Japan-Chin
Anhänglicher Palastbegleiter mit sanftem Gemüt
auch bekannt als Chin, Japanese Chin, Japanischer Spaniel


Zucht-Hinweis
Der Japan-Chin gilt als brachyzephale (kurznasige) Rasse mit entsprechendem Risiko für Atemwegs- und Hitzeempfindlichkeit sowie für Augenreizungen und Katarakt. Die Niederlande stufen die Zucht extrem kurznasiger Hunde bereits als Qualzucht ein, sobald die Nasenlänge weniger als ein Drittel der Kopflänge beträgt. Interessierte sollten bei der Zuchtstättenwahl auf eine nicht übertrieben kurze Nase und unauffällige, ruhige Atmung der Elterntiere achten. Betroffen ist die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe für Atemwegsprobleme, nicht eine dokumentierte Einschränkung des standardgerechten Tieres im Alltag.
Steckbrief
- Größe
- sehr klein (XS), 20 bis 25 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 2 bis 4,5 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Langhaar, seidig glatt, Kein dichter Unterwollfilz wie bei manch anderer Langhaarrasse, aber regelmäßiges Bürsten gegen Verfilzung an Ohren, Halskrause und Hosen nötig.
- Herkunft
- Japan
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Standard Nr. 206
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- kaum Jagdtrieb (1 von 5)
- Anfänger-Eignung
- gut geeignet für Anfänger (4 von 5)
Der Charakter: Japan-Chin im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum: Mehrere kurze Spaziergänge von zusammen rund 30 bis 40 Minuten pro Tag plus etwas Beschäftigung drinnen genügen den meisten Japan-Chin, exzessives Ausdauertraining ist wegen der kurzen Nase eher zu vermeiden, besonders bei Hitze.
- Klima-Sorgfalt: Wegen der brachyzephalen Kopfform sollten Spaziergänge in großer Hitze auf kühle Tageszeiten verlegt und Anstrengung bei Wärme spürbar reduziert werden.
- Tierarztkosten: Regelmäßige Augenkontrollen sind sinnvoll, da Katarakt und Reizungen der Augen bei der Rasse überdurchschnittlich häufig beschrieben werden.
- Fellpflege: Mehrmals wöchentliches Bürsten der Halskrause, Ohren und Hosen beugt Verfilzung vor, ein professioneller Pflegetermin alle paar Monate ist üblich.
- Kinder im Haushalt: Wegen des zierlichen, leichten Körperbaus (nur wenige Kilogramm) sollte der Umgang mit sehr jungen Kindern beaufsichtigt werden, um grobes Spiel zu vermeiden.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Der Japan-Chin wird in der Fachliteratur zu den brachyzephalen (kurzköpfigen) Rassen gezählt, mit entsprechend erhöhtem Risiko für Atemwegsprobleme und verminderte Hitzetoleranz (BOAS-Symptomatik).
- Überdurchschnittlich häufig beschriebene Trübung der Augenlinse (Katarakt).
- In älterer veterinärmedizinischer Literatur als vergleichsweise häufig genannt: Trichiasis und Distichiasis (Fehlstellungen der Wimpern, die zu Augenreizungen führen können).
- Wie bei vielen kleinen Rassen kommt Patellaluxation (Instabilität der Kniescheibe) gehäuft vor.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Japan-Chin hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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