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Lele

Dachshund

Mutiger Jagdzwerg mit eigenem Kopf

auch bekannt als Doxie, Wiener Dog, Sausage Dog, Teckel, Dackel

klein (S)Deutschland
Kurzhaariger schwarz brauner Dachshund im Profil mit langen Schlappohren vor dunklem Hintergrund
Dachshund im Porträt
Langhaariger Dachshund rennt mit fliegenden Ohren über den Sandstrand
Dachshund unterwegs
Dachshund sitzt zu Hause auf einem Teppich im Wohnzimmer
Dachshund zu Hause

Steckbrief

Größe
klein (S)
Gewicht
typisch 3,5 bis 9 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 16 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
sehr verbreitetStufe 5 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 4.788 Welpen
Fell
Kurzhaar, Rauhaar oder Langhaar
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
FCI-Gruppe 4 (Dachshunde), Standard Nr. 148

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Dachshund im Porträt

Der Dachshund, in Deutschland meist Dackel oder, unter Jägern, Teckel genannt, zählt zu den ältesten deutschen Hunderassen. Er geht auf eine gezielte Zucht kleinwüchsiger, kurzläufiger Jagdhunde zurück, die schon im Mittelalter für die Arbeit im Erd- und Röhrenbau entwickelt wurden, vor allem für die Jagd auf Dachs und Fuchs. Ursprünglich sollte er dabei völlig selbstständig unter der Erde arbeiten, ohne Sichtkontakt zum Jäger: ein Erbe, das seinen Charakter bis heute prägt. Im Wesen zeigt sich der Dackel meist freundlich, mutig und ausgesprochen selbstbewusst, oft mit einer eigenwilligen, gelegentlich als „stur" beschriebenen Seite. Diese Unabhängigkeit ist kein Erziehungsfehler, sondern züchterisch gewollt: Ein Hund, der historisch eigene Entscheidungen treffen musste, denkt auch heute lieber mit, statt blind zu gehorchen. Bei den meisten Vertretern der Rasse ist der Jagdtrieb stark ausgeprägt und reagiert zuverlässig auf Bewegungsreize kleiner Tiere. Das sollte von Anfang an in die Erziehung einfließen. Gleichzeitig gelten Dackel als aufmerksame, wachsame Begleiter, die ihr Zuhause im Blick behalten und Besuch gerne lautstark ankündigen. Im Alltag braucht der Dackel trotz seiner kompakten Größe regelmäßige Bewegung und geistige Beschäftigung; ein reiner Wohnungshund ohne Auslauf wird ihm selten gerecht. Wichtiger als lange Distanzen sind meist Abwechslung und Nasenarbeit: Schnüffelrunden, kleine Suchspiele, enger Kontakt zu seinen Menschen. Konsequente, aber liebevolle Erziehung von klein auf zahlt sich bei dieser Rasse besonders aus, ebenso Rücksicht auf den empfindlichen Rücken beim Toben, bei Treppen und beim Sprung vom Sofa. Für Familien mit älteren, rücksichtsvollen Kindern kann der Dackel ein humorvoller, anhänglicher Begleiter sein; bei sehr kleinen Kindern ist wegen seines empfindlichen Rückens und seiner klar gesetzten Grenzen Aufsicht angebracht. Auch das Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren gelingt eher mit früher, konsequenter Gewöhnung. Wer einen Hund sucht, der sich alles vorschreiben lässt, wird mit einem Dackel eher hadern. Wer Eigensinn charmant statt anstrengend findet, Zeit für Erziehung und Rückenschonung mitbringt und sich auf die jagdliche Ader einlässt, findet in ihm einen treuen, geselligen Partner für viele Jahre.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der Dachshund wird in drei Größenvarianten gezüchtet (Teckel/Normalgröße bis ca. 9 kg, Zwergteckel und Kaninchenteckel deutlich kleiner, ab ca. 3,5 kg): Gewicht und Platzbedarf beim konkreten Tier vorab erfragen.
  • Bewegungspensum realistisch einplanen: rund 1 bis 1,5 Stunden aktive Beschäftigung täglich, besser auf mehrere kurze Runden verteilt als ein langer Spaziergang. Das schont den Rücken.
  • Alleinbleiben will langsam trainiert werden; ohne Gewöhnung neigen viele Dackel bei häufigem, langem Alleinsein zu Bellen und Unruhe. Für ganztägig Berufstätige ohne Betreuung ist das eher ungeeignet.
  • Fellpflege hängt stark vom Typ ab: Kurzhaar ist pflegeleicht, Rauhaar braucht rund zweimal jährlich professionelles Trimmen, Langhaar regelmäßiges Bürsten gegen Verfilzung.
  • Rassetypisch deutlich erhöhtes Risiko für Bandscheibenvorfälle (Dackellähme): Treppen, Sprünge vom Sofa oder Auto sowie Übergewicht möglichst vermeiden und auf ein Geschirr statt Halsband setzen.
  • Tierarztkosten für eine mögliche Bandscheiben-OP oder Physiotherapie im Budget bzw. in der Hundekrankenversicherung einkalkulieren.
  • Früh und konsequent an andere Hunde, Katzen und Kleintiere gewöhnen: Der ausgeprägte Jagdtrieb kann sonst zu Konflikten führen, auch mit deutlich größeren Hunden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Chondrodystrophie-bedingte Bandscheibendegeneration (IVDD/„Dackellähme"): Lebenszeitrisiko von grob 20-25 Prozent, deutlich über dem Durchschnitt anderer Rassen.
  • Neigung zu Übergewicht bei zu wenig Bewegung oder falscher Fütterung, was die Bandscheiben zusätzlich belastet.
  • Augen- und Zahnprobleme können im Alter gehäuft auftreten, regelmäßige tierärztliche Kontrolle wird empfohlen.
  • Bei der Dapple-Fellzeichnung erhöhtes Risiko für Augen- und Hördefekte, wenn zwei Dapple-Elterntiere miteinander verpaart werden. Verantwortungsvolle Zucht vermeidet diese Kombination.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Dachshund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Beim Dackel liegen die Angaben weit auseinander, und die Ratgeber unterscheiden die drei Teckelgrößen meist nicht. Für eine eigene Spanne ist uns das zu unsicher. Frag beim Zuchtverein und bei mehreren Züchtern nach, gerade bei Papieren aus der Vereinszucht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Eine Rasse, mehrere Größen

Diese Hunde sind Größenvarietäten derselben Rasse (FCI-Standard Nr. 148). Gleicher Standard, eigener Alltag: Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe und damit in Platzbedarf, Kraft und Handling.

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