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Lele

Altdänischer Vorstehhund

Gelassener Vorstehhund mit engem Blick zum Jäger

auch bekannt als Old Danish Pointer, Altdänischer Hühnerhund, Gammel Dansk Hønsehund

mittelgroß (M)Dänemark

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 50 bis 60 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 26 bis 35 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes und leicht raues Fell braucht nur gelegentliches Bürsten, dafür regelmäßige Kontrolle der tief angesetzten Hängeohren und der Lefzenfalten auf Reizungen.
Herkunft
Dänemark
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 281

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5, Tendenzwert)

Der Charakter: Altdänischer Vorstehhund im Porträt

Der Altdänische Vorstehhund, auch Altdänischer Hühnerhund oder im dänischen Original Gammel Dansk Hønsehund genannt, geht auf das frühe 18. Jahrhundert zurück. Ein Bauer namens Morten Bak kreuzte in der Gegend um Randers und Hobro über acht Generationen sogenannte Zigeunerhunde mit lokalen Bauernhunden und schuf so eine eigenständige, weiß braun gescheckte Vorstehhund Linie. In seinen Wurzeln stecken damit sowohl Bluthund als auch spanische Vorsteh und Stöberhund Linien, was die schweren Lefzen, die tiefen Hängeohren und die ruhige, bedächtige Arbeitsweise erklärt. Der FCI Standard beschreibt das Wesen als ruhig und ausgeglichen, entschlossen und mutig. Auf der Jagd geht er eher langsam vor und bleibt eng in Kontakt mit dem Jäger, statt weiträumig vorzupreschen wie manch schnellerer Pointer. Dieser gemächliche, kooperative Arbeitsstil macht ihn im Feld angenehm zu führen, sein ausgeprägter Jagdtrieb speziell auf Federwild bleibt aber ein zentraler Wesenszug, den du im Alltag mitdenken solltest. In Deutschland ist die Rasse ausgesprochen selten. Außerhalb Dänemarks, wo sie als Sport und Jagdhund noch eine kleine, aktive Fangemeinde hat, gibt es kaum Zuchtlinien, entsprechend musst du mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Skandinavien rechnen. Die meisten verfügbaren Hunde stammen aus jagdlich geführten Linien, reine Familienzucht ohne Jagdhintergrund ist eher die Ausnahme. Das kurze, dichte und leicht raue Fell ist pflegeleicht, verlangt aber regelmäßige Kontrolle der tief angesetzten Hängeohren und der Lefzenfalten, die zu Reizungen neigen können. Der Standard erlaubt zudem ein leichtes Durchhängen des Unterlids, was die Augen tendenziell etwas anfälliger für Reizungen macht. Die tiefe, breite Brust ist typisch für die Rasse und wie bei anderen großwüchsigen, tiefbrüstigen Hunden ein Punkt, den du bei Fütterung und Ruhephasen danach im Blick behalten solltest. Der Altdänische Vorstehhund passt zu aktiven Menschen mit Zugang zu Feld, Wald oder ausgedehnten Spaziergängen und idealerweise Interesse an Jagdarbeit oder vergleichbarer Nasenarbeit. Für reine Wohnungshaltung ohne regelmäßigen Auslauf, für Anfänger ohne jagdliche Erfahrung und für alle, die schnell einen fertig ausgebildeten Begleithund suchen, ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • In Deutschland gibt es praktisch keine etablierten Züchter, rechne mit langer Wartezeit oder einem Import aus Dänemark und entsprechendem organisatorischem Aufwand.
  • Plane täglich mehrere Stunden Bewegung im Feld oder Wald ein, im besten Fall mit Jagdbegleitung, Fährten oder Apportierarbeit als Kopf und Nasenbeschäftigung.
  • Kontrolliere die tief angesetzten Hängeohren und die Lefzenfalten regelmäßig auf Rötungen oder Geruch, das leicht hängende Unterlid ebenso auf Reizungen.
  • Da fast alle verfügbaren Linien jagdlich geführt sind, kläre vor der Anschaffung, ob Wesen und Sozialisation für ein reines Familienleben passen oder ob jagdliche Führung nötig bleibt.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Der Standard erlaubt ein gewisses Durchhängen des Unterlids und nennt Ektropium als disqualifizierenden Fehler, was auf eine gewisse Neigung zu Lidreizungen und Bindehautentzündungen hindeutet. Das ist eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenz, keine belegte Rassestatistik.
  • Die tief angesetzten, breiten Hängeohren begünstigen tendenziell Ohrenentzündungen, wie bei anderen Hängeohr-Rassen üblich. Auch hier fehlt eine rassespezifische Studie, es handelt sich um eine aus der Ohrform abgeleitete Einschätzung.
  • Die vom Standard geforderte tiefe, breite Brust ist bei großwüchsigen Hunden ein anerkannter Risikofaktor für Magendrehung. Auch dies ist eine Tendenzaussage aus dem Körperbau, keine belegte rassespezifische Häufigkeit.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Altdänischer Vorstehhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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