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Lele

Englischer Setter

Sanfter Jagdgefährte mit seidigem Haarkleid

groß (L)Großbritannien
Englischer Setter mit orangefarbener Belton-Zeichnung sitzt aufmerksam auf einem Waldweg
Englischer Setter im Porträt
Englischer Setter blickt neugierig und aufmerksam nach oben, Ohren mit langer Befederung
Englischer Setter unterwegs
Englischer Setter mit rötlicher Belton-Zeichnung liegt entspannt auf einem Sofa
Englischer Setter zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 61 bis 68 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 30 kgGrober Richtwert, die Datenlage ist hier dünn.
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Langhaar, regelmäßiges Bürsten der Befederung, besonders an Ohren, Rute und Läufen
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 2

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr offen, begrüßt Fremde freudig (5 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Englischer Setter im Porträt

Der Englische Setter wurde in England über Jahrhunderte als Vorstehhund für die Jagd auf Federwild gezüchtet. Sein Name geht auf das charakteristische Verharren zurück, mit dem er gefundenes Wild anzeigt, statt es aufzuscheuchen. Diese Arbeitsanlage prägt bis heute seinen Alltag: Er ist ein Hund mit ausgeprägtem Jagdsinn, der Nase und Bewegung braucht, um wirklich zufrieden zu sein. Der FCI-Standard beschreibt ihn als besonders freundlich und gutmütig, mit einer eleganten Gesamterscheinung und einem Wesen, das eher sensibel als hart ist. Setter reagieren auf Druck im Training oft mit Rückzug statt mit Fügsamkeit, weshalb konsequentes, geduldiges und positives Training deutlich besser funktioniert als strenge Ansagen. Fremden gegenüber zeigt er sich in der Regel offen und zugewandt, was ihn wenig zum Wächter, aber zu einem angenehmen Begleiter in vielen Situationen macht. Im Alltag verlangt der Englische Setter viel Auslauf, im Idealfall mit Gelegenheit zum freien Laufen und Schnüffeln, dazu am besten arbeitsähnliche Beschäftigung wie Fährten- oder Apportierspiele. Sein langes, seidiges Fell mit der typischen getüpfelten Belton-Zeichnung braucht mehrmals wöchentliches Bürsten, damit sich an Ohren, Rute und Läufen keine Verfilzungen bilden. Gesundheitlich sind bei der Rasse unter anderem Taubheit, Schilddrüsenentzündungen, Ellbogen- und Hüftdysplasie sowie verschiedene Krebserkrankungen beschrieben, weshalb entsprechende Gesundheitstests bei den Elterntieren vor dem Kauf sinnvoll sind. Gut passt der Englische Setter zu Menschen, die sportlich unterwegs sind, Zeit für tägliche längere Spaziergänge oder Jagdhundetraining mitbringen und das lange Fell gern pflegen. Für reine Wohnungshaltung ohne viel Auslauf, für sehr ruhige Haushalte oder für Menschen, die einen Wachhund suchen, ist er dagegen eher nicht die richtige Wahl. Auch Katzen und Kleintiere im Haushalt sollten angesichts des jagdlichen Erbes behutsam und schrittweise eingeführt werden.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens ein bis zwei Stunden Bewegung ein, davon einen Teil als freien Auslauf oder Nasenarbeit, sonst wird der Hund schnell unausgeglichen.
  • Das lange Fell braucht zwei bis drei Mal wöchentlich gründliches Bürsten, an Ohren und Befederung öfter, sonst verfilzt es zügig.
  • Achte beim Züchter auf Gesundheitstests zu Hüfte, Ellbogen und Gehör (BAER-Test), da Hüftdysplasie und angeborene Taubheit in der Rasse vorkommen.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs lohnt sich früher Rückruftraining an der Schleppleine, bevor der Hund im offenen Gelände frei läuft.
  • Der Englische Setter bleibt nur ungern lange allein, für volle Arbeitstage ohne Betreuung ist er meist keine gute Wahl.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Angeborene Taubheit (einseitig oder beidseitig), in Untersuchungen bei rund 12 Prozent der getesteten Hunde festgestellt
  • Autoimmune Schilddrüsenentzündung (Hypothyreose), in Studien bei über einem Viertel der untersuchten Hunde nachgewiesen
  • Hüft- und Ellbogendysplasie
  • Progressive Retina-Atrophie (PRA)
  • Verschiedene Krebserkrankungen zählen bei der Rasse zu den häufig beschriebenen Todesursachen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Englischer Setter hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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