griffon viel Bewegung und geistige Beschäftigung, idealerweise mit Nasenarbeit oder tatsächlichem Jagdeinsatz, reine Wohnungshaltung ohne Auslauf wird der Rasse kaum gerecht. Das harte, wildschweinborstige Deckhaar mit dichter Unterwolle bildet Bart, Schnurrbart und buschige Augenbrauen und muss regelmäßig getrimmt werden, damit es funktionsfähig und wetterfest bleibt. Da die dicht behaarten, anliegenden Ohren wenig Luft an den Gehörgang lassen, lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle auf Ohrenprobleme. In Deutschland ist der Griffon nach wie vor selten und wird fast ausschließlich über Jagdgebrauchshundvereine mit entsprechenden Wesens- und Leistungsprüfungen vermittelt, wer sich für die Rasse interessiert, sollte längere Wartezeiten und mitunter einen Import aus Frankreich, Belgien oder den Niederlanden einplanen. Für Menschen, die einen treuen, kinderfreundlich veranlagten Jagdbegleiter mit viel Zeit für Bewegung, Ausbildung und Fellpflege suchen, kann diese Rasse gut passen. Für reine Wohnungshunde, Anfänger ohne Jagdinteresse oder Halter, die lange Alleinzeiten oder wenig Bewegung bieten können, ist der Griffon dagegen eher ungeeignet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich mehrere Stunden echte Auslastung, am besten mit Nasenarbeit, Fährten oder tatsächlicher Jagdpraxis, sonst sucht sich der ausgeprägte Jagdtrieb im Alltag eigene, oft unerwünschte Wege wie Ausbüxen oder Hetzen.
  • Fellpflege realistisch einplanen: Das drahtige Haar sollte etwa zwei bis drei Mal im Jahr von Hand getrimmt werden, Bart und Augenbrauen brauchen zusätzlich regelmäßiges Auskämmen gegen Verfilzung nach dem Einsatz im Unterholz.
  • In Deutschland fast ausschließlich über Jagdgebrauchshundvereine mit Wesenstest und Zuchtzulassungsprüfung zu bekommen, plane Wartezeiten von einem bis zwei Jahren sowie eventuell einen Import aus dem europäischen Ausland ein.
  • Ohren regelmäßig kontrollieren: Die dicht behaarten, anliegenden Ohren lassen wenig Luft an den Gehörgang, was Entzündungen begünstigen kann, besonders nach Einsätzen im Wasser oder feuchten Gelände.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Rassespezifische Studienlage zur Gesundheit ist dünn, konkrete belegte Dispositionen liegen kaum vor. Aus dem Körperbau lassen sich Tendenzen ableiten: die tiefe, nicht zu breite Brust größerer, aktiver Hunde gilt allgemein als Risikofaktor für Magendrehung, die dicht behaarten, anliegenden Ohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, insbesondere nach der Wasserarbeit.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Französischer Rauhhaariger Vorstehhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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