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Lele

Kromfohrländer

Aufmerksamer Familienbegleiter mit ruhigem Mut

auch bekannt als Kromi

mittelgroß (M)Deutschland
Kromfohrlaender mit rauhaarigem Fell liegt entspannt im Gras.
Kromfohrländer im PorträtFoto: Marc Rünger · CC BY 3.0
Kromfohrlaender liegt verspielt im Garten und beobachtet einen Ball im Abendlicht.
Kromfohrländer unterwegsFoto: Moekkifox · CC BY 4.0
Glatthaariger Kromfohrlaender steht mit Geschirr auf einem Baumstumpf im Wald.
Kromfohrländer zu HauseFoto: Krominchen · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 38 bis 46 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 9 bis 16 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 114 Welpen
Fell
Rauhaar oder Glatthaar, Beide Fellvarianten brauchen regelmäßiges, aber überschaubares Bürsten, beim Rauhaar kommt gelegentliches Trimmen dazu.
Herkunft
Deutschland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Kromfohrländer im Porträt

Der Kromfohrländer ist eine der jüngsten deutschen Hunderassen. Sie entstand erst um 1945 bei Siegen, als die Erstzüchterin Ilse Schleifenbaum einen drahthaarigen Foxterrier mit einem Grand Griffon Vendéen kreuzte. Seit 1955 ist die Rasse von der FCI anerkannt, sie zählt in Gruppe 9 zu den Gesellschafts und Begleithunden, ohne Arbeitsprüfung. Aus dieser Herkunft als reiner Begleithund erklärt sich viel von seinem heutigen Wesen. Der FCI Standard beschreibt ihn als anpassungsfähigen, lernfähigen und temperamentvollen Begleit und Haushund mit geringem Jagdtrieb, der gegenüber Fremdpersonen eher zurückhaltend auftritt. Aggressivität und Ängstlichkeit gelten laut Standard ausdrücklich als unerwünscht, ein ausgeglichenes Wesen ist Zuchtziel. Im Alltag zeigt sich das als aufmerksamer, an seinen Menschen gebundener Begleiter, der neue Reize meist beobachtend statt impulsiv aufnimmt, sich aber gut trainieren lässt, wenn Übungen abwechslungsreich bleiben. Bewegungsbedarf und Auslastung liegen im mittleren Bereich, tägliche Spaziergänge plus etwas Kopfarbeit reichen meist aus, ein Hochleistungssportpartner ist er nicht. Es gibt zwei Fellvarianten, Rauhaar mit Bart und griffonartiger Struktur sowie Glatthaar mit anliegendem, weichem Haar. Beide brauchen regelmäßiges, aber überschaubares Bürsten, beim Rauhaar kommt gelegentliches Trimmen dazu. Die charakteristische weiß braune Fellzeichnung mit symmetrischer Kopfmaske und Blesse ist rassetypisch. Gesundheitlich ist bei dieser noch jungen, genetisch eng gefassten Rasse auf idiopathische Epilepsie, die Von Willebrand Erkrankung Typ 1 als Blutgerinnungsstörung sowie Fußballen Hyperkeratose zu achten. Seriöse Zuchtvereine testen inzwischen gezielt darauf, ein Blick auf die Gentest Ergebnisse der Elterntiere vor dem Kauf lohnt sich. Der Kromfohrländer passt gut zu Menschen, die einen aufmerksamen, mittelgroßen Familienhund mit überschaubarem Pflege und Bewegungsaufwand suchen und Wert auf sanfte, konsequente Erziehung legen. Für reine Wohnungshaltung ohne Auslauf oder für Halter, die einen sportlich sehr fordernden Begleiter suchen, ist er weniger die richtige Wahl. Auch mit fremden Menschen sollte man ihm Zeit zum Auftauen lassen, statt ihn zu drängen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Achte beim Züchter auf Gentests für Von Willebrand Erkrankung Typ 1 und Fußballen Hyperkeratose, seriöse Vereine wie der RZV und ProKromfohrländer verlangen das inzwischen von Zuchttieren.
  • Plane täglich ein bis anderthalb Stunden Bewegung plus kurze Trainingseinheiten ein, reine Ballerei ersetzt die geistige Auslastung nicht.
  • Lass deinem Kromfohrländer bei neuen Menschen Zeit, sie ohne Druck kennenzulernen, forsches Anfassen durch Fremde überfordert ihn oft.
  • Rechne beim Rauhaar mit gelegentlichem Trimmen beim Hundefriseur oder in Eigenregie, beim Glatthaar reicht meist wöchentliches Bürsten.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Idiopathische Epilepsie, in der Rasse als erblich bedingt dokumentiert
  • Von Willebrand Erkrankung Typ 1, eine erbliche Blutgerinnungsstörung
  • Fußballen Hyperkeratose, eine erbliche Verhornungsstörung der Ballen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Kromfohrländer hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2020 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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