Cavalier King Charles Spaniel
Sanfter Schmuser, der Nähe braucht
auch bekannt als Cavalier, Cav, Cavvy
Zucht-Hinweis
Der Cavalier King Charles Spaniel gilt in der tierschutzfachlichen Diskussion als Beispiel für Qualzucht-relevante Merkmale: Der im Verhältnis zum Gehirn oft zu kleine Schädel begünstigt eine Chiari-ähnliche Malformation mit Syringomyelie, die zu chronischen Schmerzen und neurologischen Ausfällen führen kann. Hinzu kommt eine in der Rasse ungewöhnlich weit verbreitete, oft früh auftretende Herzklappenerkrankung (Mitralklappenendokardiose). Ein Bezirksgericht in Oslo stufte die Zucht der Rasse 2022 deshalb zunächst als Verstoß gegen das norwegische Tierschutzgesetz ein und untersagte sie; ein norwegisches Berufungsgericht hob dieses Urteil 2023 jedoch wieder auf, sodass die Zucht dort inzwischen wieder erlaubt ist. Der Fall zeigt gleichwohl, wie ernst die gesundheitlichen Risiken der Rasse fachlich eingeschätzt werden. Interessierte sollten gezielt Zuchtstätten mit Herzuntersuchung und MRT-Screening der Elterntiere wählen oder eine Adoption über einen Rasseschutzverein bzw. ein Tierheim in Betracht ziehen. Die bei einem Großteil der Rasse morphologisch nachweisbare Schädel-Gehirn-Diskrepanz und die früh auftretende Herzklappenerkrankung betreffen bereits das standardgerechte Tier.
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 30 bis 33 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 5,5 bis 8 kg
- Lebenserwartung
- typisch 8 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 694 Welpen
- Fell
- Langhaar
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Standard Nr. 136
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- sehr offen, begrüßt Fremde freudig (5 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- gut verträglich mit Katzen (4 von 5)
- Familien-Eignung
- sehr gut geeignet für Familien mit Kindern (5 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- gut geeignet für Anfänger (4 von 5)
Der Charakter: Cavalier King Charles Spaniel im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum: rund 1 bis 1,5 Stunden am Tag, aufgeteilt auf mehrere ausgiebige Spaziergänge mit Gelegenheit zum Freilauf.
- Alleinbleiben ist für viele Cavaliere schwierig: Die Rasse hängt stark an ihren Menschen, längere Abwesenheiten von mehr als 3-4 Stunden sollten langsam trainiert werden statt zur Regel zu gehören.
- Tägliches Bürsten des langen Fells einplanen, dazu regelmäßige Ohrenkontrolle wegen der schweren, gut befederten Hängeohren, die zu Entzündungen neigen können.
- Mitralklappenendokardiose (Herzklappenerkrankung) ist bei dieser Rasse ungewöhnlich verbreitet und kann bereits in mittlerem Alter auftreten. Regelmäßige kardiologische Kontrollen und eine Tierkrankenversicherung sind daher sinnvoll.
- Syringomyelie (schmerzhafte Fehlbildung zwischen Schädel und Rückenmark) kommt bei der Rasse überdurchschnittlich häufig vor; beim Züchter gezielt nach MRT-Untersuchungen der Elterntiere fragen.
- Das Fell haart ganzjährig mit saisonalen Schüben und ist in sehr sauberkeitsbewussten Haushalten oder bei empfindlichen Textilien im Alltag spürbar.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Mitralklappenendokardiose: fortschreitende Degeneration der Herzklappen, bei der Rasse sehr häufig und oft früher als bei anderen Rassen auftretend.
- Syringomyelie in Verbindung mit einer Chiari-ähnlichen Malformation: schädelbedingte Fehlbildung, die zu Schmerzen, Kratzverhalten im Nacken-/Schulterbereich und neurologischen Ausfällen führen kann.
- Primär sekretorische Otitis media (PSOM, „Glue Ear"): zähes Sekret im Mittelohr, kann Schmerzen und Kopfschiefhaltung verursachen.
- Retinale Dysplasien und weitere Augenerkrankungen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Cavalier King Charles Spaniel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro.
Quellen: zooplus-Magazin (2025), hunderasse.de. Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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