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Lele

Irischer Roter Setter

Roter Wirbelwind mit feiner Nase und weichem Herz

auch bekannt als Roter Setter, Irish Red Setter, Irish Setter

groß (L)Irland
Irischer Roter Setter steht in voller Größe auf einer grünen Wiese
Irischer Roter Setter im Porträt
Kopfportrait eines Irischen Roten Setters mit seidigem Behang beim Spaziergang
Irischer Roter Setter im Porträt
Irischer Roter Setter steht aufmerksam im hohen Gras einer Sommerwiese
Irischer Roter Setter unterwegs

Steckbrief

Größe
groß (L), 55 bis 67 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 32 kgGrober Richtwert, die Datenlage ist hier dünn.
Lebenserwartung
typisch 11 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 212 Welpen
Fell
Langhaar, seidig, Mehrmals pro Woche bürsten, vor allem die Befederung an Läufen, Behang und Rute; das seidige Fell sammelt unterwegs gern Kletten und neigt dort zu Verfilzungen.
Herkunft
Irland
Anerkennung
FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde), Standard Nr. 120

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr offen, begrüßt Fremde freudig (5 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Irischer Roter Setter im Porträt

Der Irische Rote Setter entstand im Irland des 19. Jahrhunderts als spezialisierter Vorstehhund für die Federwildjagd. Gezüchtet aus älteren Setter-Linien, Spaniels und Pointern, sollte er weite Moore und Felder selbstständig absuchen, Wild mit feiner Nase aufspüren und regungslos vorstehen. Diese Arbeitsgeschichte wirkt bis heute nach: Du bekommst einen Hund mit enormer Ausdauer, großem Laufbedürfnis und einer Nase, die ständig im Einsatz ist. Der FCI-Standard beschreibt ihn als lebhaft, intelligent, anhänglich und voller Energie, und genau so erleben ihn die meisten Menschen, die mit ihm leben. Ein Roter Setter begegnet Fremden in der Regel freundlich bis überschwänglich, als Wachhund taugt er kaum. Sein Gemüt ist auffallend weich und sensibel: Härte im Training verträgt er schlecht, mit Geduld, Motivation über Futter und Spiel und klaren Ritualen arbeitet er dagegen gern mit. Rechne damit, dass er lange jung bleibt; viele Setter sind bis ins dritte oder vierte Lebensjahr stürmisch wie Junghunde. Im Alltag braucht er tendenziell zwei bis drei Stunden Bewegung am Tag, dazu Kopfarbeit: Nasenaufgaben, Dummytraining, Mantrailing oder jagdnahe Beschäftigung lasten ihn deutlich besser aus als reines Ballwerfen. Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt, Freilauf funktioniert nur mit sehr gut aufgebautem Rückruf, sonst bleibt die Schleppleine dein Werkzeug. Das mittellange, seidige, mahagonirote Fell mit seiner Befederung will mehrmals pro Woche gebürstet werden. Wichtig zu wissen: Als tiefbrüstige Rasse neigt er zur Magendrehung, Ruhe nach den Mahlzeiten gehört deshalb fest in den Tagesplan. Der Irische Rote Setter passt zu sportlichen, geduldigen Menschen, die täglich viel Zeit draußen verbringen, Freude an Training und Nasenarbeit haben und einen freundlichen, menschenbezogenen Begleiter suchen, etwa für Jagd, Laufsport oder aktives Familienleben mit hundeerfahrenen Erwachsenen. Er passt ausdrücklich nicht zu dir, wenn du wenig Zeit hast, einen ruhigen Stadthund für kurze Runden suchst, einen Hund mit Schutztrieb erwartest oder als Anfänger einen unkomplizierten Einstieg brauchst: Sein Bewegungshunger und sein Jagdtrieb fordern Erfahrung und Konsequenz über viele Jahre.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich zwei bis drei Stunden Bewegung plus Kopfarbeit ein, zum Beispiel Nasenaufgaben, Dummytraining oder Radbegleitung nach dem Wachstum. Ein unterforderter Setter entwickelt schnell Unruhe und eigene Beschäftigungsideen.
  • Der Jagdtrieb ist stark: Investiere von Welpe an in Rückruf- und Antijagdtraining und arbeite bis dahin mit Schleppleine. Freilauf in wildreichen Gebieten bleibt oft dauerhaft riskant.
  • Frage die Zuchtstätte nach DNA-Tests der Elterntiere auf PRA (rcd-1 und rcd-4) und CLAD sowie nach der HD-Auswertung. Seriöse Züchter legen die Befunde ohne Zögern vor.
  • Wegen des erhöhten Magendrehungs-Risikos: mehrere kleinere Mahlzeiten statt einer großen, Ruhe nach dem Fressen und die Notfall-Symptome (aufgeblähter Bauch, erfolgloses Würgen) kennen. Kläre vorab, wo die nächste Tierklinik mit Notdienst liegt.
  • Sein weiches Wesen verträgt keine harte Hand. Wenn du zu Ungeduld neigst oder schnellen Gehorsam erwartest, wirst du mit dieser sensiblen Rasse nicht glücklich.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Progressive Retina-Atrophie (PRA, Varianten rcd-1 und rcd-4): erblicher Netzhautschwund bis zur Erblindung, per DNA-Test der Elterntiere vermeidbar
  • Canine Leukozyten-Adhäsionsdefizienz (CLAD): schwerer erblicher Immundefekt junger Hunde, DNA-Test verfügbar
  • Magendrehung (GDV): deutlich erhöhtes Risiko durch den tiefen, schmalen Brustkorb, lebensbedrohlicher Notfall
  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Irischer Roter Setter hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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