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Lele

Bourbonnaiser Vorstehhund

Anhaenglicher Jagdbegleiter mit feiner Nase

auch bekannt als Braque du Bourbonnais, Bourbonnais Pointer

mittelgroß (M)Frankreich

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 47 bis 58 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 16 bis 24 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 8 Welpen
Fell
Kurzhaar, fein und dicht, Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht, gelegentliches Buersten reicht meist aus. Die tief angesetzten Haengeohren verdienen regelmaessige Kontrolle.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 179

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Bourbonnaiser Vorstehhund im Porträt

Der Bourbonnaiser Vorstehhund stammt aus der franzoesischen Provinz Bourbonnais und zaehlt zu den aeltesten kontinentalen Vorstehhunden ueberhaupt. Schon 1598 wird ein Hund dieses Typs schriftlich erwaehnt, als angenehmer Jagdbegleiter von rustikalem Aussehen und robuster Gesundheit. In den 1930er Jahren fuehrte eine sehr enge Zuchtauswahl auf Farbe und angeborene Kurzrute fast zum Aussterben der Rasse, zwischen 1963 und 1973 wurde laut Wikipedia kein einziger Welpe eingetragen. Erst eine Gruppe engagierter Zuechter um Michel Comte rettete den Bourbonnaiser Vorstehhund ab den 1970er Jahren, seither waechst der Bestand langsam wieder, bleibt aber klein. Der FCI-Standard beschreibt ihn als kraeftigen, kompakten und muskuloesen Hund von mittlerer Groesse, der Robustheit und Kraft ausstrahlt, ohne plump zu wirken. Zuhause zeigt er sich laut Standard sanft und anhaenglich, auf der Jagd dagegen leidenschaftlich, intelligent und anpassungsfaehig an unterschiedliches Gelaende und Wild. Er sucht die Witterung mit hoher Nase und steht das Wild praezise vor, klassisches Vorstehhund-Verhalten. Fuer Menschen ohne Jagdhintergrund bedeutet das: ein Hund mit ausgepraegtem Nasenarbeit-Drang, der ohne sinnvolle Beschaeftigung schnell unterfordert wirkt. Im Alltag braucht der Bourbonnaiser Vorstehhund regelmaessige, ausdauernde Bewegung, idealerweise mit Gelegenheit zu freiem Lauf und Nasenarbeit. Das kurze, feine und dichte Fell ist pflegeleicht. Die mittellangen, tief angesetzten Haengeohren verdienen dagegen regelmaessige Kontrolle, weil sie das Ohrklima feucht und wenig durchlueftet halten koennen, eine Tendenz, die sich aus dem Koerperbau ableitet und nicht als belegter Rassebefund zu verstehen ist. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, seriöse Zuechter gibt es praktisch nicht. Wer sich fuer einen Bourbonnaiser Vorstehhund interessiert, muss mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Frankreich rechnen, verfuegbare Linien sind zudem meist auf jagdliche Arbeit gezuechtet und entsprechend leistungsbereit und nasenaktiv. Der Bourbonnaiser Vorstehhund passt zu aktiven Menschen mit Jagd- oder zumindest ausgepraegtem Hundesport-Hintergrund, die taegliche Auslastung und Nasenarbeit bieten koennen und mit der schwierigen Beschaffungslage leben. Fuer reine Wohnungshaltung, sehr ruhige Haushalte oder Erstlingshalter ohne Erfahrung mit jagdlich gepraegten Rassen ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane taeglich mindestens anderthalb bis zwei Stunden Bewegung mit Moeglichkeit zu freiem Lauf und Nasenarbeit ein, reine Leinenspaziergaenge werden dem Jagdtrieb nicht gerecht.
  • Weil die Rasse in Deutschland kaum gezuechtet wird, rechne mit Wartezeiten von mehreren Monaten bis Jahren oder mit einem Import aus Frankreich inklusive Transport und Einreisepapieren.
  • Kontrolliere die Haengeohren regelmaessig auf Feuchtigkeit und Geruch, um Ohrentzuendungen frueh zu erkennen.
  • Frage beim Zuechter gezielt nach Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, auch wenn es fuer diese seltene Rasse noch kein flaechendeckendes Zuchtprogramm mit Pflichtuntersuchungen gibt.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die mittellangen, tief angesetzten Haengeohren koennen tendenziell ein feuchtwarmes Ohrklima begünstigen und damit das Risiko fuer Ohrentzuendungen erhoehen, wenn die Ohren nicht regelmaessig kontrolliert werden.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bourbonnaiser Vorstehhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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