Malteser
Anhänglicher Gefährte im weißen Seidenkleid
auch bekannt als Bichon Maltais
Zucht-Hinweis
Der Malteser gilt in der Fachliteratur als brachyzephale (kurzköpfige) Rasse. Im Vergleich zu extrem kurzköpfigen Rassen wie Mops oder Französischer Bulldogge ist die Kopfform aber nur moderat verkürzt. Dennoch können in unterschiedlichem Ausmaß Atemwegsempfindlichkeit, verminderte Hitzetoleranz und die für die Rasse typischen Augenreizungen begünstigt werden. Interessierte sollten bei der Zuchtstättenwahl auf eine nicht übertrieben kurze Kopfform und unauffällige Atmung der Elterntiere achten. Die Kopfform gilt im Vergleich zu extrem kurzköpfigen Rassen nur als moderat verkürzt, betroffen ist ein Risiko und keine dokumentierte Einschränkung im Normalzustand.
Steckbrief
- Größe
- sehr klein (XS), 20 bis 25 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 3 bis 4 kg
- Lebenserwartung
- etwa 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- sehr verbreitetStufe 5 von 5VDH 2024: 157 Welpen; TASSO Top 10 2024, 2025 knapp aus Top 10 verdrängt
- Fell
- Langhaar, glatt
- Herkunft
- Italien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Standard Nr. 65
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
- Haaren
- haart kaum (1 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- kaum Jagdtrieb (1 von 5)
- Anfänger-Eignung
- sehr gut geeignet für Anfänger (5 von 5)
Der Charakter: Malteser im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum: Mehrere kurze Spaziergänge von insgesamt rund 30 bis 45 Minuten pro Tag reichen den meisten Maltesern, dazu etwas geistige Beschäftigung.
- Alleinbleiben-Realität: Der Malteser ist auf enge Nähe zu seinen Menschen ausgelegt und neigt bei häufigen, langen Abwesenheiten (regelmäßig mehr als 3 bis 4 Stunden) zu Stress. Für Vollzeit-Berufstätige ohne Betreuungslösung ist das nur bedingt geeignet.
- Pflegekosten: Das lange Fell braucht mehrmals wöchentliches Bürsten sowie alle 6 bis 8 Wochen einen professionellen Schertermin. Laufende Kosten dafür einplanen.
- Tierarztkosten: Patellaluxation und Zahnprobleme kommen bei der Rasse häufiger vor und können regelmäßige Kontrollen und Behandlungen nach sich ziehen.
- Kinder im Haushalt: Wegen des zierlichen, leichten Körperbaus (ca. 3 bis 4 kg) sollte der Umgang mit sehr jungen Kindern beaufsichtigt werden, um grobes Spiel zu vermeiden.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Patellaluxation (Instabilität der Kniescheibe): bei kleinen Rassen wie dem Malteser häufiger beschrieben, Risiko steigt zusätzlich bei Übergewicht.
- Tränenspur und Bindehautreizungen, begünstigt durch das lange, ins Auge wachsende Kopfhaar.
- Erhöhtes Risiko für Zahnstein und Zahnfehlstellungen durch den kleinen Kiefer: regelmäßige Zahnpflege sinnvoll.
- Gehäuft beschriebene Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) im Erwachsenenalter.
- Der Malteser wird in der Fachliteratur zu den brachyzephalen (kurzköpfigen) Rassen gezählt; damit einhergehend kann in unterschiedlichem Ausmaß eine erhöhte Atemwegs- und Hitzeempfindlichkeit auftreten.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Malteser hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die Quellen nennen deutlich unterschiedliche Preise. Nimm die Spanne als groben Rahmen und frag beim Zuchtverein nach.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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