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Lele

Prager Rattler

Kleiner Wachposten mit großer Anhänglichkeit

auch bekannt als Prazsky Krysarik, Prague Ratter, Pražský krysařík

sehr klein (XS)Tschechien
Prager Rattler sitzt aufmerksam auf einem Sofa, große aufrechte Ohren, schlanker Körperbau.
Prager Rattler zu HauseFoto: Bidudu · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 20 bis 24 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 1,5 bis 3,5 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 20 Welpen
Fell
Kurzhaar oder mäßig langes Haar mit Fransen, Beide Fellvarianten sind pflegeleicht, gelegentliches Bürsten reicht, wichtiger ist regelmäßige Zahnpflege.
Herkunft
Tschechien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Prager Rattler im Porträt

Der Prager Rattler stammt aus Böhmen und reicht in seiner Geschichte bis in die tschechische Frühzeit zurück. Er zierte als kleiner, wendiger Begleiter die Höfe der böhmischen Aristokratie und wurde zugleich als Rattenjäger eingesetzt, sein Name geht direkt darauf zurück. Nach fast vollständigem Verschwinden begann 1980 der gezielte Wiederaufbau der Rasse, seit 2019 gilt der aktuelle FCI-Standard. Von seiner ursprünglichen Aufgabe ist bis heute die feine Nase und die Wendigkeit übrig geblieben, auch wenn der Prager Rattler heute fast ausschließlich als Familienbegleiter lebt. Der FCI-Standard beschreibt ihn als freundlich, neugierig und sanftmütig, dazu schnell und lebhaft in der Bewegung. Fremden gegenüber zeigt er sich von Natur aus etwas zurückhaltend, in der eigenen Familie dagegen sehr zugewandt und anhänglich. Ungewöhnlich für einen so kleinen Hund gilt er tendenziell als vergleichsweise ruhig und nicht übermäßig kläffig, auch wenn jedes Tier hier individuell verschieden ist. Sein historischer Job als Rattenjäger wirkt in Aufmerksamkeit und Jagdinteresse an kleinen, flinken Bewegungen bis heute nach. Im Alltag braucht der Prager Rattler keine langen Wanderungen, mehrere kurze, abwechslungsreiche Runden und geistige Beschäftigung reichen völlig aus, dafür ist er drinnen ein munterer Begleiter. Das Fell kommt in zwei Varianten vor, kurz und dicht anliegend oder mäßig lang mit Fransen an Ohren, Rute und Gliedmaßen, beide Varianten sind pflegeleicht und kommen mit gelegentlichem Bürsten aus. Wichtiger ist die Zahnpflege: Toy-Rassen wie diese neigen zu Zahnstein und bleibenden Milchzähnen, regelmäßiges Zähneputzen und tierärztliche Kontrolle gehören dazu. Wegen des sehr geringen Gewichts von oft nur wenigen Kilogramm sind Knochenbrüche durch Stürze oder unglückliches Treten ein reales Risiko, das im Alltag mitgedacht werden sollte. Der Prager Rattler passt gut zu Menschen, die einen aufmerksamen, anhänglichen Begleiter für die Wohnung suchen und viel Zeit zuhause verbringen, seine Zurückhaltung Fremden gegenüber sollte früh und behutsam sozialisiert werden. Für Familien mit sehr kleinen Kindern ist er wegen seiner Zerbrechlichkeit eher ungeeignet, ebenso für Haushalte, die einen robusten Sport- oder Wanderpartner suchen. Wer sich auf einen kleinen Hund mit eigenem Kopf und echtem Familienbezug einlässt und die gesundheitlichen Besonderheiten kleiner Rassen kennt, findet in ihm einen treuen, unkomplizierten Mitbewohner. Die Rasse ist in Deutschland noch selten, wer sich für einen Welpen interessiert, sollte Wartezeiten und eine sorgfältige Züchtersuche einplanen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wegen des sehr geringen Gewichts (oft nur 1,5 bis 3,5 kg) sind Stürze von Sofa oder Armen ein reales Bruchrisiko, kleine Kinder sollten den ruhigen Umgang im Sitzen üben statt den Hund zu tragen.
  • Zahnpflege ist Pflicht: Milchzahnpersistenz, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen kommen bei der Rasse häufig vor, deshalb von Welpe an Zähneputzen etablieren und Zahnkontrollen beim Tierarzt einplanen.
  • Die Rasse ist in Deutschland und der Schweiz noch selten, Welpen gibt es meist nur bei wenigen spezialisierten Züchtern oder aus Tschechien, längere Wartezeiten und Anreise zur Besichtigung einplanen.
  • Patellaluxation kommt in der Rasse vor, beim Züchter nach Kniegelenks-Untersuchungen der Elterntiere fragen statt sich auf reine Optik zu verlassen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung), typisch für kleine Rassen mit filigranem Knochenbau
  • Zahnprobleme wie persistierende Milchzähne, Zahnstein und Parodontitis
  • Erhöhtes Frakturrisiko an Vorderbein und Mittelfuß durch den sehr kleinen, filigranen Körperbau
  • Verdauungsempfindlichkeit (Magen-Darm-Beschwerden)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Prager Rattler hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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