Mops
Gutmütiger Charmeur mit kurzer Nase
auch bekannt als Pug
Zucht-Hinweis
Der Mops gilt aufgrund seiner extrem kurzen Kopfform als Rasse mit Qualzucht-Risiko im Sinne des Tierschutzrechts: Die verengten Atemwege können zu dauerhafter Atemnot, lautem Schnarchen und eingeschränkter Hitzetoleranz führen, tiefe Gesichtsfalten begünstigen Hautentzündungen, und die großen, wenig geschützten Augen sind anfälliger für Verletzungen. Zuchtvereine wie der Club für den Mops e.V. reagieren mit verpflichtenden Atemwegs- und BOAS-Tests sowie Zuchtprojekten für moderatere Kopfformen ("Mops 2.0"). Interessierte sollten gezielt auf offene Nasenlöcher, mäßige Faltenbildung und dokumentierte Gesundheitstests der Elterntiere achten oder alternativ eine Adoption über einen Rasseschutzverein beziehungsweise ein Tierheim in Betracht ziehen. Die extrem verengten Atemwege betreffen bereits das standardgerechte Tier und nicht nur Einzelfälle.
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 25 bis 36 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 6 bis 8 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- gut verfügbarStufe 4 von 5VDH 2024: 152 Welpen, aber einer der häufigsten Hunde im deutschen Stadtbild
- Fell
- Kurzhaar
- Herkunft
- China
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Standard Nr. 253
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- genügt wenig Bewegung (1 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- offen gegenüber Fremden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
- Jagdtrieb
- kaum Jagdtrieb (1 von 5)
- Anfänger-Eignung
- mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)
Der Charakter: Mops im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum von insgesamt etwa 30 bis 45 Minuten in mehreren kurzen, ruhigen Spaziergängen pro Tag ist meist ausreichend; auf Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, lange Steigungen und intensive Anstrengung sollte wegen der kurzen Atemwege verzichtet werden.
- Als stark menschenbezogener Begleithund verträgt der Mops längeres Alleinbleiben eher schlecht; mehr als drei bis vier Stunden am Stück ohne Bezugsperson sollten die Ausnahme bleiben.
- Das Kurzhaarfell ist pflegeleicht, haart aber trotz kurzer Länge spürbar; die Nasen- und Gesichtsfalten sollten regelmäßig gereinigt und trockengehalten werden, um Hautentzündungen vorzubeugen.
- Tierarztkosten realistisch einplanen: Atemwegsuntersuchungen (z. B. BOAS-Tests), mögliche Augenbehandlungen sowie Röntgenkontrollen von Wirbelsäule und Kniescheiben gehören bei dieser Rasse häufiger zum Budget als bei unauffälligen Rassen.
- Gewicht konsequent im Auge behalten: Der Mops frisst nach Aussage von Zuchtvereinen nicht zuverlässig selbstregulierend und neigt bei zu wenig Bewegung schnell zu Übergewicht, was die ohnehin eingeschränkte Atmung zusätzlich belastet.
- Vor der Anschaffung lohnt sich ein Züchterbesuch mit Fokus auf offene Nasenlöcher, mäßige Faltenbildung und dokumentierte Gesundheitstests der Elterntiere (etwa über Club für den Mops e.V. oder Deutscher Mopsclub e.V.) statt auf besonders extreme Kurzköpfigkeit.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Brachyzephales Atemnotsyndrom (BOAS): verengte Nasenlöcher, langes Gaumensegel und enge Luftröhre können Schnarchen, Atemgeräusche und eine spürbar verminderte Hitze- und Belastungstoleranz verursachen.
- Pug-Dog-Enzephalitis (Nekrotisierende Meningoenzephalitis, NME): seltene, aber rassetypische entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems; führende Zuchtvereine testen Zuchttiere inzwischen genetisch darauf.
- Erhöhtes Risiko für Wirbelsäulenfehlbildungen (Hemivertebrae) und Patellaluxation, die per Röntgen beziehungsweise klinischer Untersuchung kontrolliert werden.
- Augen- und Hautfaltenprobleme: Die großen, wenig geschützten Augen neigen zu Verletzungen und Entzündungen, tiefe Gesichtsfalten begünstigen bei mangelnder Pflege Hautentzündungen.
- Neigung zu Übergewicht, das die ohnehin eingeschränkte Atmung zusätzlich belastet.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Mops hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die verfügbaren Angaben stammen von 2014 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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