Zum Inhalt springen
Lele

Havaneser

Fröhlicher Gesellschafter, immer nah am Menschen

auch bekannt als Havi, Bichon Havanais

klein (S)Kuba
Grau-schwarzer Havaneser im Kurzschnitt steht in einer blühenden Frühlingswiese
Havaneser im Porträt
Havaneser rennt fröhlich über einen unbefestigten Feldweg
Havaneser unterwegs
Havaneser mit flauschigem weißem Fell entspannt auf einem Sofa
Havaneser zu Hause

Steckbrief

Größe
klein (S), 23 bis 27 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 3,5 bis 6 kg
Lebenserwartung
typisch 14 bis 16 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 562 Welpen
Fell
Langhaar, regelmäßiges Bürsten
Herkunft
Kuba

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr offen, begrüßt Fremde freudig (5 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
sehr gut geeignet für Familien mit Kindern (5 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
sehr gut geeignet für Anfänger (5 von 5)

Der Charakter: Havaneser im Porträt

Der Havaneser gilt offiziell als kubanische Rasse, auch wenn seine Wurzeln vermutlich im westlichen Mittelmeerraum liegen: Vieles deutet darauf hin, dass Seefahrer kleine Gesellschaftshunde aus Spanien und Italien nach Kuba brachten, wo sich der Typ über Generationen festigte. Die ursprünglichen kubanischen Blutlinien sind später weitgehend erloschen; erhalten blieben Nachkommen, die in die USA gelangten und von dort aus die heutige Zucht mitprägten. Bei der FCI ist der Havaneser als Gesellschafts- und Begleithund der Gruppe 9 eingeordnet, ohne Arbeitsprüfung: Seine Aufgabe war und ist vor allem das Zusammenleben mit Menschen. Im Wesen zeigt sich das deutlich: Havaneser neigen dazu, sich eng an ihre Bezugspersonen zu binden, suchen aktiv Nähe und lassen sich im Durchschnitt gut motivieren, mitzuarbeiten. Viele wirken verspielt bis leicht albern und bringen sich gern in Familienalltag und -aktivitäten ein. Ursprünglich auch als kleiner Wächter gehalten, zeigen sie oft eine wache, aufmerksame Ader, ohne dabei besonders bissig oder ängstlich zu sein. Diese starke Bindung hat eine Kehrseite: Ohne behutsames, frühes Training neigen manche Tiere dazu, das Alleinsein schwer zu ertragen, ein Punkt, der in der Alltagsplanung oft unterschätzt wird. Der Bewegungsbedarf liegt im mittleren Bereich: ausgedehnte Spaziergänge werden meist gern angenommen, sportliche Höchstleistungen sind aber nicht nötig. Anspruchsvoller ist die Fellpflege: Das lange, weiche Haar ohne dichte Unterwolle verfilzt ohne regelmäßiges, im Idealfall tägliches Bürsten recht schnell, und starkes Kürzen oder Scheren widerspricht dem Rassestandard. Wer sich dafür Zeit nimmt oder professionelle Unterstützung einplant, kommt in der Regel gut zurecht. Für Menschen, die einen aufmerksamen, lernfreudigen Begleiter suchen und bereit sind, täglich Zeit in Fellpflege und soziale Nähe zu investieren, kann der Havaneser gut passen, grundsätzlich auch für Einsteiger, sofern von Anfang an klare, liebevolle Regeln gelten. Weniger geeignet ist die Rasse für Haushalte, in denen der Hund über viele Stunden am Stück allein bleiben müsste, oder für Menschen, die pflegeleichtes, kurzes Fell bevorzugen. Wie bei jeder Rasse gilt: Das einzelne Tier kann von diesen Tendenzen abweichen, Prägung und Erziehung spielen eine erhebliche Rolle.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum: Im Schnitt reichen 45 bis 60 Minuten Spaziergang pro Tag, aufgeteilt auf mehrere kurze Einheiten, lieber häufig als lang am Stück.
  • Alleinbleiben ist keine Selbstverständlichkeit: Die enge Bindung an die Bezugspersonen macht ein schrittweises, frühes Alleinbleib-Training nötig; mehrstündige Abwesenheiten sollten anfangs vermieden werden.
  • Fellpflege kostet Zeit und Geld: Tägliches Bürsten sowie regelmäßige Termine beim Hundefriseur (etwa alle 6 bis 8 Wochen) sind bei diesem Langhaarfell realistisch einzuplanen.
  • Vor der Welpenwahl auf Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere achten, insbesondere Patellae, Augen (Grauer Star, Retinadysplasie) und Herz: Seriöse Zuchtstätten legen entsprechende Befunde offen.
  • Der Havaneser gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach aktuellem Stand nicht als Listenhund; rassespezifische Haltungsauflagen sind daher nicht zu erwarten.
  • Wegen des dichten, langen Haarkleids ist die Kontrolle auf Zecken und Grannen im Fell aufwendiger als bei kurzhaarigen Rassen, besonders im Sommer.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung): bei kleinen Rassen verbreitet, Zuchttiere sollten untersucht sein.
  • Augenerkrankungen wie Retinadysplasie und Grauer Star (Katarakt) sind rassetypisch beschrieben.
  • Angeborene Herzerkrankungen kommen vor; kardiologische Untersuchung der Zuchttiere wird empfohlen.
  • Lebererkrankungen, unter anderem portosystemischer Shunt, werden bei kleinen Rassen einschließlich Havaneser häufiger beobachtet.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Havaneser hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro.

Quellen: hunderasse.de, edogs (2025), Wamiz. Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Havaneser zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.