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Lele

Cavalier King Charles Spaniel

Sanfter Schmuser, der Nähe braucht

auch bekannt als Cavalier, Cav, Cavvy

klein (S)Großbritannien
Cavalier King Charles Spaniel im Porträt mit langen Schlappohren und großen dunklen Augen auf Holzboden
Cavalier King Charles Spaniel im Porträt
Dreifarbiger Cavalier King Charles Spaniel rennt mit fliegenden Ohren über eine Wiese
Cavalier King Charles Spaniel unterwegs
Cavalier King Charles Spaniel liegt zu Hause entspannt auf einem Sofakissen
Cavalier King Charles Spaniel zu Hause

Steckbrief

Größe
klein (S), 30 bis 33 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 5,5 bis 8 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 694 Welpen
Fell
Langhaar
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr offen, begrüßt Fremde freudig (5 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5)
Familien-Eignung
sehr gut geeignet für Familien mit Kindern (5 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Cavalier King Charles Spaniel im Porträt

Der Cavalier King Charles Spaniel stammt aus England und geht auf kleine Gesellschaftsspaniel zurück, die im 17. Jahrhundert am Hof der Könige Karl I. und Karl II. gehalten wurden. Gemälde aus jener Zeit zeigen Hunde mit deutlich längerer Schnauze als die später üblichen King-Charles-Spaniel. Erst ein 1926 vom US-Amerikaner Roswell Eldridge bei der Crufts-Ausstellung in London ausgelobtes Preisgeld für Tiere nach dem historischen Vorbild brachte die längere Nase zurück in die Zucht, und 1945 wurde der Cavalier in England offiziell als eigenständige Rasse anerkannt. Im Wesen zeigt sich der Cavalier tendenziell verschmust, anhänglich und ausgesprochen menschenbezogen. Fremden gegenüber verhält er sich im Durchschnitt freundlich statt zurückhaltend, und Auseinandersetzungen mit anderen Hunden geht er meist aus dem Weg. Als Wachhund taugt er kaum: Ihm fehlt schlicht die Neigung zu Misstrauen und lautem Bellen. Diese enge Bindung an seine Menschen hat aber auch eine Kehrseite: Viele Cavaliere kommen mit längerem Alleinsein nur schwer zurecht. Trotz seiner geringen Größe braucht die Rasse regelmäßige, ausgiebige Spaziergänge mit Gelegenheit zum freien Laufen. Das lange, seidige Fell verlangt tägliches Bürsten, getrimmt werden darf und sollte es nicht. Gesundheitlich zählt der Cavalier zu den anfälligeren Rassen: Herzklappenerkrankungen treten überdurchschnittlich häufig und oft schon in mittlerem Alter auf, ebenso kommt Syringomyelie vor, eine schmerzhafte Fehlbildung im Zusammenspiel von Schädel und Rückenmark. Wer sich für diese Rasse entscheidet, sollte gezielt nach Zuchtstätten mit Herz- und MRT-Untersuchungen der Elterntiere suchen und finanzielle Reserven für tierärztliche Behandlungen einplanen. Gut passt der Cavalier zu Menschen, die einen anschmiegsamen, leicht erziehbaren Begleiter suchen und ihn tagsüber überwiegend mit dabei haben können. Auch Ersthundehalter kommen mit ihm meist gut zurecht. Familien mit Kindern gelingt das Zusammenleben mit seinem geduldigen, sanften Wesen häufig gut, sofern der Umgang miteinander begleitet wird. Wer täglich viele Stunden außer Haus ist, einen wachsamen oder besonders unabhängigen Hund sucht oder die gesundheitlichen Risiken der Rasse nicht ernst nehmen möchte, findet im Cavalier eher nicht den passenden Partner.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum: rund 1 bis 1,5 Stunden am Tag, aufgeteilt auf mehrere ausgiebige Spaziergänge mit Gelegenheit zum Freilauf.
  • Alleinbleiben ist für viele Cavaliere schwierig: Die Rasse hängt stark an ihren Menschen, längere Abwesenheiten von mehr als 3-4 Stunden sollten langsam trainiert werden statt zur Regel zu gehören.
  • Tägliches Bürsten des langen Fells einplanen, dazu regelmäßige Ohrenkontrolle wegen der schweren, gut befederten Hängeohren, die zu Entzündungen neigen können.
  • Mitralklappenendokardiose (Herzklappenerkrankung) ist bei dieser Rasse ungewöhnlich verbreitet und kann bereits in mittlerem Alter auftreten. Regelmäßige kardiologische Kontrollen und eine Tierkrankenversicherung sind daher sinnvoll.
  • Syringomyelie (schmerzhafte Fehlbildung zwischen Schädel und Rückenmark) kommt bei der Rasse überdurchschnittlich häufig vor; beim Züchter gezielt nach MRT-Untersuchungen der Elterntiere fragen.
  • Das Fell haart ganzjährig mit saisonalen Schüben und ist in sehr sauberkeitsbewussten Haushalten oder bei empfindlichen Textilien im Alltag spürbar.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Mitralklappenendokardiose: fortschreitende Degeneration der Herzklappen, bei der Rasse sehr häufig und oft früher als bei anderen Rassen auftretend.
  • Syringomyelie in Verbindung mit einer Chiari-ähnlichen Malformation: schädelbedingte Fehlbildung, die zu Schmerzen, Kratzverhalten im Nacken-/Schulterbereich und neurologischen Ausfällen führen kann.
  • Primär sekretorische Otitis media (PSOM, „Glue Ear"): zähes Sekret im Mittelohr, kann Schmerzen und Kopfschiefhaltung verursachen.
  • Retinale Dysplasien und weitere Augenerkrankungen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Cavalier King Charles Spaniel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro.

Quellen: zooplus-Magazin (2025), hunderasse.de. Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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