Chinesischer Schopfhund
Anhänglicher Exot, der Nähe liebt
auch bekannt als Crestie, Chinese Crested Dog
Zucht-Hinweis
Die haarlose Varietät trägt ein Gen, das homozygot bereits vor der Geburt zum Absterben der Embryonen führt und heterozygot mit einem häufig lückenhaften Gebiss sowie nackter, ungeschützter Haut einhergeht (Risiko für Sonnenbrand, Hautreizungen und Verletzungen). Die Powderpuff-Geschwister aus denselben Würfen tragen das Gen zwar ebenfalls, sind körperlich davon aber nicht betroffen. Wer sich für die Rasse interessiert, sollte gezielt nach Zuchtstätten mit Gesundheitszeugnissen zu Haut, Zähnen und Augen fragen oder eine Vermittlung über einen Rasse-Rettungsverein bzw. das Tierheim in Betracht ziehen. Das mit der Haarlosigkeit gekoppelte Letalallel und die damit verbundene Zahnanomalie betreffen die Zucht der haarlosen Varietät strukturell, nicht nur einzelne Tiere.
Steckbrief
- Größe
- sehr klein (XS), 23 bis 33 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 2 bis 5,5 kgGrober Richtwert, die Datenlage ist hier dünn.
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 152 Welpen
- Fell
- Nackt oder Powderpuff (Langhaar), Hautpflege bei nackter Variante
- Herkunft
- China
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Standard Nr. 288
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
- Haaren
- haart kaum (1 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Chinesischer Schopfhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum: täglich etwa 45 bis 60 Minuten in mehreren kurzen Runden reichen meist aus, bei praller Sonne oder Kälte braucht die haarlose Variante zusätzlichen Schutz (Sonnencreme, Hundemantel).
- Als Gesellschaftshund gezüchtet neigt er zu enger Bindung an seine Menschen. Alleinbleiben sollte von Welpe an in kleinen Schritten aufgebaut werden, mehrstündiges Alleinsein passt selten gut.
- Pflege- und Tierarztkosten realistisch einplanen: Hautpflege bei der nackten Variante, regelmäßiges Bürsten bei der Powderpuff-Variante, dazu Zahnkontrollen wegen des häufig lückenhaften Gebisses.
- Kleine, leichtgebaute Rasse mit empfindlicher Haut: Im Umgang mit sehr kleinen Kindern auf ruhigen, beaufsichtigten Kontakt achten.
- Als seltene Rasse mit wenigen Zuchtstätten ist mit Wartelisten und überdurchschnittlichen Anschaffungskosten bei seriösen VDH-Züchtern zu rechnen.
- Wegen der spezialisierten Haut-, Zahn- und Gesundheitspflege sowie der engen Bindungsbereitschaft eignet sich die Rasse eher für Halter mit etwas Hundeerfahrung als für den allerersten eigenen Hund.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Bei der haarlosen Varietät häufig unvollständiges Gebiss, da Haarlosigkeits- und Zahnentwicklungsgen gekoppelt sind. Der FCI-Standard wertet dies ausdrücklich nicht als Fehler.
- Haarlosigkeits-Gen ist dominant, homozygot jedoch bereits vor der Geburt letal. Bei der in der Zucht üblichen Verpaarung von haarlosen mit Powderpuff-Elterntieren bestehen Würfe daher meist aus einer Mischung beider Varianten.
- Nackte Haut ohne schützendes Fell neigt zu Sonnenbrand, Trockenheit und Hautreizungen bis hin zu Komedonen.
- In der Literatur wird eine Neigung zu genetisch bedingter Linsenverlagerung (Linsenluxation) beschrieben.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Chinesischer Schopfhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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