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Lele

Weimaraner

Silbergrauer Jagdprofi, der Nähe braucht

auch bekannt als Weim, Grey Ghost

groß (L)Deutschland
Erwachsener Weimaraner mit silbergrauem Kurzhaarfell in Nahaufnahme vor verschwommenem blauem Hintergrund
Weimaraner im Porträt
Weimaraner läuft zielstrebig über eine grüne Wiese
Weimaraner unterwegs
Weimaraner liegt entspannt auf einem flauschigen Hundebett in der Wohnung
Weimaraner zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 57 bis 70 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 40 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 301 Welpen
Fell
Kurzhaar
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 99

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Weimaraner im Porträt

Der Weimaraner stammt aus Mitteldeutschland: Schon im frühen 19. Jahrhundert wurden am Hof zu Weimar Vorstehhunde mit diesem unverwechselbaren Erscheinungsbild gehalten, ab etwa 1890 begann die planmäßige, seither weitgehend reine Zucht als vielseitiger Jagdgebrauchshund für Feld, Wald und Wasser. Diese jagdliche Herkunft prägt die Rasse bis heute deutlich. Im Wesen neigt der Weimaraner zu einer engen, mitunter fast anhänglichen Bindung an seine Bezugsperson: Er sucht die Nähe des Menschen und kommt im Durchschnitt schlechter mit längerem Alleinsein zurecht als viele andere Rassen. Dazu kommt ein stark ausgeprägter Jagd- und Spürtrieb, der ihn zu systematischer, ausdauernder Arbeit befähigt, gleichzeitig aber bedeutet, dass er auf Wild, Kleintiere und mitunter Katzen reagieren kann, wenn er nicht früh und konsequent daran gewöhnt wird. Fremden gegenüber zeigt er sich tendenziell eher wachsam-zurückhaltend als überschwänglich offen, ohne dabei aggressiv zu sein. Ein angeborener Wachtrieb gehört zum Rassebild. Im Alltag braucht ein Weimaraner spürbar viel: ausgedehnte Bewegung, Kopfarbeit und idealerweise eine Beschäftigung, die seine feine Nase fordert, etwa Fährtenarbeit, Mantrailing oder Dummytraining. Reine Spaziergänge reichen den meisten Vertretern der Rasse auf Dauer nicht aus. Die Erziehung sollte konsequent, aber einfühlsam erfolgen, denn grobe oder eintönige Methoden quittiert er häufig mit Arbeitsverweigerung. Für Familien kann der Weimaraner passen, wenn genügend Zeit, Hundeerfahrung und Bewegungsbereitschaft vorhanden sind; in ruhigen, wenig aktiven Haushalten oder mit sehr jungen Kindern kann seine Kombination aus Kraft, Temperament und Wachsamkeit dagegen schnell überfordern. Für Menschen ohne Hundeerfahrung gilt die Rasse eher als anspruchsvoll und weniger geeignet. Das kurze Fell ist im Vergleich pflegeleicht und braucht kein Trimmen, verliert aber saisonal spürbar Haare. Wer einen ruhigen Wohnungsgefährten sucht, wird im Weimaraner in der Regel nicht fündig. Wer dagegen aktiv ist, konsequent bleibt und sich intensiv mit einem klugen, eigenständigen Jagdhund auseinandersetzen möchte, kann in ihm einen treuen und vielseitigen Begleiter finden.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum realistisch mit rund 1,5 bis 2 Stunden täglich plus geistiger Auslastung einplanen: Reine Leinenspaziergänge reichen den meisten Vertretern auf Dauer nicht.
  • Alleinbleiben ist keine Stärke der Rasse: Ohne schrittweisen Aufbau und vorherige Auslastung neigen viele Tiere zu Unruhe oder Lautäußerungen.
  • Kurzhaar-Fell ist pflegeleicht und braucht kein Trimmen oder Scheren, aber der saisonale Fellwechsel bringt spürbaren Haarverlust in Wohnung und Auto mit sich.
  • Ausgeprägter Jagd- und Spürtrieb: Freilauf in wildreichen Gebieten sowie das Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren erfordern frühe und konsequente Gewöhnung.
  • Vor der Anschaffung Budget für tierärztliche Vorsorge einplanen, unter anderem für das Röntgen-Screening auf Hüftgelenksdysplasie, das der Rasseclub für Zuchttiere vorschreibt.
  • Kein Anfängerhund: Erfahrung mit konsequenter, kopfarbeitsorientierter Erziehung sowie ausreichend Zeit für tägliche intensive Beschäftigung sind Grundvoraussetzung.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüft- und Ellbogendysplasie (HD/ED): Röntgenscreening der Zuchttiere ist beim Rasseclub vorgeschrieben.
  • Magendrehung (Gastrische Dilatation-Volvulus): als großer, tiefbrüstiger Hund erhöhtes Risiko; kleinere Portionen und Ruhephasen nach dem Fressen werden empfohlen.
  • Neigung zu Ohrenentzündungen durch die Hängeohren: regelmäßige Kontrolle der Gehörgänge ist sinnvoll.
  • Color-Dilution-Alopezie bei verdünnter (blauer) Fellfarbe außerhalb des Zuchtstandards: kann Haarausfall und Hautprobleme verursachen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Weimaraner hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Die Vereinszucht dieser Rasse richtet sich vor allem an Jägerinnen und Jäger. Welpen gibt es auch außerhalb der Vereine, dort solltest du besonders sorgfältig prüfen, ob die Zucht seriös ist.

Der Weimaraner Klub gibt seine Welpen nur an Jägerinnen und Jäger weiter. Außerhalb dieser Vereinszucht wird die Rasse breit gehalten, dort lohnt ein besonders genauer Blick auf die Zuchtstätte.

Die Checkliste dafür: Woran du seriöse Zucht erkennst

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die Quellen nennen deutlich unterschiedliche Preise. Nimm die Spanne als groben Rahmen und frag beim Zuchtverein nach.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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