Drentscher Hühnerhund
Sanfter Jagdgefährte mit engem Herz für seine Menschen
auch bekannt als Drent, Drentsche Patrijshond, Drentse Patrijshond

Steckbrief
- Größe
- groß (L), 55 bis 63 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 25 bis 35 kg
- Lebenserwartung
- typisch 11 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Halblanghaar mit Befederung, Regelmäßiges Bürsten reicht meist, wichtig sind vor allem die Befederung an Ohren, Läufen und Rute sowie die Ohren selbst, weil sich dort leicht Verfilzungen und Fremdkörper aus dem Feld sammeln.
- Herkunft
- Niederlande
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 224
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Drentscher Hühnerhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane täglich mindestens ein bis zwei Stunden Bewegung mit echter Kopf- und Nasenarbeit ein, reines Gassigehen ohne Beschäftigung wird dem angeborenen Arbeitswillen nicht gerecht.
- Rechne bei der Anschaffung mit Wartezeiten von vielen Monaten bis Jahren und häufig mit einem Import aus den Niederlanden, da es in Deutschland kaum aktive Zuchtstätten gibt.
- Bevorzugte Züchter, die auf Hüften und Augen (PRA) untersuchen lassen, und frag gezielt nach dem Gesundheitsstand der Elterntiere, da belastbare Zahlen zur Rasse außerhalb der Niederlande kaum vorliegen.
- Kontrolliere die Hängeohren nach jedem Feld- oder Wassereinsatz auf Fremdkörper und Feuchtigkeit, um Ohrentzündungen vorzubeugen.
- Erziehung nur über Motivation statt Druck aufbauen, der Standard selbst warnt ausdrücklich vor Zwangsmethoden bei diesem sensiblen Wesen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Progressive Retinaatrophie (PRA), eine erblich bedingte, fortschreitende Augenerkrankung, die in der Rasse beschrieben ist; verantwortungsvolle Zucht testet die Elterntiere darauf.
- Hüftdysplasie, wie bei vielen mittelgroßen bis großen Jagdhundrassen ein Thema, seriöse Zuchtlinien lassen röntgen.
- Neigung zu Ohrentzündungen, begünstigt durch die dicht anliegenden Hängeohren, die wenig Luft an den Gehörgang lassen; das ist eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenz und kein einzeln belegter Rassebefund.
- In der Literatur wird zudem vereinzelt eine erbliche Form der Stomatozytose (eine seltene Blutzellenerkrankung) erwähnt; die Datenlage dazu ist dünn, im Zweifel beim Züchter gezielt nachfragen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Drentscher Hühnerhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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