Zum Inhalt springen
Lele

Löwchen

Verschmuster Mähnenzwerg mit Löwenmut

auch bekannt als Petit Chien Lion

klein (S)Frankreich
Löwchen mit heller Fellfarbe schaut mit langem Deckhaar direkt in die Kamera.
Löwchen im PorträtFoto: Jappitoo · CC BY-SA 3.0
Löwchen mit braun-weißer Fellzeichnung steht aufmerksam auf einer Wiese.
Löwchen zu HauseFoto: Jk9dat · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 25 bis 33 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 4,5 bis 8,1 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 63 Welpen
Fell
Seidiges Wellhaar ohne Unterwolle, Traditioneller Löwenschnitt: Hinterhand, Rute und Pfoten werden kurz geschoren, Kopf, Mähne, Brust und Vorderläufe bleiben lang
Herkunft
Frankreich

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Löwchen im Porträt

Das Löwchen, französisch Petit Chien Lion, zählt zu den ältesten Gesellschaftshunderassen Europas. Steinreliefs aus dem 13. Jahrhundert in der Kathedrale von Amiens zeigen bereits Hunde, die der heutigen Rasse stark ähneln, spätere Darstellungen finden sich in Wandteppichen und Gemälden des 15. bis 17. Jahrhunderts. Seinen Namen verdankt das Löwchen dem traditionellen Löwenschnitt, bei dem Hinterhand, Rute und Pfoten kurz geschoren werden, während Kopf, Brust und Vorderläufe die lange, seidige Mähne behalten dürfen. Nachdem die Rasse Mitte des 20. Jahrhunderts fast verschwunden war, sicherte eine kleine Gruppe engagierter Züchterinnen und Züchter ab 1945 den Bestand, in den 1970er Jahren galt das Löwchen zeitweise als seltenste Hunderasse der Welt. Der FCI-Standard beschreibt den Charakter als sehr schmusig und folgsam gegenüber der Bezugsperson, aufmerksam und aufnahmefähig, dabei locker in unterschiedlichen Situationen und je nach Bedarf ruhig und diskret. Fremden gegenüber zeigt sich das Löwchen tendenziell wachsam statt sofort zutraulich, wirkt dabei aber nicht ängstlich oder scharf. Die kleinen Hunde gelten als aufgeweckt und lernwillig, Grundgehorsam und Alltagstraining gelingen mit positiver Bestärkung meist gut. Ausgeprägtes Anlehnungsbedürfnis gehört fest zum Rassebild, längere Alleinzeiten sind für ein Löwchen keine gute Idee. Im Alltag reichen moderate Spaziergänge und etwas Beschäftigung, ausdauernde Sportarten braucht die Rasse nicht. Das seidige, gewellte Haar ohne Unterwolle haart wenig, dafür verlangt die Fellpflege Regelmäßigkeit: mehrmals wöchentliches Bürsten und für den charakteristischen Löwenschnitt alle paar Wochen ein Termin beim Groomer, alternativ ein pflegeleichterer kurzer Rundschnitt. Gesundheitlich gilt die Rasse als vergleichsweise robust, dokumentiert sind vor allem Patellaluxation sowie Augenerkrankungen wie Katarakt und progressive Retinaatrophie, weshalb seriöse Zuchtstätten Kniegelenks- und Augenuntersuchungen der Elterntiere vorlegen sollten. Belastbare Zahlen zur häufigsten Todesursache liegen für diese seltene Rasse bislang nicht vor. Das Löwchen passt gut zu Menschen, die einen kleinen, anhänglichen Begleiter suchen, der viel Nähe und Zeit im Haus bekommt, etwa ruhigere Familien oder Einzelpersonen im Homeoffice. Wer lange Arbeitstage mit leerer Wohnung plant oder einen eigenständigen, distanzierten Hund bevorzugt, findet in dieser Rasse keinen passenden Partner. Familien mit sehr kleinen Kindern sollten wegen der geringen Größe und des leichten Körperbaus Interaktionen begleiten.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Für Berufstätige mit langen Bürotagen ist das Löwchen keine gute Wahl: Schon nach wenigen Stunden allein zeigen viele Hunde der Rasse laut Zuchtbeschreibung deutliches Unwohlsein, realistisch sind eher kurze Zeitfenster mit Betreuungslösung.
  • Fellpflege gehört fest zum Rassebild: Mehrmals wöchentliches Bürsten sowie ein Schur- oder Trimm-Termin etwa alle 4 bis 6 Wochen sind über ein Hundeleben ein spürbarer Zeit- und Kostenfaktor.
  • Beim Züchter lohnt der Blick auf Kniegelenks- und Augenuntersuchungen der Elterntiere (Patellaluxation, Katarakt, progressive Retinaatrophie), um das Risiko für den Welpen zu senken.
  • Als kleiner, leichter Hund verträgt das Löwchen grobes Spiel schlecht: Für Familien mit sehr jungen Kindern lohnt ein Probetreffen mit klaren Regeln zum rücksichtsvollen Umgang.
  • Die Rasse ist selten, Welpen gibt es meist nur mit Wartezeit bei wenigen spezialisierten Züchtern in Europa: Frühzeitige Kontaktaufnahme und Geduld einplanen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Patellaluxation (Kniescheibenluxation), wie bei vielen kleinwüchsigen Rassen mit erhöhter Häufigkeit beschrieben
  • Erbliche Augenerkrankungen, dokumentiert sind unter anderem Katarakt (grauer Star) und progressive Retinaatrophie (PRA)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Löwchen hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Löwchen zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.