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Lele

King Charles Spaniel

Sanfter Schoßhund mit ruhigem Gemüt

auch bekannt als Charlie, English Toy Spaniel

sehr klein (XS)Großbritannien
King Charles Spaniel mit schwarz lohfarbenem Fell und kurzer Schnauze döst entspannt im Garten zwischen Blumen.
King Charles Spaniel zu HauseFoto: Glen Bowman · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 23 bis 28 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 3,6 bis 6,3 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Langhaar, seidig, Langes, seidiges Fell mit reichlicher Befederung an Ohren, Rute und Läufen, das mehrmals wöchentliches Bürsten braucht; die schweren Hängeohren regelmäßig auf Entzündungen kontrollieren.
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: King Charles Spaniel im Porträt

Der King Charles Spaniel stammt aus England und ist ein enger Verwandter des Cavalier King Charles Spaniel: Beide gehen auf kleine Gesellschaftsspaniel zurück, die im 17. Jahrhundert am Hof König Karls II. gehalten wurden und ihm ihren Namen verdanken. Anders als beim Cavalier setzte sich beim King Charles Spaniel spätestens im 19. Jahrhundert eine noch flachere Kopfform durch, mit sehr kurzer, zum Schädel hin aufgeworfener Nase, teils durch Einkreuzung östlicher Zwerghunde erreicht. Dieses markante Gesicht mit der stark gewölbten Stirn prägt die Rasse bis heute deutlicher als den etwas langnasigeren Cavalier. Der FCI-Standard beschreibt den King Charles Spaniel als lebenslustigen Gesellschaftshund, zurückhaltend, sanft und zärtlich. Im Alltag zeigt er sich weniger stürmisch kontaktfreudig als der Cavalier, dafür als ruhiger, treu ergebener Begleiter, der grobe Behandlung nicht mag und sich eng an seine Bezugspersonen bindet. Als Wächter taugt er kaum, Bellattacken sind selten. Der Bewegungsbedarf bleibt überschaubar: kurze, mehrmals tägliche Spaziergänge genügen meist, Anstrengung bei Hitze sollte wegen der kurzen Nase vermieden werden, da das Hecheln erschwert ist. Das lange, seidige Fell verlangt mehrmals wöchentliches Bürsten, dazu regelmäßige Kontrolle der schweren Hängeohren. Gesundheitlich zählt die Rasse zu den anfälligeren: Herzklappenerkrankungen wie die Mitralklappenendokardiose gehören zu den häufigsten Todesursachen im höheren Alter, außerdem kommt, wie beim Cavalier, Syringomyelie vor, eine schmerzhafte Fehlbildung zwischen Schädel und Rückenmark. Die extrem verkürzte Nase begünstigt zusätzlich Atemprobleme und Hitzeunverträglichkeit. Gut passt der King Charles Spaniel zu ruhigen Haushalten, die einen anhänglichen, wenig aktiven Schoßhund suchen und ihn nicht über viele Stunden allein lassen. Auch als Ersthund kommt sein gutmütiges Wesen meist gut an. Wer die gesundheitlichen Risiken der Rasse nicht ernst nimmt, einen robusten, hitzetauglichen Sport- und Wanderbegleiter sucht oder einen wachsamen Hund braucht, findet in ihm eher nicht den passenden Partner.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum: mehrere kurze Spaziergänge am Tag reichen aus, insgesamt reicht meist eine knappe Stunde; bei Hitze und Anstrengung auf Anzeichen von Atemnot achten, da die kurze Nase das Hecheln erschwert.
  • Vor der Anschaffung gezielt nach Zuchtstätten mit kardiologischer Untersuchung und, wenn möglich, MRT-Screening der Elterntiere auf Syringomyelie fragen; die Tierarztkosten über die Lebenszeit können durch Herz- und Neuro-Vorsorge deutlich höher liegen als bei robusteren Rassen.
  • Fell mehrmals wöchentlich bürsten, die schweren Hängeohren wöchentlich auf Rötung oder Geruch kontrollieren, da sie zu Entzündungen neigen.
  • Nicht für stundenlanges tägliches Alleinbleiben geeignet: Die Rasse ist stark menschenbezogen und sollte langsam und in kleinen Schritten ans Alleinsein gewöhnt werden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Mitralklappenendokardiose: fortschreitende Degeneration der Herzklappen, bei der Rasse überdurchschnittlich häufig und eine der führenden Todesursachen im Alter.
  • Syringomyelie in Verbindung mit einer Chiari-ähnlichen Malformation: schädelbedingte Fehlbildung, die zu Schmerzen und neurologischen Ausfällen führen kann.
  • Brachyzephale Atemprobleme (BOAS) durch die stark verkürzte, aufgeworfene Nase, verbunden mit erhöhter Hitzeempfindlichkeit und Narkoserisiko.
  • Erhöhte Anfälligkeit für Augenerkrankungen wie Katarakt, Hornhautdystrophie und Entropium.
  • Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung).

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

King Charles Spaniel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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