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Lele

Magyar Vizsla Drahthaar

Wetterfester Jagdpartner mit anhänglichem Herz

auch bekannt als Drahtvizsla, Magyar Vizsla drótszőrű, Drótszőrű Magyar Vizsla, Wirehaired Vizsla, Drahthaariger Ungarischer Vorstehhund

groß (L)Ungarn
Drahthaariger Ungarischer Vorstehhund schwimmt mit Apportierholz im Wasser, drahtiges Fell und Bart deutlich sichtbar
Magyar Vizsla Drahthaar unterwegs

Steckbrief

Größe
groß (L), 54 bis 64 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 22 bis 32 kgGrober Richtwert, die Datenlage ist hier dünn.
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Drahthaar, Drahtiges, 2 bis 3 cm langes Deckhaar mit dichter Unterwolle und Bart, braucht mehrmals im Jahr Trimmen von Hand plus regelmäßiges Bürsten gegen Verfilzung, vor allem am Bart und an den Läufen.
Herkunft
Ungarn
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 239

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Magyar Vizsla Drahthaar im Porträt

Der Drahthaarige Ungarische Vorstehhund, auch Drótszőrű Magyar Vizsla genannt, entstand in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts aus der Kreuzung des Kurzhaarigen Ungarischen Vorstehhundes mit dem Drahthaarigen Deutschen Vorstehhund. Ziel war ein Jagdgebrauchshund, der die enge Bindung und Arbeitsfreude des Vizsla mit einem wetterfesten Fell verbindet, das ihn auch bei rauem Wetter und im dichten Gestrüpp schützt. Der FCI Standard hält ausdrücklich fest, dass die Rassemerkmale denen des Kurzhaarigen Ungarischen Vorstehhundes gleichen, nur das Haarkleid unterscheidet die beiden Varietäten deutlich voneinander. Der Standard beschreibt ihn als anhänglichen, leicht erziehbaren und selbstbewussten Hund, der engen Kontakt zu seinem Menschen sucht, leidenschaftlich sucht, beharrlich ist und hervorragend vorsteht. Grobe Behandlung verträgt er ausdrücklich nicht, harte Methoden werfen ihn spürbar zurück. Mit freundlicher, konsequenter Führung lernt er dagegen schnell und arbeitet gern mit dir zusammen. Sein Jagdtrieb ist stark ausgeprägt, ebenso seine Wasserfreude beim Apportieren, und auch als reiner Familienhund bringt er diesen Arbeitswillen mit. Im Alltag braucht er deutlich mehr als den üblichen Spaziergang: tägliche, ausgedehnte Bewegung kombiniert mit Nasenarbeit, Dummytraining oder Fährtenarbeit hält ihn zufrieden und ausgeglichen. Das drahtige, zwei bis drei Zentimeter lange Deckhaar mit dichter Unterwolle und dem charakteristischen Bart braucht regelmäßige Pflege: mehrmals im Jahr solltest du es von Hand trimmen oder trimmen lassen, damit es Struktur behält und nicht verfilzt. Dafür ist er bei Nässe und Kälte tendenziell robuster als sein kurzhaariger Verwandter. Diese Rasse passt zu aktiven, geduldigen Menschen mit Jagd- oder Hundesporthintergrund, die täglich mehrere Stunden Zeit für Bewegung, Beschäftigung und Fellpflege mitbringen und einen sensiblen, sehr menschenbezogenen Begleiter schätzen. Sie ist deutlich seltener als der Kurzhaarige Vizsla, für die Suche nach einem seriösen Züchter solltest du etwas Geduld einplanen. Ausdrücklich nicht geeignet ist der Drahthaarige Vorstehhund für Menschen, die viele Stunden außer Haus sind, wenig Zeit für Auslastung haben oder einen pflegeleichten, unabhängigen Begleiter suchen. Wer seine Energie, seinen Jagdtrieb und sein Nähebedürfnis unterschätzt, bekommt schnell einen frustrierten, nervösen Hund.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens anderthalb bis zwei Stunden aktive Beschäftigung ein, dazu Nasenarbeit wie Dummytraining oder Fährten. Reine Spaziergänge reichen ihm auf Dauer nicht.
  • Das drahtige Fell braucht zwei bis drei Mal im Jahr professionelles Trimmen von Hand, dazu regelmäßiges Bürsten gegen Verfilzung, vor allem am Bart und an den Läufen.
  • Er ist sehr menschenbezogen und bleibt ungern lange allein. Übe das Alleinbleiben von klein auf in kleinen Schritten und plane keine regelmäßigen Abwesenheiten über etwa vier Stunden ein.
  • Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt: Arbeite früh an Rückruf und Impulskontrolle, in wildreichen Gebieten hilft eine Schleppleine.
  • Frage beim Züchter nach HD-Röntgen und Augenuntersuchungen der Elterntiere sowie danach, ob Epilepsie oder entzündliche Muskelerkrankungen in der Zuchtlinie aufgetreten sind. Die Rasse ist selten, plane für die Suche nach einem seriösen Züchter etwas mehr Zeit ein.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Vizsla-Myositis / entzündliche Polymyopathie: autoimmune Muskelentzündung, oft schon bei Junghunden, mit Kau- und Schluckbeschwerden
  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Idiopathische Epilepsie, meist zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr
  • Sebadenitis (entzündliche Zerstörung der Talgdrüsen mit Schuppen und Haarverlust)
  • Progressive Retinaatrophie (PRA)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Magyar Vizsla Drahthaar hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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