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Lele

Shih Tzu

Gelassener Gefährte mit Löwenmähne

auch bekannt als Chrysanthemenhund

sehr klein (XS)Tibet (China)
Porträt eines Shih Tzu mit typisch langem, seidigem Fell und dunklen Knopfaugen
Shih Tzu im Porträt
Ein junger Shih Tzu läuft über eine grüne Rasenfläche im Garten
Shih Tzu unterwegs
Ein Shih Tzu mit langem Fell kuschelt sich zuhause auf ein Sofakissen
Shih Tzu zu Hause

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 27 bis 27 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 4,5 bis 8 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH 2024: 75 Welpen, als kleiner Modehund dennoch recht verbreitet in Deutschland
Fell
Langhaar, regelmäßige Fellpflege
Herkunft
Tibet (China)

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Shih Tzu im Porträt

Der Shih Tzu stammt ursprünglich aus Tibet und wurde in China weiterentwickelt, wo er über Jahrhunderte an den kaiserlichen Höfen als reiner Gesellschaftshund lebte, nie als Wach- oder Jagdhund. Nach dem Ende des chinesischen Kaiserreichs 1912 gelangten ab Ende der 1920er Jahre erste Tiere nach Großbritannien; als eigenständige Rasse anerkannte der britische Kennel Club den Shih Tzu offiziell 1940. Der charakteristische, chrysanthemenartige Gesichtsausdruck entsteht durch das Haar, das auf dem kurzen Fang nach oben wächst und häufig hochgebunden wird, damit die Sicht frei bleibt. Im Wesen neigt der Shih Tzu zu einer freundlichen, menschenbezogenen Grundhaltung: Der Rassestandard nennt ausgeprägte Ängstlichkeit oder Aggression sogar als disqualifizierenden Fehler. Gleichzeitig wird ihm eine gewisse Eigenständigkeit nachgesagt: Er lässt sich meist gut motivieren, folgt aber nicht jedem Kommando unhinterfragt, sodass die Grunderziehung eher Geduld und Wiederholung braucht als straffen Drill. Als klassischer Begleithund ohne Jagd- oder Wachhundfunktion ist Jagd- und Schutztrieb im Schnitt eher schwach ausgeprägt. Im Alltag fällt vor allem der Pflegeaufwand ins Gewicht: Das lange, dichte Haarkleid verfilzt ohne Bürsten alle paar Tage recht schnell und braucht entweder konsequente Langhaarpflege oder einen regelmäßigen Kurzschnitt. Der Bewegungsbedarf ist im Vergleich zu vielen anderen Rassen überschaubar, mehrere kürzere Spaziergänge reichen in der Regel aus. Wichtiger als die Distanz ist, Anstrengung und Hitze wegen der kurzen Nase im Blick zu behalten. Als Wohnungshund kommt er meist gut zurecht, solange genug Zuwendung stattfindet; lange, regelmäßige Alleinzeiten passen eher schlecht zu einer Rasse, die historisch auf enge menschliche Nähe hin gezüchtet wurde. Für Menschen, die einen ruhigen, anhänglichen Mitbewohner mit überschaubarem Bewegungsdrang suchen und bereit sind, regelmäßig Zeit und Geld in Fell-, Augen- und Ohrenpflege sowie tierärztliche Kontrollen zu investieren, kann der Shih Tzu gut passen. Wer wenig Zeit für Fellpflege hat, einen sportlichen Lauf- oder Wanderbegleiter sucht oder den Hund über viele Stunden allein lassen muss, sollte eher eine andere Rasse in Betracht ziehen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungsbedarf im Schnitt gering bis moderat: Mehrere kurze Spaziergänge (insgesamt etwa 30 bis 60 Minuten am Tag) reichen meist aus, Anstrengung und Hitze wegen der kurzen Nase aber im Blick behalten.
  • Neigt als reiner Begleithund zu enger Bindung an seine Menschen: Regelmäßige Alleinzeiten von mehreren Stunden am Stück sind ohne behutsames, schrittweises Training meist keine gute Idee.
  • Pflegeaufwand hoch: Langhaar verfilzt ohne Bürsten alle paar Tage schnell; viele Halter lassen das Fell alle sechs bis acht Wochen professionell kurz scheren, was laufende Kosten verursacht.
  • Brachyzephale Bauweise (kurze Nase, große Augen) begünstigt Atemgeräusche bei Anstrengung oder Hitze sowie Augenreizungen: Regelmäßige Kontrolle von Atmung, Augen und Ohren einplanen.
  • Beim Züchter gezielt auf ausreichende Nasenlänge, offene Nasenlöcher und unauffällige Atmung der Elterntiere achten statt auf einen möglichst extremen Kopftyp.
  • Zahnfehlstellungen und Zahnengstand durch den verkürzten Unterkiefer sind rassetypisch häufiger: Regelmäßige Zahnkontrolle beim Tierarzt einplanen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Brachyzephales Atemwegssyndrom (BOAS) durch verkürzte Nase und Rachenraum, mit Neigung zu Atemgeräuschen, Hitzeunverträglichkeit und verminderter Belastbarkeit.
  • Erhöhtes Risiko für Augenprobleme wie Hornhautverletzungen, vermehrten Tränenfluss und grünen Star (Glaukom) durch die großen, hervortretenden Augen.
  • Neigung zu Ohrenentzündungen durch Haarwuchs im Gehörgang in Kombination mit den Hängeohren.
  • Zahnfehlstellungen und Zahnengstand durch den verkürzten Unterkiefer.
  • Herzklappenerkrankungen, insbesondere Mitralklappenerkrankung, treten bei kleinen Rassen einschließlich Shih Tzu gehäuft auf.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Shih Tzu hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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