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Lele

Englischer Pointer

Eleganter Jäger mit feiner Nase und viel Temperament

auch bekannt als Pointer

groß (L)Großbritannien
Englischer Pointer steht mit Halsband zwischen Herbstlaub im Garten.
Englischer Pointer im PorträtFoto: Anne Hornyak · CC BY 2.0
Englischer Pointer läuft schnell über einen sandigen Weg, Ohren im Wind.
Englischer Pointer unterwegsFoto: claralieu · CC BY 2.0
Englischer Pointer springt verspielt durch eine Wiese im Wald.
Englischer Pointer unterwegsFoto: FR · CC BY 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 61 bis 69 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 34 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Das feine, kurze und glänzende Fell liegt eng an und lässt sich mit gelegentlichem Bürsten sauber halten, bietet aber wenig Schutz vor Kälte und Nässe.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 1

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Englischer Pointer im Porträt

Der Englische Pointer wurde in Großbritannien als spezialisierter Vorstehhund für die Jagd entwickelt: Er soll Wild aufspüren und mit starrem Vorstehen anzeigen, apportiert wird traditionell von anderen Rassen. Seine Wurzeln vermutet man bei spanischen Jagdhunden, eingekreuzt wurden vermutlich Foxhounds, französische Laufhunde und Greyhounds, was seine schlanke, windhundähnliche Statur erklärt. Diese Arbeitsteilung prägt den Hund bis heute, Arbeitslinien pointen mit beeindruckender Ausdauer über weite, offene Flächen. Der FCI-Standard beschreibt den Pointer als aristokratisch und rege, mit dem Eindruck von Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit, dabei freundlich und ausgeglichen im Wesen. Er gilt als sensibler, feinfühliger Hund, der auf harte Methoden eher mit Rückzug reagiert und stattdessen motivierende, konsequente Führung braucht. Anders als viele andere Jagdhunderassen wirkt er tendenziell etwas reservierter und weniger anhänglich, vermutlich ein Erbe seines Windhund Anteils. Im Alltag ist der Pointer ein Bewegungsprofi. Er braucht täglich ausgedehnte, intensive Auslastung, idealerweise mit Gelegenheit zu freiem Lauf, sonst wird er unruhig und schwer lenkbar. Das kurze, feine Fell liegt eng an und glänzt, die Pflege beschränkt sich auf gelegentliches Bürsten, dafür bietet es wenig Schutz vor Kälte und Nässe. Seine feine Nase und der ausgeprägte Jagdtrieb wollen sinnvoll kanalisiert werden, etwa über Fährtenarbeit, Dummytraining oder tatsächliche Jagdarbeit. Der Pointer passt gut zu aktiven, erfahrenen Hundemenschen mit viel Zeit für Bewegung und Beschäftigung im Freien, zu Jägern und zu Menschen, die Hundesport wie Fährtenarbeit oder Feldsuche betreiben möchten. Für Einsteiger, reine Wohnungshaltung ohne großen Auslauf oder Menschen, die vor allem einen ruhigen Begleiter suchen, ist er in der Regel die falsche Wahl. Wer sich auf seine Ansprüche einlässt, bekommt einen eleganten, treuen und erstaunlich sanften Partner an seiner Seite.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich mehrere Stunden intensive Bewegung mit Möglichkeit zu freiem Lauf, reine Leinenspaziergänge reichen auf Dauer nicht aus.
  • Der ausgeprägte Jagdtrieb macht ein sicher eingezäuntes Grundstück und ein solides Rückruftraining von klein auf wichtig, sonst folgt der Hund seiner Nase über weite Strecken.
  • Vor dem Kauf lohnt der Blick in die Zuchtdokumente: Elterntiere sollten auf Hüft und Ellbogendysplasie sowie, wo angeboten, auf die hereditäre sensorische Neuropathie untersucht sein.
  • Das dünne, kurze Fell bietet kaum Kälteschutz, bei Winterspaziergängen oder nassem Wetter ist ein Hundemantel für längere Einsätze sinnvoll.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie (HD)
  • Ellbogendysplasie (ED)
  • Hereditäre sensorische Neuropathie, auch akrales Mutilationssyndrom genannt: eine angeborene Nervenerkrankung, die zu Selbstverstümmelung an den Pfoten führen kann
  • Erhöhte Neigung zu Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Englischer Pointer hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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